Berliner Philharmoniker führen Komposition von Posaunisten des Lech-Wertach-Orchesters auf

Der 24. Mai wird ein ganz besonderer Tag im Leben des 18-jährigen Schülers Felix Linsmeier aus Bobingen, denn seine Komposition mit dem lautmalerischen Titel „fümmsböwörötääzääUu“ wird dann von den Berliner Philharmonikern in deren Kammermusiksaal uraufgeführt.

Der Posaunist und Arrangeur des Lech-Wertach-Orchesters wird zur Uraufführung nach Berlin eingeladen und darf für zwei Tage bei den Proben des preisgekrönten Orchesters mitwirken.
Hintergrund dazu ist ein Wettbewerb der Jugendkompositionswerkstatt OPUS ONE - junge Musiker hatten hier die Möglichkeit, ihre eigene Partitur einzuschicken, welche von einer Jury, bestehend aus vier Berliner Philharmonikern, bewertet wurde. Felix konnte sich mit drei weiteren Jugendlichen gegen die Konkurrenz durchsetzen, deren Kompositionen ebenfalls am 24. Mai in Berlin zu hören sind. Dem jungen Bobinger, der kurz vor dem Abitur steht, wird somit die Ehre zuteil, dass eines der weltweit führenden Sinfonieorchester seine musikalische Idee umsetzt.
Das Komponieren klassischer Stücke ist nicht gerade das, was man als ein gewöhnliches Hobby für einen 18-Jährigen im 21. Jahrhundert bezeichnen würde. So gelang Felix auch eher auf Umwegen zu dieser Leidenschaft; mit vier Jahren begann er mit dem Klavierspielen und stieg mit sieben auf sein Wunschinstrument Posaune um. Dabei haben seine Eltern stets vermieden, Druck auf ihn aufzubauen - im Gegenteil: Felix schätzt sich glücklich, seine eigenen musikalischen Wege gegangen zu sein. Mit 13 Jahren hatte Felix noch immer wenig mit klassischer Musik am Hut; als er jedoch seine Lieblings-Heavy-Metal-Lieder auf dem Klavier nachspielen wollte, entdeckte er sein Interesse und seine Begabung für Harmonielehre und Musiktheorie. Über verschiedene musikalische Projekte als Arrangeur für das Blechbläserensemble des Lech-Wertach-Orchesters sowie das Orchester selbst, wozu ihn auch Dirigent Wolfgang Scherer stets ermutigte, begann er schließlich damit, eigene Stücke zu komponieren.
Die Frage, ob bei der Wahl seines Titels „fümmsböwörötääzääUu“ wahllos auf die Tasten seines Computers getippt wurde, ist zu verneinen. Felix hat für seine Komposition das dadaistische Lautgedicht „Die Ursonate“ von Kurt Schwitters als Inspiration verwendet, welches er im Deutschunterricht der 11. Klasse durchgenommen hatte und dabei versucht die Silben zu vertonen. Das Ergebnis: ein 7-minütiges Klavierquartett für Geige, Bratsche, Cello und Klavier, welches die Jury überzeugen konnte.
Felix ist absolut überwältigt von seinem Erfolg: „Das ist einfach unbegreiflich für mich, so richtig kann ich es erst glauben, wenn ich in Berlin bin. Eine eigene Komposition, uraufgeführt durch Musiker des besten Orchesters der Welt – davon kann man doch nicht einmal träumen“. (PM)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.