Pendler müssen Umwege in Kauf nehmen

Auf der Staatsstraße 2380 geht in den Sommerferien nichts mehr. Foto: Stöbich


Seit Anfang August geht nichts mehr auf der Staatsstraße 2380über den Lech: Sie ist voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien wegen Sanierungsarbeiten komplett gesperrt. Deshalb müssen derzeit viele Pendler, die keine Ferien haben, lästige Umwege in Kauf nehmen. Denn die Regionalbuslinie 100 des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds (AVV) bringt die Fahrgäste dann nicht wie gewohnt nach Mering, sondern zum Hauptbahnhof Augsburg / Bussteig G. "Die Abfahrtszeiten sind im Ersatzfahrplan so ausgelegt, dass die Pendler ihre gewohnten Regionalzüge am Augsburger Hauptbahnhof erreichen", sagt AVV-Sprecherin Irene Goßner.

"Weiträumig ausweichen", lautet die Empfehlung von Bauoberrat Stefan Heiß vom staatlichen Bauamt in Augsburg. Autos werden über Lagerlechfeld oder die Hochzoller Lechbrücke umgeleitet, dagegen können Fußgänger und Radfahrer die Strecke zwischen Königsbrunn und Mering passieren. Die Sanierung der vielbefahrenen S 2380 soll rund 1,2 Millionen Euro kosten.

Wegen des schlechten Fahrbahnzustands muss die Deckschicht dringend erneuert werden; ergänzend soll durch den Einbau einer zusätzlichen Asphaltschicht der Oberbau verstärkt und damit die Standfestigkeit der Strecke nachhaltig verbessert werden. Außerdem werden Bankettsteine neu gesetzt, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Mering und Königsbrunn war in den Jahren 1977/78 errichtet und 20 Jahre später als Staatsstraße klassifiziert worden. "Nach 38 Jahren wird es höchste Zeit, dass die Fahrbahn wieder ordentlich hergerichtet wird", meint Stefan Heiß.

Rund 18 500 Fahrzeuge sind es laut offizieller Verkehrszählung, die Tag für Tag über den Lech fahren. Einige von ihnen biegen gern zur Waldgaststätte Friedenau ab, deren Pächter sich eigentlich auf ihren dritten Sommer in dem idyllischen Ausflugslokal gefreut hatten. "Aber jetzt hat es uns kalt erwischt", stellen Cornelia Wörsching und Ulf Merle fest. Die Pächter befürchten erhebliche Einbußen gerade zu einer Zeit, welche sonst die umsatzstärkste im ganzen Jahr ist.

Im ersten Bauabschnitt, der von Mering bis zur Abzweigung zum Mandichosee reicht, wird während der ersten drei Wochen die Decke erneuert. Heiß: "In einer zweiten Etappe bis zum Königsbrunner Kreisverkehr erfolgt ein Vollausbau über die gesamte Bauzeit." Bei einem dritten Bauabschnitt will man außerdem die Deckschicht des Königsbrunner Kreisverkehrs erneuern.

Der Ablauf dieser umfangreichen Arbeiten wird mit denen der Firma Uniper Kraftwerke (früher EON) abgestimmt, um die Verkehrsbeschränkungen auch durch die Errichtung einer Fischaufstiegshilfe so gering wie möglich zu halten. Die Anlage wird vom Fluss aus hochgezogen und an den Umlaufgraben an der Ostseite der Staustufe angebunden. Dazu muss die Staatsstraße 2380 mit einem größeren Rohr unterquert und insgesamt eine Höhendifferenz von elf Metern überwunden werden. (Peter Stöbich )
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