Mobbing mit moderner Technik

Königsbrunn : Königsbrunn | Polizei-Experte informiert Eltern über aktuelle Probleme
Peter Stöbich
Königsbrunn. Im Rahmen des Arbeitskreises „Königsbrunner Projekt“, zu dem Schulen, Jugendzentrum und Kulturbüro gehören, wurde festgestellt, dass Informationen zum Thema "Cybermobbing" und zum verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken äußerst wichtig sind. Denn im Unterricht ist es oft sogar erwünscht, dass Jugendliche im Internet nach Informationen suchen. Wo ist aber eine vernünftige Grenze zu ziehen?
Darüber wird Klaus Kratzer von der Kriminalpolizei Augsburg bei einem Abend im Königsbrunner Jugendzentrum Matrix sprechen. Eingeladen sind alle interessierten Eltern, Beginn ist am 30. Januar um 20 Uhr. Eintrittskarten sind ab 9. Januar unter anderem im Kulturbüro erhältlich.
"Cybermobbing weist im Grunde die gleichen Tatumstände auf wie das klassische Mobbing, es bedient sich lediglich anderer Methoden und moderner Medien", sagt Kratzer. Die Täter nutzen Internet- und Mobiltelefondienste zum Bloßstellen und Schikanieren ihrer Opfer. Dazu zählen E-Mail, Mikrobloggs, Chatrooms, Video- und Fotoplattformen, Websites und andere Anwendungen.
Die multimediale Ausstattung der Mobiltelefone gibt jungen Menschen leicht nutzbare Technologien an die Hand, um ihre Opfer mit Anrufen oder SMS zu tyrannisieren. Viele Jugendliche trauen sich in der scheinbar anonymen virtuellen Welt eher, eigene Angriffe gegen andere Menschen zu starten, sie zu beleidigen oder bloßzustellen. Dabei gibt es einen fließenden Übergang von Spaß oder Neckereien zur Gewaltausübung.
Kratzer: "Mit Aussagen wie "Das war doch nicht ernst gemeint, das war nur Gaudi" verdeutlichen junge Menschen, dass ihnen häufig das notwendige Unrechtsbewusstsein und die erforderliche Sensibilität für ihr eigenes Handeln fehlen." Beim Cybermobbing können die Täter rund um die Uhr aktiv sein, das heißt, ihre Aktivitäten erfordern keinen direkten Kontakt zum Opfer.
Tausende Menschen können die Taten verfolgen, kommentieren oder unterstützen. Umfang und Auswirkungen der Veröffentlichungen sind nicht zu steuern und nicht überschaubar. Zwischen Täter und Opfer besteht somit ein Machtungleichgewicht, welches der Täter ausnutzt, während das Opfer sozial isoliert wird.
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