Spatenstich auf Gut Morhard

Futter für die Tiere schnipselten die Kinder im Rahmen des Ferienprogramms. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Erweiterung / Gnadenhof baut auf seinem drei Hektar grossen Gelände
Peter Stöbich
Königsbrunn. Drei Jahre, nachdem der Tierschutzverein Augsburg an der Landsberger Straße im Süden von Königsbrunn einen Gnadenhof eröffnet hat, geht es jetzt einen wichtigen Schritt voran. Am 11. September ist Spatenstich für zwei grosse Gebäude, in denen Tiere, Futter und Geräte untergebracht werden sollen. Die 850.000 Euro teuren Bauarbeiten, für die es Zuschüsse der Europäischen Union gibt, kündigte Vereinsvorsitzender Heinz Paula an, als Kinder im Rahmen des Ferienprogramms das drei Hektar umfassende Gut besuchten. Dabei konnten die Mädchen und Buben eine Menge über Bedürfnisse und Haltung von Hühnern, Kaninchen oder Ziegen lernen.
Ins Leben kam dieses interessante Projekt durch die ehemalige Eigentümerin des Grundstücks, Hedwig Morhard. Sie hatte mit ihrem Collie in dem Haus gewohnt, das nun mit Küche, Veranstaltungsraum und Wohnungen für Mitarbeiter dem Gnadenhof zur Verfügung steht. Als die Tierliebhaberin 2011 starb, erbte der Tierschutzverein das Grundstück sowie eine weitere Summe, die die Finanzierung des ersten Bauabschnitts ermöglichte.
In der Anfangsphase bis 2014 begegneten sich Menschen und platzbedingt einige wenige Tiere; ehrenamtliches Engagement macht bis heute vieles möglich. Wichtig ist Heinz Paula und seinem Team, die Beziehung zwischen Mensch und Tier zu fördern: "Wir vermitteln Wissen, begeistern Leute und bewegen sie zu verantwortungsvollem Verhalten gegenüber Natur, Mensch und Tier!" Dank der Bienenvölker soll es künftig sogar eigenen Gut Morhard-Honig geben, so Paula, der sich auf die Erweiterung freut: "Die brauchen wir dringend für unser pädagogisches Konzept!"
Geplant ist in Königsbrunn ein Kompetenzzentrum für Natur- und Tierschutz mit integriertem Museum, das interessante, abwechslungsreiche und spannende Ausstellungen, Vorträge und Mitmachaktionen für Groß und Klein bietet. Die sogenannte tiergestützte Interaktion sei besonders für ältere und einsame Leute wichtig, so der Vorsitzende.
Bei Menschen, die zu häufigen Stimmungsschwankungen oder Depressionen neigen, können Tiere sogar therapeutische Hilfe leisten. Methoden wie die Hippotherapie mit Pferden sind mittlerweile in der Forschung unumstritten. Vor allem bei Spastik als Folge frühkindlicher Hirnschädigung, Multipler Sklerose und anderen Erkrankungen des Zentralnervensystems sind die Wirkungen deutlich beobachtbar.
Untersuchungen und Beobachtungen über den Einsatz von Hunden und Katzen in der Psychiatrie und Altenpflege belegen, dass Tiere es immer wieder schaffen, Menschen zum Lachen zu bringen. Tiere steigern die Motivation, regen ihre Besitzer zu Aktivitäten an und regeln den Tagesablauf. Sie verdrängen durch ihre bloße Anwesenheit Gefühle der Einsamkeit und können emotionale Lücken füllen, zum Beispiel wie beim Verlust eines nahen Angehörigen.
Professor Reinhold Bergler von der Universität Bonn belegte in einer Studie, dass Katzen bei der Bewältigung von Lebenskrisen helfen können. Von 150 Personen, die sich alle in einer akuten Krisensituation befanden, lebte die eine Hälfte ohne Haustier, die andere Hälfte mit einer Katze zusammen. Von den Personen ohne Haustier nahmen fast zwei Drittel die Hilfe eines professionellen Psychotherapeuten in Anspruch, von den Katzenhaltern kein einziger.
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