Bürgerinitiative blüht auf – Infostand auf der Frühjahrsausstellung afa 2016

Auch die ganz kleinen Messebesucher machen sich um ihre Zukunft Sorgen.
 
Johanna Hermann und Volker Ostermann bieten gemeinsam mit Günther Groß (Lechallianz) ihre Unterstützung an.
Bei traumhaftem Wetter drängten sich die Besucher an diesem Wochenende durch die Augsburger Frühjahrausstellung. Neben den Angeboten zu Haus, Bau und Garten präsentiert sich in diesem Jahr die Bürgerinitiative Keine Autobahn Königsbrunn (BIKA) mit dem Aktionsbündnis A-KO aus Mering auf der AFA. Die Messebesucher zeigen sich seit dem Wirbel um die Osttangente überaus interessiert. An dem Informationsstand können sie Fragen zur Routenführung stellen oder Diskussionen über den Sinn des Großprojektes führen. Seit Mitte März ist bekannt, dass die vierspurige Bundesstraße von der A8 über Friedberg, Kissing und Mering bis auf die B17 bei Königsbrunn in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde. Eine große Karte an dem Informationsstand macht die Dimension dieses Baus deutlich.

Argumente gibt es genug, die gegen die Osttangente sprechen.

Viele Einwohner aus Kissing hoffen immer noch auf eine Entlastung, wie es Bürgermeister Manfred Wolf (SPD) versprochen hat. Doch die geplante Tangente ist nicht als Ortsumgehung, sondern als Fernstraße konzipiert. Dass der Verkehr aus dem Allgäu in Zukunft nicht mehr über München, sondern über die gut ausgebaute Bundesstraße im Osten von Augsburg nach Ingolstadt rollen soll, macht viele Messebesucher dann doch nachdenklich. Auch die Landtagsabgeordneten Christine Kamm und die 3. Bürgermeisterin aus Königsbrunn, Ursula Jung, suchten unabhängig voneinander den Informationsstand der Bürgerinitiative auf. Beide Politikerinnen vom Bündnis 90/Die Grünen lehnen das gesamte Bauvorhaben ab.

Besonders kritisch stimmt die Interessenten die Trassenführung des 4. Bauabschnitts im Bereich von Königsbrunn.
Auf einer Karte mit den eingezeichneten Trinkwasserschutzgebieten wird insbesondere den Augsburgern erstmals bewusst, dass auch sie von dem 4-streifigen Neubau betroffen wären. Denn auch die Augsburger erhalten ihr Trinkwasser von den Brunnen der Fohlenau im Süden von Königsbrunn. Schon ein starker Wind kann die Verunreinigungen der Straße auf die Felder verteilen, die dann über die durchlässige Kiesschicht in das Grundwasser gelangen. Gerade auf ihr sauberes Trinkwasser sind die Augsburger nicht erst seit der Bewerbung um das UNESCO-Welterbe besonders stolz. Den Sinn der Osttangente stellten viele Besucher in Frage, zumal von offizieller Seite keine Entlastung der B17 im Stadtgebiet von Augsburg prognostiziert wird. Für zahlreiche Messebesucher war das Grund genug, um ihren Einspruch über das Online-Formular des Verkehrsministeriums bereits vor Ort an einem PC auszufüllen. Die Mitglieder der Bürgerinitiative bieten dabei in Halle 2 ihre Hilfe an.

Aber auch von Zuhause aus können im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung, die noch bis zum 2. Mai 2016 möglich ist, Einwände über das Internet oder per Post abgegeben werden. Informationsmaterial, Anleitungen und Musterformulare stehen über die Internetadresse der Bürgerinitiative www.bika-koenigsbrunn.de auch noch nach der Messe zum Download bereit.
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Fritz Mayer aus Königsbrunn | 04.04.2016 | 14:00  
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