Anton Hofreiter besucht Gemeinschaftsunterkünfte in Königsbrunn

Bürgermeister Franz Feigl begrüßte in Königsbrunn Bundestagsabgeordneten Anton Hofreiter (rechts). Foto: Stöbich


Rund 4500 Flüchtlinge leben derzeit in 57 Gemeinschaftsunterkünften der Regierung von Schwaben. Eine davon steht auch in Königsbrunn nahe der Landsberger Straße und bekam jetzt prominenten Besuch: Regierungsvizepräsident Josef Gediga und Anton Hofreiter, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, nahmen die acht Fertighäuser in Augenschein, in denen 93 Menschen untergebracht sind.

Bei einem Gespräch mit Mitgliedern des Helferkreises und der Caritas, die für die Sozialbetreuung zuständig ist, wurden verschiedene Probleme deutlich, die es keineswegs nur in Königsbrunn gibt: Für Asylbewerber ist es schwierig, ohne gute Sprachkenntnisse Arbeit zu finden und auch bezahlbare Wohnungen, wenn sie endlich als Flüchtlinge anerkannt sind.

Hofreiter lobte den großen Einsatz der Ehrenamtlichen, die Deutsch unterrichten oder das System der Mülltrennung erklären und auf vielfältige Weise zur Integration der Menschen beitragen. "Auch wenn momentan weniger Flüchtlinge zu uns kommen, bleibt die Situation schwierig", sagte Gediga. "Denn die vielen Leute vom Vorjahr sind ja nicht einfach weg."

Günther Riebel, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung (GWG), erläuterte den Politikern das in nur vier Monaten realisierte Projekt "Neuhauswiese". Wirklich billig könne man Flüchtlings-Unterkünfte nie herstellen, da bestimmte Standards und Normen eingehalten werden müssen. Die Stadt Königsbrunn habe sich entschieden, langfristig zu planen und die Gebäude so zu konzipieren, dass diese später auch als Wohnraum für sozial schwächere Bürger verwendet werden können.

"Wir bauen nicht die Renaissance der Baracke, sondern guten und bezahlbaren Wohnraum für Generationen", stellte Riebel fest. Die individuell gestalteten Häuser sind jeweils in drei Wohneinheiten in unterschiedliche Größen aufgeteilt. Alle wichtigen Funktionen finden sich auf kleinem Raum wieder. Das rund 4000 Quadratmeter große Areal, früher landwirtschaftliches Ackerland, wurde vergangenes Jahr erschlossen; die Holzbau-Siedlung wirkt nicht wie eine Kaserne, sondern wie ein freundliches kleines Dorf. "Das macht hier alles einen sehr durchdachten Eindruck", sagte Hofreiter, bevor er sich im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt eintrug. (Peter Stöbich )
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