Sicher auf zwei Rädern unterwegs

Ihr Geschick auf dem Fahrrad konnten Kinder bei der Königsbrunner AWO testen. Fotos: Stöbich
  Königsbrunn : Königsbrunn | Ferienaktion / Jugendliche testen ihr Können im Geschicklichkeits-Parcours

Peter Stöbich

Königsbrunn. Gleich der erste Ferientag bot den Kindern in Königsbrunn ein spannendes Geschicklichkeitsturnier, das auf dem Parkplatz vor der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) stattfand. Mit ihren Eltern waren viele Mädchen und Buben gekommen, um in verschiedenen Altersgruppen ihr Können auf zwei Rädern zu testen.


Mit Schutzhelm und sichtlich aufgeregt machten sich die Kinder und Jugendlichen auf die markeirte Strecke, durchfuhren eine Slalomstrecke und einen Kreisel, wobei öfters die Begrenzungs-Markierungen fielen. Mit dabei war auch der zehnjährige Patrick, der sich schon auf die Radl-Ferien Ende dieses Monats mit seinen Eltern am Bodensee freut.
Doch wer mit Kindern unterwegs ist, muss jedoch einiges beachten. Jahre­lang machten sich Eltern möglichst schmal, wenn sie mit ihrem Nachwuchs auf dem Bürger­steig Fahr­rad fuhren – aus schlechtem Gewissen. Denn laut Gesetz mussten Erwachsene die Straße oder den Radweg benutzen, auch, wenn sie ihren Spröss­ling von dort aus nur schlecht im Blick hatten.
Diese Zeiten sind vorbei: Seit Dezember 2016 darf eine radelnde Aufsichts­person den Nach­wuchs auf dem Gehweg offiziell begleiten. Voraus­setzung: Das Kind ist unter acht und die Begleitung mindestens 16 Jahre alt. Die Neuerung soll Radfahren für die Jüngsten sicherer machen und Eltern ihre Aufsichts­pflicht erleichtern. Schließ­lich müssen sie dafür sorgen, dass ihr Kind weder sich noch andere gefährdet.
Die Straßenverkehrs­ordnung kennt kein Mindest­alter für Radler. Damit den Kleinen nichts passiert, gehören Fahrer unter acht Jahren auf den Gehweg. Straßen und Radwege sind für sie tabu. Seit Dezember gibt es davon aber eine Ausnahme: Ist der Radweg baulich – etwa durch einen Bord­stein – von der Straße getrennt, dürfen ihn auch Kinder unter acht Jahren benutzen. Generell gilt: Wer auf dem Gehweg fährt, muss Rück­sicht auf Fußgänger nehmen und absteigen, wenn es eng wird. Runter vom Rad heißt es für Kinder und deren Begleit­personen beim Über­queren der Straße.
Dass viele Radler immer noch auf das Tragen eines Helms verzichten, ist mit ein Grund für die hohe Anzahl schwerer Verletzungen. Die Wahrscheinlichkeit, eine Gehirnverletzung zu erleiden, liegt ohne Helm mehr als doppelt so hoch wie mit Helm.
Ein guter Helm muss passen, sonst nützt er im Ernstfall nichts; daher sollte vor der Kaufentscheidung unbedingt die Anprobe stehen. Die Beratung im Fachhandel hilft dabei. Weil das Material jedes Helms altert, sollte er regelmäßig ausgetauscht werden, ebenso nach einem Sturz, da unsichtbare Verformungen und Risse den Helm unbrauchbar machen können.
Für kleinere Kinder gibt es den so genannten Mitfahrerhelm, der den Kopf optimal umschließt. Bei größeren Kindern bietet ein Jugendhelm mit einer vorstehenden Krempe Schutz bei Frontalunfällen. Eine sichere Verkehrsteilnahme ist nicht nur vom reinen Wissen abhängig, sondern auch von den Entwicklungsvoraussetzungen der Kinder. Eltern sollten sich bewusst machen, dass sowohl die Sinneswahrnehmungen als auch die geistige Entwicklung von Grundschülern nicht mit denen von Erwachsenen vergleichbar sind. So denken Kinder bis in die Grundschule hinein in Anschauungen und Bildern und lernen hauptsächlich situationsbezogen. Je jünger ein Kind ist, je mehr verbindet es eine Gefahr mit einem konkreten Ort und überträgt dies nicht auf vergleichbare Verkehrssituationen an anderen Orten.
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