Linie 3 zwischen Königsbrunn und Augsburg: Stadtwerke rechnen mit höheren Kosten

Hier geht es lang: Bis die Linie 3 Richtung Königsbrunn verkehrt, dauert es noch mindestens fünf Jahre. (Foto: Stadtwerke)

Die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn wird mehr kosten, als zunächst geschätzt. Um bis zu 40 Prozent weichen die neuen Zahlen von jenen der Ausgangsstudie ab. Von einer Verteuerung wollen die Stadtwerke jedoch nicht sprechen.

4,6 Kilometer weiter als bisher soll die Linie 3 einmal fahren. Von Haunstetten West bis ins Königsbrunner Zentrum. Sieben neue Haltestellen wird sie dann ansteuern, wenn sie im 15-Minuten-Takt laut Stadtwerke-Schätzung rund 10.000 Fahrgäste am Tag befördert. Eine halbe Stunde werden die Trams von Innenstadt zu Innenstadt brauchen. Schon in drei Jahren könnte es – so alles ideal läuft – soweit sein.

Das wird mehr kosten als bisher angenommen. Das haben die Stadtwerke nun publik gemacht. Neueste Schätzungen ergeben eine Bausumme, die in einem Rahmen von bis zu 40 Prozent größer ist, als der bisherige Ausgangswert von 34 Millionen Euro. Die Stadtwerke arbeiten laut eigener Aussage mit Hochdruck an einer präziseren Schätzung.

„Diese erste Zahl fußt jedoch auf einer groben Schätzung“, sagt Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg auf Nachfrage. Die Angabe aus einer Machbarkeitsstudie, ohne jedwede Planung. Ein Dilemma nennt das OB Kurt Gribl: Einerseits solle man in einer so frühen Projektphase bereits Zahlen nennen, werde dann aber darauf festgenagelt.

Bis zu 47,6 Millionen könnte das Vorhaben also letztlich verschlingen. Das sei „sicherlich nicht das Ende“, schätzt Fergg jedoch. Durch jährliche Baukostensteigerungen etwa könnten weitere Kosten auf das Kommunalunternehmen zukommen. Einen entsprechenden Puffer einzurechnen, hält Fergg allerdings für „unseriös“.

Immerhin: Auch der Förderbetrag durch Bund und Land steigt mit den Mehrkosten. 83 Prozent staatliche Zuschüsse sind für das Projekt eingeplant. Demnächst reichen die Stadtwerke die Planfeststellungsunterlagen bei der Regierung von Schwaben ein. Ein bis eineinhalb Jahre werde das Verfahren laut Fergg dauern, bei dem Behörden, Organisationen oder Anwohner Stellung zu den Plänen beziehen können. Möglicherweise kann dann bereits mit dem Bau begonnen werden, für den die Stadtwerke zwei Jahre Dauer angesetzt haben.

Einen Zwist gibt es bislang lediglich um die Haltestelle Brahmsstraße. Anrainer übergaben eine Unterschriftenliste an die Stadtwerke, mit der sie aus Lärmschutzgründen eine Verlagerung des Stopps fordern. (lib)
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