Bekannte Hits in neuem Gewand

Ihre Zuhörer im Matrix begeisterten Martin Schmid und Stefan Leonhardsberger (von links). Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Musikkabarett im Jugendzentrum Matrix

Peter Stöbich
Königsbrunn. Mit dem Start seines neuen Programms hat der Verein "Kultur lebt in Königsbrunn" gleich einen Volltreffer gelandet. "Da Billi Jean is ned mei Bua" war das Musikkabarett im Jugendzentrum Matrix betitelt. Der Österreicher Stefan Leonhardsberger und der Augsburger Gitarrist Martin Schmid eroberten die Sympathien des Publikums im Sturm und nahmen Alltagsprobleme ebenso unter die Lupe wie politische Ereignisse.
Schmid ist vielen als Sänger der Revueband „Presley Family“ ein Begriff. Leonhardsberger hat Klassiker der Popmusik sowie aktuelle Charthits ohne Berührungsangst vor großen Namen neu interpretiert. Durchs freie Übersetzen ins Österreichische erzählen die berühmten Melodien völlig neue Geschichten: So trauert in Lana del Reys „Summertime Sadness“ ein junger Mann der Stunde hinterher, die er durch die Sommerzeitumstellung verloren hat, Michael Jacksons „Billy Jean“ wird zur Chronik einer folgenreichen Vaterschaftsklage, und in Rihannas „Umbrella“ zerbricht eine Freundschaft beinahe an einem Bissen Schnitzel, während Tina Turners „Privat Dancer“ etwas zu tief ins Glas blickt.
Ursprünglich kommt der gebürtige Oberösterreicher allerdings aus dem Schauspiel, genoss seine Ausbildung in Linz und war zwei Jahre Ensemblemitglied des Stadttheaters in Ingolstadt, wo er bereits mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Sein Talent und seine Leidenschaft für Musik konnte er dort als Hauptdarsteller im Musical „Dylan“ und in einem Stück über Johnny Cash unter Beweis stellen. Darüber hinaus erspielte er sich mit dem Cover-Projekt „Austria 4“ eine große Fangemeinde in ganz Bayern.
Das Duo entführte die Königsbrunner zu den Klängen von David Bowies " Space Odditiy" an Bord einer österreichischen Raumfahrtmission, die an frühpensioniertem Personal zu scheitern droht. In der Adaption des STS- Klassikers " Irgendwann bleib i dann dort" schmiedete ein frustrierter Grieche Auswanderungspläne. Mit kraftvoller Stimme und außergewöhnlicher Bühnenpräsenz erweckte Leonhardsberger die Helden seiner Songs zum Leben. Seine eigenen humorigen und bissigen Texte ernteten stürmischen Applaus. Einen Höhepunkt des Abends bildete die Interpretation von „Purple Rain“ des verstorbenen Sängers Prince: Leonhardsbergers raue Stimme und seine Präsentation passten perfekt zum Song.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.