Partnerschaft auf Augenhöhe: 20 Jahre Königsbrunn und Rab

Heide Schnell, die Vorsitzende des Partnerschaftsforums, mit einem Bild aus Rab. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft nimmt Königsbrunn gern zum Anlaß, um die freundschaftlichen Bande zu Rab in Kroatien weiter zu festigen. „Lassen Sie uns ein neues Kapitel einer Partnerschaft auf Augenhöhe schreiben, mit neuen Ideen und neuem Elan“, sagte Bürgermeister Franz Feigl bei einem offiziellen Besuch. Bei einem Empfang des kroatischen Generalkonsulats in München am 27. Juni, dem kroatischen Nationalfeiertag, werden beide Städte die Partnerschaft präsentieren. Ende Juni will eine Königsbrunner Delegation zum Stadtfest in Rab reisen, im gegenzug nimmt im September eine Abordnung aus Rab an der Gewerbeausstellung in Königsbrunn teil.
Am 7. September 1996 wurde die Partnerschaftsurkunde von Bürgermeister Davor Andric und Parlamentspräsident Davor Spaniol für Rab unterzeichnet sowie für Königsbrunn von Bürgermeister Ludwig Fröhlich, Altbürgermeister Adam Metzner, Dieter Bless und Erwin Schäfer . Der humanitäre Gedanke, der der Partnerschaft zugrunde lag, zeigt sich in den Worten von Davor Andric anlässlich der Gründung der Partnerschaft in Königsbrunn: „Im Moment als meine Heimat angegriffen wurde, als uns ein Teil der Welt den Rücken kehrte, haben wir erfahren, dass wir in Königsbrunn Freunde haben.“
Bereits im Vorfeld der offiziellen Unterzeichnung gab es in den Jahren 1994 und 1995 zahlreiche Unterstützungsfahrten nach Rab, um der dortigen Bevölkerung ohne viel Aufsehen einfach nur zu helfen. Aus diesem persönlichen Engagement entstand dann die Partnerschaft, die jetzt auf ein rundes Jubiläum zurückblicken kann.
Das Partnerschafts-Forum, angeführt von Vorsitzender Heide Schnell und Königsbrunns zweiter Bürgermeisterin Barbara Jaser, besuchte zusammen mit der Tennisjugend des TSV Königsbrunn die Partnerstadt an der kroatischen Kvarner Bucht. Die 47 Reisenden absolvierten sieben Tage lang ein interessantes Programm; unter anderem tauschte man sich mit den Freunden aus Rab im Kloster Eufemija oder am Strand von Lopar über die Tourismusgeschichte Rabs aus.
Beim bayerisch-kroatischen Abend wurden die Gäste herzlich empfangen. Begleitet wurde der Empfang durch das Lech-Wertach-Orchester unter Leitung von Wolfgang Scherer. Höhepunkt der Fahrt war ein Tennisturnier zusammen mit der Raber Tennisjugend, das am Ende der Reise nach einwöchigem Training ausgetragen wurde.
„Es waren erlebnisreiche und informative Tage im Sinne der Völkerverständigung. Das Rab-Forum wird sich weiterhin intensiv um die Partnerschaft bemühen“, zog Heide Schnell Bilanz. Die offiziellen Vertreter beider Städte haben sich anäßlich des Jubiläums auf neue Wege in der Partnerschaft verständigt: Stärkere gegenseitige Promotion, Kooperation in verschiedenen Wirtschaftsbereichen, Austausch von Kompetenzen in der Verwaltung und die gemeinsame Bearbeitung von Projekten, zum Beispiel auf dem Energie-Sektor.
Ein Mitbegründer der Partnerschaft, Dieter Bless aus Königsbrunn, hat einen Leinwanddruck samt Urkunde gestiftet, der ein Bildnis des Heiligen Kristoforus zeigt. Die Originaldarstellung wurde im Jahr 2010 bei der Freilegung eines ottonischen Freskenzyklusses im Dom zu Augsburger entdeckt. Sie wird zwischen 1065 und 1178 datiert und es wird vermutet, dass es sich um eine der ältesten Kristoforus-Darstellungen überhaupt handelt. Am Gedenktags anlässlich der Errettung Rabs durch die Fürsprache des Heiligen überreichte Bless gemeinsam mit Feigl das Bildnis an den Bürgermeister der Stadt Rab, Nikola Grguric.
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