Königsbrunner Spaßbad zu verkaufen

Die Königstherme hat geschlossen, um eine Entscheidung des Königsbrunner Stadtrats abzuwarten. Investoren sollen Interesse an einer Übernahme haben.

Mehr als 30 Jahre ist die Königstherme alt. Doch das Spaßbad hat wenig Grund zu feiern. Die dringend nötigen Sanierungen könne das Unternehmen aus Eintrittsgeldern allein nicht stemmen. So ist es auf der Internetseite des Bades www.koenigstherme.de zu lesen. Und etwa 20 Mitarbeiter des Bades haben beim Arbeitsgericht Augsburg sogenannte Vergütungsklagen eingereicht. Sie wollen ihren ausstehenden Lohn für Juni, zum Teil auch für Mai.

Das Bad hat bis einschließlich 30. Juli Betriebsferien - um abzuwarten. Die Königstherme hat der Stadt angeboten, das Freizeitbad als Eigentum zu übernehmen. Am 28. Juli soll der Stadtrat darüber entscheiden. So lange bleibt das Freizeitbad dicht.

Vergangene Woche meldete sich die Stadt in einer Pressemitteilung zu Wort, nachdem der "interfraktionelle" Arbeitskreis Königstherme das Angebot unter die Lupe genommen hatte. Mit dabei war auch ein Gutachter. So liegen laut Stadt Königsbrunn seit knapp sieben Wochen erste prüfbare Vorschläge der Deyle-Gruppe vor. Da es sich hier um Gesamtinvestitionen von 14 bis 16 Millionen Euro handle, könne darüber "nicht ohne genauere Prüfung, fachmännische Beratung und Begutachtung entschieden werden". Die Stadt müsse vor allem prüfen, wie sorgfältig die Geschäftsführung der Königstherme mit den aus den Eintrittsgeldern erwirtschafteten Geldern, "die ja der Erneuerung und Erhaltung des Betriebszustandes dienen, umgegangen ist und Erhaltungsmaßnahmen und Erneuerungen durchgeführt hat". Fakt sei, dass ein "riesiger Reparaturstau" vorhanden ist. Und: "Den von der Stadt erwarteten 14 bis 16 Millionen Euro stehen, abgesehen von einigen Planungsleistungen, keine eigenen Leistungen der Deyle-Gruppe gegenüber". Deshalb sei die Stadt verpflichtet, sehr gründlich vorzugehen und die vielen Fragen sorgfältig zu prüfen.

Am Wochenende kam ein Dritter ins Spiel: Medienberichten zufolge soll eine Gruppe von Investoren Interesse haben, das Bad zu kaufen und mit einem neuen Konzept weiter zu betreiben. Sprecher der Gruppe ist Friedrich Wohlfarth junior, Sohn des ehemaligen Königsbrunner Bürgermeisters Fritz Wohlfarth. Diese Lösung würde die Stadt nichts kosten, auch gebe es weiterhin Vergünstigungen für die Königsbrunner. Kontakt habe Wohlfarth bereits zu Uwe Deyle aufgenommen, ebenso zu Fraktionen im Königsbrunner Stadtrat. Eine Antwort habe Wohlfarth noch nicht erhalten.
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