Wichtige Zeugen der Vergangenheit

Mit einem Blumenstrauss bedankte sich Ursula Off-Melcher (rechts) bei Carola Metzner-Nebelsick. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn |

Vortrag beim Königsbrunner Mithrastag


Peter Stöbich
Königsbrunn. Zum Mithrastag begrüßte Ursula Off-Melcher, die Leiterin des Königsbrunner Kulturbüros, als Gäste unter anderem zweite Bürgermeisterin Barbara Jaser und Gisela Mahnkopf als Kreisheimatpflegerin für Archäologie. Zur Bedeutung der Veranstaltung sagte sie, dass die Archäologie stärker ins Bewusstsein rücken solle: „Wir haben hier seit über 30 Jahren einen Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte, der ehrenamtlich von Siglinde Matysik und Rainer Linke geleitet wird.“
Beide betreuen das Archäologische Museum, das Mithraeum und das Römerbad und haben den Mithrastag initiiert und mitgestaltet.
Off-Melcher berichtete, dass das Archäologische Museum von 24 Jahren vom ehemaligen Bürgermeister Adam Metzner eröffnet worden war. Es ist jeden dritten Sonntag im Monat geöffnet, auf Anfrage im Kulturbüro können auch Sonderführungen vereinbart werden. Die größte Besonderheit ist ein vollständig erhaltenes Skelett aus der Glockenbecherzeit, aber zu sehen sind auch viele Grabbeigaben wie Schmuck für Kleidung, Körper und Haare. Ein Metall, das besonders häufig verwendet wurde, ist die Bronze. Es handelt sich dabei um eine ganz besondere Metalllegierung, die so bedeutend war, dass eine ganze Epoche nach ihr benannt wurde: das Bronzezeitalter. Ähnlich bedeutend waren die Elemente Kupfer und Zinn.
Zum Vortrag „Die Macht der Metalle“ hatte Rainer Linke die Prähistorikerin Carola Metzner-Nebelsick eingeladen. Ihre Forschungsgebiete sind die Bronze-und ältere Eiszeit in Südost-, Ost-, Mittel- und Nordeuropa. Sie erläuterte die Funde der aus Metall hergestellten Gegenstände, die von Schmuck bis Werkzeugen über Koch- und Essutensilien bis zu Fahrzeugteilen reichen.
Anhand des anschaulichen Bildmaterials der Fundstücke und von Skizzen, die deren Verwendung darstellen, entführte sie ihre Zuhörer in das Zeitalter 1500 bis 3000 vor Christus. „Es gibt keine Zeugnisse darüber, wie die Menschen damals gelebt haben, wie sie die Gegenstände gebaut oder erarbeitet haben,“ so die Historikerin, „ aber durch die Vielzahl der Funde können wir vieles interpretieren.“
Viele der für Forschung relevanten Funde stammen auch von unserem Lechfeld. Beachtlich war auch die Erkenntnis darüber, dass sich Unterschiede von Arm und Reich in der Nahrungsaufnahme, die durch Knochenanalyse festgestellt werden, erkennen lassen. Die Referentin zeigte sich erfreut über das interessierte Publikum und über die musikalische Umrahmung durch Lea-Sophie Oppenländer an der Harfe.
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