Königsbrunner Stadtrat: Keine Zuschüsse für Urlaubsreisen

Königsbrunn : Königsbrunn |

Ein zähes Ringen um Zuschüsse gab es in der jüngsten Sitzung des Königsbrunner Stadtrats. Denn Kammerorchester und Theaterspieler sowie die Kultur-, Pilz- und Trachtenvereine wollten mit ihren Anträgen wie in jedem Jahr die freiwilligen Leistungen bei der Stadt abrufen; dafür sind im Haushalt insgesamt 19.000 Euro eingestellt.

Allein 8.000 Euro wollte das Orchester des evangelischen Posaunenchors, um im Juni kommenden Jahres ein Freiluftkonzert in der Partnerstadt Rab zu geben. Für die Fahrt nach Kroatien haben sich 38 Musiker angemeldet, die Ausflugs- und Hotelkosten selbst übernehmen und jeweils 100 Euro Zuschuss aus der Chorkasse bekommen. Außer einem Reisebus sollen noch 17 Autos nach Rab fahren.
"Eine Förderung in dieser Höhe sehe ich kritisch", sagte Bürgermeister Franz Feigl in der Diskussion. Auch Alwin Jung (Grüne) und Wolfgang Peitzsch (SPD) äußerten Bedenken, wenn die Stadt großzügig mehrtägige Fahrten mit Urlaubscharakter unterstütze. "Wir sollten da kein Fass aufmachen", so Peitzsch.
Dagegen brach Ludwig Fröhlich (Freie Wähler) eine Lanze für die Pflege der langjährigen Städtepartnerschaft und stellte fest "Hier wird ein Stück Europa gelebt!" Schließlich wurde entschieden, den Antrag aus der Zuschussliste herauszunehmen und gesondert zu behandeln. Auch ein Gesuch des Gesangvereins "Vox Corona" war umstritten; dabei ging es um 3000 Euro für ein Benefiz-Konzert, das im kommenden Königsbrunner Jubiläumsjahr zusammen mit dem Chor der Bereitschaftspolizei geplant ist.
"Auch da habe ich Bauchschmerzen", sagte Wolfgang Peitzsch. Jung wollte Vox Corona überhaupt keine Fördermittel zugestehen, denn eine Benefiz-Veranstaltung könne man sich in diesem Umfang nicht von der Stadt sponsern lassen. Die Ratsmitglieder einigten sich schließlich auf einen Kompromiss und bewilligten 1500 Euro für das geplante Konzert.
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