Königsbrunn: Festlicher Start ins Jubiläumsjahr

Bürgermeister Franz Feigl konnte beim Festakt mehrere hundert Gäste aus dem ganzen Landkreis willkommen heißen. Foto: Peter Stöbich


Mit vielen Hundert Gästen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen ist Königsbrunn ins Doppel-Jubiläumsjahr gestartet, in dem sowohl die Gemeindegründung vor 175 Jahren als auch die Erhebung zur Stadt vor einem halben Jahrhundert begangen werden. In der Willi-Oppenländer-Halle trafen sich vergangenes Wochenende zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens zu einem mehrstündigen Festakt, für den die Stadtverwaltung keine Kosten gescheut hatte: Bis Mitternacht gab es Ansprachen, Theatereinlagen sowie Live-Musik und ein opulentes Buffet.

Bei der Begrüßung der Gäste aus dem ganzen Landkreis zeigte sich Bürgermeister Franz Feigl gut gelaunt und bezeichnete unter anderem die Vertreter der örtlichen Banken als Raubritter. Dann folgte ein unterhaltsames Programm mit Bezirksheimatpfleger Peter Fassl als Hauptredner; dabei erfuhren die Zuhörer manch Amüsantes und Interessantes über den Ort. Nach dem historischen Vortrag beleuchtete Bobingens Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard die Ereignisse humorvoll aus Sicht der Nachbarkommune: Als Bobinger Büble und in schwäbischer Mundart konnte sie über die Kolonisten nur den Kopf schütteln. Kurz vor Mitternacht gaben sich noch die diesjährigen Tollitäten Verena III. und Tobias III. mit ihrem Hofstaat, der Showtanzgruppe des CCK, die Ehre.

Die ersten Siedler hatten sich niedergelassen, als die Regierung König Ludwigs I. die Poststraße von Augsburg nach Landsberg ausbauen und an ihr zwei Brunnen schlagen ließ. Diese "Königsbrunnen" labten ab 1833 nicht nur Reisende, sondern zogen auch Siedler an.

Hartnäckige Siedler, die mit wenig Geld eine Existenz aufbauen wollten, machten - ganz im Interesse der Regierung - den unwirtlichen Landstrich urbar. Ende 1839 lebten dort 27 Familien. Die fühlten sich von der Obrigkeit in Bobingen und Schwabmünchen behindert. An Neujahr 1840 schrieben sie der königlichen Regierung und baten um die "gnädigste Erhebung der besagten Ansiedlung zu einer eigenen Gemeinde".

In dem Buch "Königsbrunn - die Stadt auf dem Lechfeld", hat der inzwischen pensionierte Justiziar der Stadt Königsbrunn, Albert Teichner, 1984 das nun folgende Tauziehen dokumentiert. Vertreter der umliegenden Gemeinden befürchteten, die Siedler würden alle scheitern und nur Kosten verursachen. Die konterten eins ums andere Mal die Vorhaltungen, organisierten einen Schullehrer und einen Raum für den Unterricht, versicherten, sie würden sich gegenseitig stützen.

Und sie schufen Fakten: Ende 1841 lebten über 90 Familien, rund 400 Personen, in der Kolonie Königsbrunn. Schließlich bewilligte am 4. Januar 1842 König Ludwig I. "allergnädigst" ihre Bitte. In den nun folgenden Verhandlungen um die Gemeindegrenzen blieben die frischgebackenen Königsbrunner ebenso hartnäckig. Trotz Ausfällen bei den Ernten und widriger Bedingungen kamen stetig weitere Siedler. 1871 waren etwa 1400 Einwohner erfasst.

Die Feierlichkeiten gehen am 28. April ebenfalls in der Oppenländer-Halle weiter - genau 50 Jahre, nachdem die Stadterhebung in München verfügt wurde; dazu werden auch Vertreter der Landesregierung erwartet. Schon zuvor soll die Chronik "Königsbrunn und seine Vereine" veröffentlicht werden. Auf über 200 Seiten stellen die Organisationen ihren Werdegang und ihre aktuellen Aktivitäten vor. Die Verantwortlichen im Rathaus hoffen, dass 2017 viele Vereine und Gruppen ihre Veranstaltungen auch unter den Vorzeichen des Doppeljubiläums organisieren.

Am 2. Juli, dem letzten Volksfest-Wochenende, wird die Stadt einen Festzug zum Stadtjubiläum organisieren. Ein weiterer Höhepunkt soll heuer auch die Neuauflage des Königs-Festivals sein: Auf der Open-Air-Bühne vor dem Infopavillon sind in der Zeit vom 13. bis 16. Juli vielfältige Shows geboten. (Peter Stöbich )
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