Ferienprogramm Königsbrunn: So mühsam war das Leben früher

BU: Erinnerungsstücke der Siebenbürger zeigt Gabriel Albrecht. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Wie unsere Vorfahren gelebt, gearbeitet und gefeiert haben, darüber konnten sich Königsbrunner Kinder im Rahmen der Ferienpass-Aktion informieren. Ihr Besuch im Lechfeldmuseum war eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit, denn viele tausend Ausstellungsstücke machen anschaulich, dass das Leben ohne die Errungenschaften der modernene Technik früher sehr anstrengend war. Wie im Zeitraffer kann man in den Museumsräumen an der Schwabenstrasse Heimatkunde erleben; unter anderem konnten die Mädchen und Buben Kücheneinrichtungen, bäuerliche Arbeitsgeräte und Handwerkskunst oder Trachten bestaunen.
Die Sammlung besteht hauptsächlich aus Objekten,die den bäuerlichen Alltag der Gründungssiedler, die Wohnverhältnisse und die Kleidung der früheren Bewohner des Lechfeldes anschaulich machen. Besonders interessant für die Kinder waren unter anderem das alte Spielzeug, darunter eine der ersten Käthe-Kruse-Puppen. sowie komplett eingerichtete Puppenstuben. Eindrucksvoll auch eine vollständig eingerichtete Schulstube mit Schiefertafel und Bänken aus den Jahren, in denen die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde.
Sonntagskleider und Trachten signalisierten früher Herkunft und Stand. Festtagsgewänder konnten damals aber nur bedingt gewaschen werden und wurden daher gelegentlich zum Domizil für Ungeziefer. Aber mit einer originellen Flohfalle haben unsere Vorfahren auch hier ihren Erfindergeist unter Beweis gestellt. In einer original eingerichteten Wohn- und Schlafstube präsentiert sich das Museum so realistisch, als ob jeden Moment die Bäuerin aus dem 19. Jahrhunderts eintreten würde.
An den Wänden hängen kunstvolle Trachten und große Landkarten. In den Vitrinen findet man beispielsweise ein „Powidlsieb“, mit dem die Egerländer Pflaumenmus hergestellt haben. Oder Pfännchen für Küchlein, sogenannte Liwansen. Auch alte Dokumente, Fotos, Gläser und sakrale Kunst haben die Vertriebenen aus ihrer Heimat gerettet. Im Siebenbürger Raum findet man die typisch blau-weißen Krüge und kunstvoll bestickte Kirchenmäntel aus weißem Schafsleder.
Ein Großteil unserer Vorfahren arbeitete in der Landwirtschaft. Der Zusammenhang von Arbeit und Broterwerb war unmittelbar erlernbar. Säen, Pflegen und Ernten bildeten die prägenden Elemente des täglichen Lebens. Die Erfahrung der harten Arbeit, aber auch "Bauernschläue" ließen immer perfektere Wagen, Pflüge und Werkzeuge entstehen. Wer kein Ackerland hatte, widmete sich einem Handwerk. Wie mühsam und gleichzeitig perfekt Schuster, Schneider und Wagner früher gearbeitet haben, auch das ist im Königsbrunner Museum zu sehen.
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