Bürger bangen um das Lechfeld

Gegen den zunehmenden Flächenverbrauch demonstrierten rund 100 Bürger. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Demonstranten befürchten Ballung von Gewerbegebieten
Peter Stöbich
Königsbrunn/Mering. Zahlreiche Bürger aus Königsbrunn und Mering befürchten, dass immer mehr Flächen versiegelt werden und so die Erholungsfunktion der Landschaft verloren geht. Alwin Jung, Mitglied der Grünen-Stadtratsfraktion in Königsbrunn, stellt fest: "Wir müssen ortsübergreifend dafür sorgen, dass unsere Region nicht noch mehr zum Negativen verändert wird!" Gemeinsam mit rund hundert Mitgliedern vom Bund Naturschutz und dem Aktionsbündnis gegen die Osttangente nahm Jung an einer Demonstration in Mering teil, die sich gegen die geplante Ansiedlung des Logistik-Unternehmen Honold aus Neu-Ulm richtete. Es hat 22 Standorte und rund 1.200 Mitarbeiter und ist nach eigenen Angaben führend im Bereich der Reifen-Logistik, Luftfahrt-und Militär-Logistik sowie High Tech-Logistik in Süddeutschland. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler hofft, wenn kommendes Frühjahr der Spatenstich für ein großes Gewerbegebiet nördlich der Friedenaustraße neben der Bahnlinie möglich wäre, könnten bis zu 150 hochwertige Arbeitsplätze entstehen. Die Marktgemeinde hofft auf sechsstellige Gewerbesteuer-Einnahmen pro Jahr.
Doch die Gegner eines mehrere Hektar großen Industriegebiets melden erhebliche Bedenken an. Nach ihrer Ansicht braucht man keine Flächen für einen großen Logistiker, sondern klein- und mittelständische Betriebe aus den Bereichen Handwerk und innovativer Technologien. „Die Ausweisung des Gewerbegebiets an dieser Stelle ist der Anfang vom Ende von Mering als attraktivem Wohnort“, stellt Petra von Thienen fest, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Marktgemeinderat.
Das Projekt habe mit nachhaltiger Entwicklung nichts zu tun, sein Kosten-/Nutzenverhältnis sei sehr zweifelhaft. Zudem stellt sie einen Zusammenhang mit der geplanten Osttangente her und fürchtet, dass sich in der Region künftig ein Gewerbegebiet ans andere reihen wird.
Den erhofften Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer müsse man die Investitionskosten in Milionenhöhe gegenüberstellen, so Thienen: "Bisher existiert keine plausible Gewinn- und Verlustplanung." Aus Sicht von Grünen und ÖDP müsse zukunftsfähige Wirtschaftsförderung anders aussehen, wie Beispiele aus anderen Kommunen zeigten.
Die Auslegung des Bebauungsplans zum Industriegebiet endet am 11. Dezember. Am 21. Dezember um 19.30 wird das Thema in einer öffentlichen Sitzung des Meringer Gemeinderats nochmals diskutiert.
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