Raus aus dem Elfenbeinturm


Bereits zum vierten Mal kommt die Universität Augsburg nach Königsbrunn. Als gemeinsame Veranstaltung mit der Universität präsentiert das Kulturbüro Königsbrunn eine populärwissenschaftliche Ringvorlesung mit vier Vorträgen. Sie finden im Saal des Informationspavillons jeweils um 19 statt, wo Wissenschaftler über aktuelle Themen referieren.

Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel hatte die Reihe 2013 mit einem Vortrag über die Relevanz der Öffnung der Universität nach außen begonnen. "Wir sind nicht in einem Elfenbeinturm, sondern wollen die Forschungsergebnisse in die Gesellschaft tragen", stellt sie fest.

Besonders freute sich Ursula Off-Melcher, Leiterin des Kulturbüros Königsbrunn, über diese Zusammenarbeit, da sie genau dies in ihrer Arbeit umsetzt. "Bildung und Kultur müssen in verschiedenen Facetten und auf unterschiedlichen Ebenen der Bevölkerung angeboten werden", ist sie sich mit der Präsidentin einig.

Den Anfang der Ringvorlesung am Mittwoch, 27. April, macht Stephan Christoph, der am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht Kriminologie und Sanktionsrecht tätig ist. Unter dem Titel "Wie man die "Hells Angels" zum Singen bringt - die Kronzeugenregelung im Strafgesetzbuch" diskutiert er die seit 2009 bestehende Kronzeugenregelung, die es Gerichten erlaubt, Straftätern Erleichterungen zu gewähren, wenn sie bei der Aufklärung weiterer Straftaten helfen. Wie und in welchem Ausmaß diese Regelung tatsächlich angewendet wird, untersucht ein bundesweit angelegtes Forschungsprojekt an der Universität Augsburg.

Am 11. Mai wird die Vortragsreihe von Stephan Köser, von der philologisch-historischen Fakultät, fortgeführt. "Feldpost und Feldpostforschung in der heutigen Geschichtswissenschaft" lautet sein Thema. Vor allem geht er in seinem Vortrag auf Fragen ein wie "Was steckt in einem Brief?" und "Was können wir aus den Briefen herauslesen?" sowie "Wie werden diese Quellen erarbeitet?" Köser erforscht die Entwicklung des Briefes von Ende des 19. als Hauptkommunikationsmittel, vor allem für die Soldaten im 20. Jahrhundert.

Am Institut für Informatik forscht Hannes Ritschel an sozialen Robotern, die beispielsweise in der Altenpflege genutzt werden sollen. Welche Roboter bereits in der Forschung und an der Universität zum Einsatz kommen und wie diese angewandt werden, wird sein Vortrag am 26. Oktober aufzeigen.

Die Reihe beschließt dann am 9. November Christoph Westerhausen vom Institut für Physik mit "Die perfekte Welle" mit faszinierenden Ergebnissen aus neuen Forschungsfeldern, die sich aus der Kombination von Nanotechnologie, Chemie und Biologie ergeben. Mehr Infos gibt es beim Kulturbüro am Marktplatz 9 (Telefon 08231/606-260). (Peter Stöbich )
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