Mangas im Königsbrunner Rathaus

Stilecht wurde im Königsbrunner Rathaus eine Ausstellung eröffnet, bei der junge Künstler im Foyer Mangas präsentieren.

Die Mädchen waren im Stil der japanischen Comic-Figuren gekleidet, dazu gab es Sushi sowie lobende Worte der städtischen Bildungs- und Kulturexperten Ursula Off-Melcher und Christian Toth. Der Begriff Manga wird in Japan gleichberechtigt für alle Arten von Comics wie Bildergeschichten, Karikaturen oder Zeichentrickfilme verwendet.

Im Gegensatz zu westlichen Comicfiguren, deren Ausdruck durch den Mund geprägt wird, drücken Mangas ihre Gefühle durch ihre übergroßen Augen aus. Ihr Ursprung liegt in der japanischen Kultur, wo sie einen großen Stellenwert in der Gesellschaft einnehmen. Bis weit in die 1980er Jahre war es Europäern praktisch nicht möglich, echte Kunstwerke der Mangas zu erwerben. Der kommerzielle Durchbruch bei uns erfolgte mit Kinderserien wie "Heidi" oder dem Zeichentrickfilm "Das letzte Einhorn".

Natürlich gibt es die Zeichnungen auch als Comic-Heft zu kaufen. Sie haben auch in deutscher Sprache die japanische Lesart übernommen und werden von hinten nach vorne gelesen, zuerst die rechte, dann die linke Seite. Bei ihrer Ausstellung zeigt die Jugendgruppe des Königsbrunner Künstlerkreises eindrucksvolle Bilder, die unter Leitung des Vorsitzenden Klaus Peter Glaser entstanden sind.

Meist sind es Mädchen, die Mangas mögen; der talentierte Nachwuchs trifft sich jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 17.30 Uhr in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in der Füssener Strasse in Königsbrunn; jeder ab zwölf Jahren kann mitmachen und dann vielleicht im kommenden Jahr seine Werke präsentieren. Ähnlich wie der westliche Begriff Comic ist auch Manga in seiner Bedeutung eher unscharf und schließt neben statischen Bildergeschichten, kurzen Comicstreifen und Karikaturen zum Beispiel auch Zeichentrickfilme mit ein. Um sie besser von Zeichnungen in Buchform unterscheiden zu können, hat sich für japanische Zeichentrickfilme jedoch weltweit die Verwendung des Fachwortes "Anime" durchgesetzt. In Japan selbst steht Anime für alle Arten von Animationsfilmen, für die im eigenen Land produzierten genauso wie für importierte; Anime sind ein fester Bestandteil des japanischen Kulturgutes.

Buddhistische Mönche begannen schon früh, Bildergeschichten auf Papierrollen zu zeichnen. Die ältesten bekannten Vorläufer der japanischen Comic-Kunst sind Zeichnungen und Karikaturen aus dem frühen achten Jahrhundert. Im frühen 18. Jahrhundert entstanden die nach dem Mönch Sojo Toba benannten, so genannten Toba-e: Bücher, in denen schwarz-weiße Holzschnittdrucke mit integriertem Text fortlaufende Geschichten bildeten und die hauptsächlich satirischen oder lustigen Inhalt hatten.

Während sich in anderen europäischen Ländern wie Italien und Spanien seit Mitte der 1980er-Jahre ein rasch wachsender Manga-Markt bildete, etablierte sich das Genre in Deutschland ab den 1990er-Jahren dauerhaft.

Seit der Jahrtausendwende haben Mangas auf etablierten deutschen Literaturveranstaltungen wie der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse eigene Bereiche. Seit einigen Jahren gibt es auch deutsche Manga-Auszeichnungen sowie offizielle Zeichenwettbewerbe initiiert, mit denen gezielt deutsche Nachwuchstalente gefördert werden sollen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.