Stadt Königsbrunn ehrt die AWO-Gründerin

Nach Marie Juchacz sind Straßen in mehreren Städten beannnt; auch in Königsbrunn trägt jetzt ein Weg ihren Namen. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Mit der Benennung eines Weges will die Stadt Königsbrunn am 8. Juli an eine ganz besondere Frau erinnern: Marie Juchacz war eine deutsche Sozialreformerin, Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin. Unter ihrer Leitung wurde Anfang 1919 die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegründet. Um sie zu ehren, wird der Verbindungsweg zwischen der Begegnungsstätte der AWO in der Füssener Straße und dem Seniorenheim in der Chiemsee-Straße jetzt nach ihr benannt.
Marie Juchacz wurde 1879 in Landsberg an der Warthe (Provinz Posen) geboren. In ärmlichen Verhältnissen und in einem stark ländlich geprägten Umfeld aufgewachsen, besuchte sie bis 1893 die Volksschule, um danach als Dienstmädchen in verschiedenen Haushalten und kurzzeitig in einer Fabrik zu arbeiten. 1908 trat sie der SPD bei, mit deren Programm sie ein älterer Bruder vertraut gemacht hatte.
Sie gründete am 13. Dezember 1919 die Arbeiterwohlfahrt und war bis 1933 ihre erste Vorsitzende. Als eine von 37 Frauen wurde Juchacz 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt. Am 15. Juli 1919 sprach sie dort als erste Parlamentarierin nach der Erlangung des Frauenwahlrechts. Von den Reichstagswahlen 1920 bis 1933 war sie Mitglied des Reichstages.
Sie starb 1956 im Alter von 76 Jahren in Düsseldorf. An Marie Juchacz erinnern in mehren Städten nach ihr benannte Straßen sowie eine Stiftung der Arbeiterwohlfahrt. 2003 wurde sie mit einer Ein-Euro-Briefmarke der Deutschen Post in der Serie "Frauen der deutschen Geschichte" geehrt.
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