Mit viel Energie zum großen Ziel - Verein "Sowas" feiert 10-Jähriges

Den Verein für erneuerbare Energien gibt es seit zehn Jahren Photo: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Seit zehn Jahren gibt es den gemeinnützigen Verein "Sowas"

Königsbrunn. Sein zehnjähriges Bestehen feiert der gemeinnützige Verein "Sonnenw(a)ende Augsburg Süd" (SOWAS), dessen Mitglieder sich mit vielfältigen Aktionen für erneuerbare Energien einsetzen. Vorsitzender Peter Braumandl, Architekt in Königsbrunn, und sein Team haben in den vergangenen Jahren mit Ausstellungen sowie Film- und Vortragsreihen konsequent ihr gemeinsames Ziel verfolgt: "Wir streben eine Wende in der Politik und im öffentlichen Bewusstsein um regenerative Energien in der Region Augsburg an", sagt Braumandl. Auch bei uns könne die benötigte Energie langfristig selbst erzeugt werden.
Der 62-Jährige leitet den von ihm gegründeten Verein zwar mit kleinem Budget, aber umso größerem Idealismus. So organisiert er in Königsbrunn einen monatlichen Solar-Stammtisch, veranstaltet Informationsfahrten und Vortragsabende und knüpft ein Netzwerk mit allen, die das gleiche Ziel verfolgen, seien es Umweltschutzorganisationen, Kommunen oder Einzelpersonen. Oberstes Gebot dabei: "Wir arbeiten unabhängig von Politik, Wirtschaft oder Lobby-Gruppen."
Dieser Umstand erleichtert die ehrenamtliche Tätigkeit nicht, auch wenn steigende Benzin- und Ölpreise oder der Klimawandel von Zeit zu Zeit die Schlagzeilen beherrschen. Doch auch als Einzelner kann man einiges bewegen, wie das Beispiel zahlreicher Häuslebauer und -besitzer im Landkreis Augsburg zeigt. Solche Initiativen machen den Vereinsmitgliedern Mut, ihre lokale Arbeit fortzusetzen, damit sie gemeinsam mit vielen anderen Menschen globale Veränderungen bewirken können. Zwar reißt Peter Braumandl manchmal der Geduldsfaden, "doch das große Ziel lässt sich nur mit kleinen Schritten erreichen". So könne jeder einzelne Haushalt sparen, betont Braumandl, der als Energiemanager Privatleute sowie kleine und mittelständische Unternehmen berät. "Heizungsanlage optimieren, Energiesparlampen einsetzen, Standby-Geräte bei Nichtgebrauch vom Netz nehmen", lauten seine Tipps. Bei Modernisierungen und erst recht bei Neubauten, solle man bewusst in die Zukunft investieren und sich für den Standard von "Passivhaus" oder "Plusenergiehaus" entscheiden.
Die Natur liefere Energie ohne Ende, sei es aus Biomasse, Erdwärme, Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft: "Im Grunde ist Wasserkraft nichts anderes als gespeicherte Sonnenenergie, denn der Wasserkreislauf der Erde wird durch die Sonne in Gang gehalten." Bayern habe aufgrund seiner Landschaftsstruktur beste Voraussetzungen zur Nutzung der Wasserkraft.
Braumandl: "Die auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie beträgt etwa das Zehntausendfache des aktuellen menschlichen Energiebedarfs. Erdwärme und Gezeitenkraft liefern relativ dazu geringere, aber immer noch hohe Beiträge." Rein physikalisch betrachtet stehe damit mehr Energie zur Verfügung, als in absehbarer Zukunft gebraucht wird.
Was Bürger gemeinsam erreichen können, zeigt das Beispiel der "Stromrebellen" aus Schönau im Schwarzwald: Dort haben rund 650 Gesellschafter die bürgereigenen Elektrizitätswerke EWS gegründet und für ihren Erfolg den Eurosolarpreis bekommen.
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