Keine Klarheit über die Zukunft der Königsbrunner Therme

Vergangene Woche baute ein Abbruchunternehmen den Rutschenturm ab, der dort seit 1988 gestanden hatte. (Foto: Katharina Pfeilstetter)
Königsbrunn : Königsbrunn | Ein Swingerclub wird aus der verwaisten Königstherme ganz gewiß nicht, wie die Well-Brüder kürzlich bei ihrem Kabarett-Abend in Königsbrunn gescherzt hatten. Doch was tatsächlich mit der seit 15 Monaten leerstehenden Immobilie passieren soll, bleibt weiterhin unklar; eine städtische Gesellschaft soll darüber entscheiden, ob der Abbruch des Gebäudes sinnvoller ist als eine kostspielige Renovierung.
In der jüngsten Stadtratssitzung informierte Rolf-Peter Reinhard, Geschäftsführer der städtischen Freizeit- und Sportstättengesellschaft Königsbrunn mbH (FSK), die Mitglieder über die bisherigen Schritte und den aktuellen Sachstand. Während der vergangenen Wochen habe es umfangreiche Aufräumarbeiten gegeben, sagte er und kündigte an, dass die Wasserinstallation schrittweise wieder in Betrieb genommen wird, damit ein Fachlabor die Wasserqualität beurteilen kann.
Dass mittlerweile der Rutschenturm abgerissen wurde, war für Ratsmitglied Ludwig Fröhlich Anlaß zur Kritik: Er fand sich nicht ausreichend informiert und wies darauf hin, dass er ein Gegner der GmbH gewesen sei. Bürgermeister Franz Feigl antwortete, der Turm sei vom technischen Überwachungsverein gesperrt und eine alternative Nutzung nicht denkbar gewesen; doch sei der Abbruch des Turms keinesfalls ein Indiz dafür, dass sich in absehbarer Zeit Wesentliches in der Königstherme tun werde. Zwar gebe es einige Interessenten für eine Nutzung, aber bisher keine Investoren.

Hohe Kosten bei einem eventuellen Abbruch


Die Immobilie im Zentrum der Stadt war laut Feigl 1983/84 als Massivbau in guter Qualität errichtet worden und ist in separate Gebäudeteile gegliedert. Das ermögliche einerseits eine weitere Verwendung einzelner Abschnitte wie der Saunawelt, verursache andererseits hohe Kosten bei einem eventuellen Abbruch. Der Aufsichtsrat der FSK hatte nach der Sommerpause Anfang Oktober getagt; neben dem Bürgermeister gehören diesem Gremium Vertreter aller Ratsfraktionen an.
Der Aufsichtsrat hat die FSK beauftragt, bis Dezember erste Berechnungen für einen kompletten oder auch teilweisen Rückbau vorzulegen. Erst dann kann der Kostenaufwand für Sanierung, weitere Investitionen und Abbruch näher beziffert werden. Seit Anfang Juli 2016 gehört die Immobilie der FSK. Die Stadt hatte die Therme samt Erbbaurecht für das 23.000 Quadratmeter große Areal vom Insolvenzverwalter erworben.
Ein Totalabbruch würde grob geschätzt wohl um die sechs Millionen Euro kosten, denn das Gebäude hat riesige Dimensionen: Knapp 1600 Quadratmeter umfasst die Saunawelt, 1000 die frühere Gaststätte, 850 Quadratmeter der Bereich der Technik, der sich über zwei Kelleretagen erstreckt. Weitere 700 Quadratmeter sind Umkleiden und Duschen. Derzeit gibt es Interessenten, die nur den Saunabereich betreiben wollen sowie Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, die Konzepte für eine Nutzung der 2600 Quadratmeter großen Thermenhalle haben - aber wie beim Bobinger Hallenbad Aquamarin, das gravierende Betonschäden aufweist, ist bisher auch in Königsbrunn nichts Konkretes entschieden.
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