Großer Erfolg mit kleinen Stars

Zwerg Nase kommt ins Königsbrunner Jugendzentrum. Foto. Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Moussong-Figurentheater gastiert im Jugendzentrum

Peter Stöbich
Königsbrunn. Das hässliche Entlein und der gestiefelte Kater, der kleine Muck und Antonia Putzmacher - mit diesen und vielen anderen Fantasiefiguren faszinieren Kerstin und Sven Tömösy-Moussong schon seit mehr als 25 Jahren große und kleine Zuschauer. Mit ihrem Wandertheater sind sie von Stadtbergen aus fast das ganze Jahr in Bayern und Schwaben unterwegs, doch seine bezaubernde Bühnenkunst hat das Paar auch schon bis nach Frankreich und Italien geführt. Es kommt auf Einladung des Vereins "Kultur lebt in Königsbrunn" am Samstag, 9. Dezember, ins Jugendzentrum "Matrix" am Alten Postweg. Dort wird um 15 Uhr für Kinder ab fünf Jahren das Märchen vom Zwerg Nase gezeigt; Karten für diese Aufführung gibt es beim Kulturbüro Königsbrunn (Telefon 08231/606 260).
Als Kind werkelte Sven stundenlang allein vor sich hin und steckte mit seiner Begeisterung die Eltern an. So durfte er an seinem zwölften Geburtstag von Hessen aus zur Augsburger Puppenkiste reisen. „Ich hatte in dieser Zeit ein kleines Kellertheater und inspiriert von einer Anatevka-Aufführung in der Hanauer Stadthalle spielte ich mit all meinen selbstgebauten und gekauften Figuren stundenlang den Auszug aus Anatevka.“
Doch so geradlinig, wie im Rückblick der Weg zum professionellen Puppenspieler zu sein scheint, war er keineswegs. Denn nach Abitur und Bundeswehr wollte Sven erst einmal fest angestellt mitarbeiten und leitete die Holzwerkstatt bei der Augsburger Puppenkiste. Auf viele Fragen versuchte der 20-jährige Antwort zu finden: „Als Hobby wird so etwas gern gesehen, aber als Beruf? Was kann ich eigentlich? Ist man gut genug?“
1987 begann er Kunsterziehung, Kunstgeschichte und Italienisch zu studieren, um Lehrer zu werden, baute mit einem Freund das Figurentheater Augsburg auf und nahm regelmäßig Sprecherziehungsunterricht. Schließlich wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und gab seinem 1991 gegründeten Theater drei Jahre lang eine Chance. „Hätte es dann nicht geklappt, hätte ich diesen Berufstraum aufgegeben.“
Doch wie so oft, wenn man etwas mit viel Herzblut und Leidenschaft anpackt, wurde aus dem Wunschtraum schließlich sein Traumberuf: Am 11. November 1991 fand im kleinen Goldenen Saal in Augsburg die Premiere mit „Geschichten aus dem Märchenschrank“ statt. Wenig später stieß seine Partnerin Kerstin dazu. Bei ihren Aufführungen sind die beiden für das Publikum sichtbar und überraschen es mit originellen Verwandlungen auf offener Bühne.
Zum Beispiel wird in „Zwerg Nase“ aus alten Obstkisten eine Stadtsilhouette geschaffen, in deren Spielverlauf sich die goldene Kuppel in einen dicken Herzog verwandelt. Der wird nicht nur sinnbildlich von einem großen Wächtersoldaten getragen: Der Wächter ist Figur, Bühne und Objekt zugleich. Die Gestaltung und Auswahl des Bühnenbildes und der Figuren wird so zur bildnerischen Umsetzung eines Stückes.
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