Gewerbeansiedlung: Stadt Königsbrunn schafft Basis für Verhandlungen

Königsbrunn : Königsbrunn | Eine wichtige Bebauungsplan-Änderung hat der Königsbrunner Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht. Damit will er strukturieren, was künftig im Bereich des früheren Hochtief-Geländes passieren soll. Dem einstimmigen Beschluss war eine lebhafte Diskussion im Ratsgremium vorausgegangen.
Mit seiner Bemerkung, man müsse den angerichteten Schaden klein halten, wies Florian Kubsch (SPD) auf die jahrelange Vorgeschichte hin: Er warf CSU und Freien Wählern vor, sie hätten Anfang 2011 einen SPD-Antrag auf Änderung des Bebauungsplans Nr. 12 abgeschmettert. Kubsch übte Kritik an der geplanten Ansiedlung eines Globus-Marktes, weil sie sich auf die Zentrums-Entwicklung negativ auswirken könne.
Bereits 2008 hatte die Globus-Gruppe ihre Pläne vorlegt. Zunächst waren 10500 m² für das SB-Warenhaus plus 1500 m² Shopzone das Ziel. Im November 2010 erteilte das Landratsamt Augsburg dann eine Baugenehmigung für 7900 m² plus 1500 m² Shopzone; dagegen klagten mit Erfolg die Besitzer der Immobilien von Lidl und Real in der Nachbarschaft. Eine weitere Klage gegen eine kleine Variante mit 6500 m² für das Warenhaus und bis zu 1000 m² Shopzone wies das Verwaltungsgericht zurück.
„Aus gesamtstädtischer Betrachtung darf die Entwicklung nicht in Konkurrenz zur geplanten Zentrumsentwicklung in Königsbrunn stehen“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Sie solle „eine ergänzende, den Gesamtstandort Königsbrunn steigernde Funktion erfüllen“. Bürgermeister Franz Feigl sagte im Stadtrat, man wolle die Entwicklung des Geländes aktiv mitgestalten und nicht darauf warten, was ein Investor vorhabe. Er verweist auf den großen Bedarf an Wohnraum, kann sich aber auch ein Mischgebiet oder das Verbot von Vergnügungsstätten vorstellen. Mit einer Änderung des Bebauungsplans habe man die Möglichkeit, mit den Investor zu verhandeln, so Feigl. Dabei gehe es nicht um die Frage, ob oder in welcher Größe Globus komme, sondern um sinnvolle Regelungen für die Restfläche.
Das Unternehmen Globus, das im Süden Königsbrunns einen Baumarkt betreibt, will auf dem früheren Fertigbetonteile-Werk nahe der B 17-Abfahrt Königsbrunn-Nord ein großflächiges SB-Warenhaus errichten. Weil sich der Bebauungsplan auf die Baunutzungsverordnung von 1968 bezieht, ist hier nicht die Größe für eine Baugenehmigung entscheidend, sondern die Frage, ob das Projekt überwiegend der örtlichen Versorgung dient.
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