Licht aus für das Leuchtturm-Projekt


Die Vision vom zukunftsweisenden Visioneum im Königsbrunner Zentrum ist wohl vorbei. Denn in der Stadtratssitzung am vergangenen Dienstag stellte Peter Sommer, Fraktionsvorsitzender der Bürgerbewegung Königsbrunn (BbK), den Antrag, "jede weitere Planung des Bauprojekts und alle in diesem Zusammenhang getroffenen Stadtratsbeschlüsse" aufzuheben.

Auf der Internetseite www.visioneum.de heißt es momentan zwar noch: "Das Projekt setzt über Deutschland hinaus ein einzigartiges Zeichen und wird zum Vorbild für andere Kommunen." Doch für die Erstellung sind im laufenden Jahr keine neuen Mittel im Königsbrunner Haushalt vorgesehen; die neu angemeldeten 100 000 Euro betreffen lediglich die Rückabwicklung der geplanten Hochschul-Beteiligung.

Die BbK begründet ihren Antrag unter anderem mit folgenden Argumenten: Nachdem das Architekturbüro Sahner nicht in der Lage war, die zur Durchführung des Projekts notwendigen Unterlagen zu liefern, kündigte die Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung der Stadt Königsbrunn die weitere Zusammenarbeit. Auch die Augsburger Hochschule für angewandte Wissenschaften zog sich aus dem Vorhaben zurück.

Somit komme eine Kooperation vor allem auf den Gebieten erneuerbare Energien und energieeffizientes Bauen nicht mehr zustande, so Sommer. Auch ihre Zusage für eine Kostenbeteiligung habe die Hochschule zurückgezogen, so dass die Stadt Königsbrunn nicht mehr Hochschul-Zweigstelle werden könne. Die Kosten für das Gesamtprojekt von 1,3 Millionen Euro plus die Folgekosten in unbekannter Höhe könne die Stadt allein nicht stemmen, heißt es im Antrag der BbK. Ohne das Visioneum wäre der Europaplatz frei gestaltbar und könnte in die Zentrumsplanung mit einbezogen werden. Mit dem frei werdenden Geld könne man andere Projekte wie zum Beispiel den sozialen Wohnungsbau unterstützen. Bisher sprachen die Beteiligten begeistert von einem Leuchtturmprojekt, denn das vielgelobte "Visioneum Energie +" sollte mehr Energie erzeugen, als es verbraucht. Die Bürger sollten sich in dem futuristisch anmutenden Gebäude, so die Pläne, unter anderem über Themen wie energetischen Hausbau oder Elektromobilität informieren. Unternehmen hätten Räume im Energiewürfel mieten können, die Hochschule Augsburg wollte das Visioneum für die Forschung nutzen. Es wurde von den Verantwortlichen als "einzigartige Chance für Laien und Fachleute" gepriesen und war eine gemeinsame Initiative der Stadt Königsbrunn, der Hochschule Augsburg und der Lechwerke AG.

Cornelia Ludescher, Wirtschaftsreferentin der Stadt, hatte bereits bei der Präsentation im Rathaus kritisiert, dass die Stadt für ihren Beitrag von 500 000 Euro zu wenig von dem Vorhaben profitiere. Auch vom Königsbrunner FDP-Ortsvorsitzenden Manfred Buhl war frühzeitig Kritik gekommen: Schon im Herbst 2013 habe die FDP darauf hingewiesen, dass dieses Projekt sowohl vom Standort (in klassischer Wohnumgebung) als vor allem auch von der Finanzierung her ein Unding sei. (Peter Stöbich )
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