Bertold Brecht als Opern-Kenner

Als Seeräuber-Jenny begeisterte Isabell Münsch das Königsbrunner Publikum. Foto: Stöbich


Bereits zum vierten Mal bot das Kulturbüro Königsbrunn im Rahmen des Augsburg Brecht-Festivals eine Veranstaltung zum Thema an. "Wir sind die einzige Außenstelle und die Brecht-Liebhaber im südlichen Landkreis können wenigstens eine Veranstaltung ganz in ihrer Nähe besuchen", sagte Kulturbüro-Chefin Ursula Off-Melcher.

Der große Zuspruch und die anwesenden Stadträte bestätigten das Interesse an der Veranstaltung.

Nachdem die Vorträge in den vergangenen Jahren sich unter anderem mit dem Frauenliebhaber Bertold Brecht befasst hatten, stellte Dr. Jürgen Hillesheim nun die Frage, ob Brecht denn auch Opernfan war. Er war nicht nur mit der Opernsängerin Marianne Zoff verheiratet, sondern besaß auch ein umfangreiches Wissen zur Musik.

1953 entstand das Drama "Turandot" oder "Der Kongreß der Weißwäscher", eines seiner letzten Theaterstücke. Puccinis Oper Turandot wurde 1926 in Deutschland uraufgeführt. Der Brechtforscher stellte die Sklavin Liú aus Puccinis Oper und den jungen Genossen aus dem Lehrstück "Die Maßnahme" von Brecht sehr ausführlich dar. Kurt Weill hatte die Musik zu seinem Stück komponiert.

Wie stets, hatte Brecht auch diesmal seine Quellen nicht genannt, doch ist die ähnliche Situation Liús und des jungen Genossen ist unübersehbar: Beide sind lebensuntauglich. Den wissenschaftlichen Vortrag des Leiters der Brecht-Forschungsstätte in Augsburg umrahmten die Sopranistin Isabell Münsch und Geoffrey Abbot am Klavier.

Gerade der Wechsel zwischen Vortrag und Musik machte den Abend reizvoll. Isabell Münsch erhielt mehrfach Bravorufe und begeisterte die Brecht-Szene nicht nur mit der obligaten Seeräuber-Jenny, sondern auch Arien aus Puccinis Turandot, die Jürgen Hillesheim zum Thema auswählte. (stö)
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