Innovative Möbel aus Königsbrunn

Thomas Poddey und Julian Baeßler haben Möbel entwickelt, für die man kein Werkzeug benötigt. Foto: Stöbich

Auf der Erfolgsspur befinden sich findige Jungunternehmer mit einer originellen Idee: Mit Möbeln, die von Magneten statt Scharnieren zusammengehalten werden, haben die Königsbrunner kürzlich beim Internationalen Design-Festival in Berlin gewonnen.

Den Frust von Thomas Poddey und seinen Freunden kennen vermutlich alle, die schon mal umgezogen sind: Die meisten Möbel überleben einen Umzug, dann ist eine Neuanschaffung fällig. Der Königsbrunner und seine Freunde haben für dieses Problem eine Lösung entwickelt, für die sie bereits mehrere Auszeichnungen bekamen: Statt mit Scharnieren, die ausleiern können, arbeiten sie mit Magneten.

"Wir entwickeln unsere Möbel selbst und lassen sie von erfahrenen Meisterbetrieben aus der Region produzieren", sagen Poddey und Julian Baeßler. Die beiden Geschäftsführer sind 27 Jahre jung, können aber schon erste Erfolge verbuchen: Bei einem Geschäftsplan-Wettbewerb haben sie für ihr Konzept 1000 Euro Preisgeld bekommen.

Der Clou an ihrer Idee ist, dass zehn mal zehn Millimeter große Magnete quasi nicht an Wirkung verlieren und ganz neue Möglichkeiten bieten. "Die einzelnen Teile unserer Möbel lassen sich beliebig herausnehmen und anderweitig nutzen", sagt Poddey. "Zum Beispiel der Regaleinsatz als Hocker - dazu ist nicht mal Werkzeug nötig." Praxistests hätten gezeigt, dass so ein Regaleinsatz mindestens 50 Kilogramm aushalte.

Ihr Unternehmen haben die Königsbrunner "Puzzles Living" genannt. Die Möbel lassen sich nach Belieben modular erweitern oder neu zusammenstellen: nebeneinander, übereinander, um 45 oder 90 Grad gedreht, leicht versetzt. "Dadurch ergeben sich fast unendlich viele Möglichkeiten", erläutern die Jungunternehmer, die mit einem Königsbrunner Schreiner zusammenarbeiten.

Die Regale stecken voller Finessen, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Man kann die Holzwürfel an bestimmten Positionen einfach in den Rahmen halten und sie sind wie von Zauberhand fixiert. Magnete in den Seitenwänden sorgen für eine zusätzliche Stabilisierung.

Die Verbindung ist beim Patentamt mit einem Gebrauchsmuster geschützt. Auf ihre ungewöhnliche Idee sind sie während der Studienzeit eher zufällig gekommen. Baeßler: "Bei Umzügen haben wir uns darüber geärgert, dass die Möbel schon nach dem zweiten Aufbau ausleierten. Wir haben dann zunächst ein Bett mit einer verschleißfreien Magnetsteckverbindung entwickelt und im Laufe der Zeit festgestellt, dass sich diese und ähnliche Verbindungen auch sehr gut für individualisierbare Möbelsysteme eignen."

Die beiden Geschäftsführer sind derzeit in Personalunion auch für Lager und Logistik, Marketing und Vertrieb zuständig, hoffen aber, dass "Puzzles" bald Aufschwung nimmt und in eigene Firmenräume umziehen kann.

Zu den Produkten gehören auch eine Pinnwand mit flexiblem Holzgitter, die man im Büro ebenso wie in der Küche nutzen kann, oder ein Bett namens "Genesis", das sich in wenigen Minuten ganz ohne Werkzeug aufbauen lässt.

Bei den Produkten soll der Fokus weiterhin auf Möbeln liegen, die sich gut kombinieren oder umfunktionieren lassen. Demnächst soll eines ihrer Regalsysteme in der Form auf den Markt kommen, dass man aus den Würfeln und Platten dann Couchtische, Sideboards und Lowboards bauen kann. Spätestens Mitte 2017 soll sich das Projekt nach dem Willen der Königsbrunner komplett alleine tragen.
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