Der Bundesverkehrswegeplan 2030 und der Protest in Königsbrunn

Rita Hagl-Kehl.

Königsbrunn. Ulrike Bahr und die Königsbrunner SPD-Stadtratsfraktion hatten eingeladen – und rund 150 Menschen waren gekommen. Gemeinsam mit ihren beiden MdB-Kolleginnen Gabriele Fograscher, die den Wahlkreis Aichach-Friedberg betreut, und Rita Hagl-Kehl, die im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, informierte Ulrike Bahr im Hotel Zeller in Königsbrunn über den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) und die darin enthaltene Osttangente, die die A8 östlich von Augsburg mit der B17 verbinden soll.

Hagl-Kehl erläuterte den BVWP und die von der SPD in den Koalitionsvertrag eingebrachte Bürgerbeteiligung. „Wir wollen vor allem Transparenz ermöglichen – über den Planungsstand und wie sich Menschen und Initiativen an dem komplexen Verfahren mit ihren Vorschlägen und Anregungen beteiligen können“, sagte Ulrike Bahr zur Einführung des Abends. Florian Kubsch, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, moderierte die teils hitzige Diskussion. Dabei wurde deutlich, dass viele Königsbrunner in Sorge sind um ihr Naherholungs- und Trinkwasserschutzgebiet. „Ich fühle mich als Steuerzahler auf den Arm genommen“, klagte etwa Bernd Hermann aus Königsbrunn. „300.000 Menschen trinken das Wasser aus diesem Schutzgebiet – und da will der Staat nun eine Autobahn durch bauen!“. Wolfhard von Thienen, Sprecher der Bürgerinitiative Keine Autobahn (BIKA) Königsbrunn sagte, die Kissinger Heide sei ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang und es könne nicht sein, dass so etwas ignoriert werde. Außerdem würde jede Schnellstraße Verkehr anziehen. „Wir erleben heute die Auswirkungen einer falschen Verkehrspolitik seit 30 Jahren!“, so von Thienen. Deutliche Ansagen, gegen die Osttangente leidenschaftlich zu kämpfen und notfalls auch zu klagen, fanden reichlich Applaus. Die BIKA überreichte Rita Hagl-Kehl 11.000 Unterschriften von Bürgern, die die Osttangente südlich von Königsbrunn ablehnen. „Ich werde Ihre Unterschriften gerne dem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt übergeben“, kündigte Hagl-Kehl an. Der Bürgermeister von Kissing, Manfred Wolf, war einer von wenigen, die die Osttangente begrüßten. Wobei er nicht unbedingt die „große Lösung“ mit einer vierspurigen Straße brauche, sondern eigentlich schon mit einer zweispurigen Ortsumfahrung einverstanden sei, wie er ausführte. Die SPD wurde an diesem Abend mehrmals gelobt – einerseits die Tatsache, dass die SPD das Bürgerbeteiligungsverfahren in den BVWP hineingehandelt habe und andererseits das schnelle Engagement der drei Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr, Gabriele Fograscher und Rita Hagl-Kehl vor Ort. „Danke für diesen informativen Abend“ hieß es wiederholt.
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