Grenzen des Königsbrunner Kulturbüros sind erreicht

Eine eindrucksvolle Bilanz präsentierte Kulturbüro-Chefin Ursula Off-Melcher. Foto: Stöbich

Viel Lob gab es in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses für die Arbeit des Königsbrunner Kulturbüros – aber auch die Erkenntnis, dass die Mitarbeiterinnen kaum noch freie Kapazitäten haben. „Deshalb können wir zum Beispiel keine Aufgaben mehr zur Vorbereitung des Jubiläumsjahrs 2017 übernehmen“, sagte die Leiterin Ursula Off-Melcher; dann wird Königsbrunn mit einem großen Festprogramm die Stadterhebung vor 50 Jahren feiern. In ihrem Bericht schilderte sie den Ausschussmitgliedern die hohe Arbeitsbelastung für Ferienprogramm, Museen, Stadtbücherei, Volkshochschule und vieles mehr.

Um das Angebot vom Bücherfrühling über Klassik für Kinder bis zum Biergartensommer können andere Kommunen die Königsbrunner nur beneiden. Möglich wird das Programm mit etwa 100 Veranstaltungen pro Jahr durch die intensive Zusammenarbeit mit zahlreichen Netzwerkpartnern auch über die Stadtgrenzen hinaus: Die Augsburger Universität, das Begegnungsland Lech-Wertach, Schulen, Vereine und viele andere sind mit im Boot, um ein attraktives Bildungs- und Kulturangebot für alle Alters- und Interessengruppen zu realisieren.
Auch fürs neue Jahr stehen schon wieder Dutzende von Veranstaltungen fest, vom Neujahrskonzert über ein Fest der Kulturen und den Kinosommer bis zur Jugendkulturwoche und zum Archivherbst. Den hohen Aufwand dokumentierte Melcher mit einer ausführlichen Statistik: Über 1200 Arbeitsstunden wurden dieses Jahr allein in das größte Ferienprogramm im Landkreis investiert, an dem 660 Kinder und Jugendliche teilnahmen. Weil zum Kulturbüro auch noch die Museen sowie Stadtbücherei und Volkshochschule gehören, wird die Leiterin tatkräftig unterstützt von Ramona Frodl, Heidi Mayr, Jessica Nowak sowie ehrenamtlichen Helfern. Wichtig ist dabei auch das Stadtmarketing samt Pressearbeit, Plakatgestaltung und der Teilnahme an Messen.

„Dazu kommen außerdem noch der Kartenvorverkauf auch für Veranstaltungen in ganz Deutschland sowie zusätzliche Aufgaben als Bürgerbüro“, stellte Melcher fest. Denn viele Besucher und Touristen nutzen für ihre Anliegen und Fragen das Kulturbüro als Anlaufstelle und Informationszentrale. Dann müssen die Mitarbeiterinnen jedes Mal ihre aktuelle Arbeit unterbrechen und die Kunden an der Theke bedienen.

Dass die derzeitigen Bedingungen nicht optimal sind, ist Bürgermeister Franz Feigl zwar bewusst. Er wies in der Diskussion aber auf die schwierige Haushaltssituation hin und eventuelle Wünsche nach einer Personalaufstockung zurück: „Lieber sollten wir uns Gedanken machen, wie man in Zukunft Synergien besser nutzen kann!“ Wolfgang Petzsch (SPD) sagte, es komme in erster Linie darauf an, was der Stadtrat wolle; entsprechend müsse das Kulturbüro dann ausgestattet werden.
„Es wäre falsch, Veranstaltungen zu streichen“, so Kulturreferent Christian Toth (CSU). Er lobte die Arbeit des Kulturbüros ebenso wie Alwin Jung (Grüne), der Referent für Stadtentwicklung. „Das Büro ist das Schaufenster unserer Stadt“, betonte er und forderte eine rasche Lösung, um die Mitarbeiterinnen zu entlasten.

Von Peter Stöbich
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