Naturmuseum Königsbrunn im Fokus der Uni Augsburg

im Rahmen der Vortragsreihe des Forums der Musealisierung der Universität Augsburg hielt am 21.12.2016 Günther Groß als Vorsitzender des Freundeskreises „Dr. Heinz Fischer Sammlungen“ einen Vortrag mit dem Titel Das Naturmuseum Königsbrunn. Von der wissenschaftlichen Sammlung zum Museum.

Der Referent ging zunächst auf den hohen wissenschaftlichen Wert der Dr. Heinz Fischer Sammlung ein. Dabei führte er aus, dass es Heinz Fischer ein wichtiges Anliegen war, die Öffentlichkeit für die heimische Natur zu interessieren. Laut Groß lebte das von ihm zunächst nach rein wissenschaftlichen Kriterien gestaltete Naturmuseum in Königsbrunn letztlich von der Person Fischers, der bei seinen Führungen durch sein Museum nicht zuletzt aufgrund seiner charismatischen Persönlichkeit die Objekte für die Museumsbesucher lebendig werden ließ. Nach dem Tod von Heinz Fischer verlor das Museum jedoch immer mehr an Interesse, bis im Jahre 2009 Günther Groß den Freundeskreis „Dr. Heinz Fischer Sammlungen“ gründete. Ziel dieses Freundeskreises war es von Anfang an – und dies sicher ganz im Sinne von Heinz Fischer – Teile der Sammlung in einer zeitgemäßen Art zu präsentieren. Das Museum sollte Interesse an der heimischen Natur wecken, in dem es auf mannigfache Weise die „Natur vor der Haustüre Königsbrunns“ erklärt, und dies von der Evolution, d.h. von der Entstehung der Arten über unseren Wald, unsere Wiesen und Heiden bis zum Lech. Groß führte in seinem Referat aus, welche Arbeiten dafür notwendig waren: intensive Gespräche mit Fachleuten aus der Biologie, der Museumspädagogik und nicht zuletzt mit ortsansässigen Lehrern, dazu handwerkliche Planungen bis ins Detail und nicht zuletzt auch der Aufbau eines fachkundigen Museumsteams, das im fertiggestellten Museum die Führungen übernehmen sollte. Bei allen Planungen waren als wichtigste Zielgruppe der zukünftigen Museumsbesucher Kinder und Jugendliche. Sie sollten hier anschaulich uns spielerisch den Wert, und gerade auch den Erlebniswert, heimischer Natur erfahren.

Groß konnte aufgrund zahlreicher Auszeichnungen belegen, dass im Naturmuseum Königsbrunn das Konzept eines zeitgemäßen Museums erfolgreich umgesetzt ist.

Schließlich ging Groß noch kurz auf den Verbleib des größten Teils der Dr. Heinz Fischer Sammlungen, die als bedeutendste Insektensammlung Bayerisch Schwabens gelten kann, ein. Bisher untergebracht im Naturmuseum Augsburg befinden sie sich seit Kurzem in der Zoologischen Staatsammlung München, wo ihr eine adäquate Wertschätzung zu Teil wird. Zudem ist zwischen der Zoologischen Staatsammlung München und dem Naturmuseum Königsbrunn eine enge Kooperation gewährleistet.

In der regen Diskussion mit den sehr zahlreichen Zuhörern wurde noch einmal deutlich, dass gerade auch kleine Museen einen wesentlichen Beitrag zur Museumskultur Bayerns beitragen können. Deutlich wurde auch, dass ehrenamtliches Engagement, das sich der Unterstützung der Kommune und von Fachleuten sicher sein kann, Projekte also wie das Naturmuseum Königsbrunn, für alle Beteiligten zu einer klassischen Win-win-Situation führt.

Dr. Eberhard Pfeuffer
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