Stadt Königsbrunn kauft Königstherme

Was nun mit dem im Dezember 1984 eröffneten und vor fast genau einem Jahr geschlossenen Bad geschehen soll, ist unklar. (Foto: Peter Stöbich)
Königsbrunn : Königsbrunn | Hinter verschlossener Tür diskutierte der Königsbrunner Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung über die Zukunft der ehemaligen Königstherme. Laut Bürgermeister Franz Feigl sind vielerlei Nutzungsmöglichkeiten denkbar, aber ein Badebetrieb werde aus finanziellen Gründen wohl nicht möglich sein. Was nun mit dem im Dezember 1984 eröffneten und vor fast genau einem Jahr geschlossenen Bad geschehen soll, ist unklar. Die Stadt hat für den Ankauf eine 100-prozentige Tochterfirma, die „Freizeit- und Sportstättengesellschaft Königsbrunn“ (FSK), gegründet. Sie soll jetzt untersuchen, wie die Immobilie in Zukunft genutzt werden kann.
Vor einem Jahr hatte die Königsthermen Bau- und Betriebsgesellschaft (KBB), vertreten durch den geschäftsführenden Gesellschafter Uwe Deyle, Insolvenz angemeldet. Als Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Christian Plail bestellt. Er führte mit der Stadt die Verhandlung über die Zukunft der Therme. Zunächst stellte die Stadt den Betrieb der stillgelegten Anlagen sicher. Im Laufe diese Kontakte kam es auch zu Gesprächen, ob ein Erwerb der Immobilie durch die Stadt denkbar ist.
Feigl: "Seit Beginn des Jahres hat es dazu Verhandlungen gegeben, die vom Stadtrat begleitet worden sind."
Dies hatte zur Folge, dass der Stadtrat am 28. Juni nach eingehender Beratung die Gründung einer 100prozentigen Tochter-GmbH beschlossen hat, die das Erbbaurecht an der Königstherme vom Insolvenzverwalter erwerben soll. Als Name für die GmbH wurde zunächst der Arbeitstitel „Freizeit- und Sportstättengesellschaft Königsbrunn mbH“ mit der Abkürzung „FSK“ gewählt.
Binnen Jahresfrist soll dann der endgültige Name dieser Gesellschaft noch einmal beraten werden, sobald sich die künftige Nutzung der Immobilie konkretisiert hat. Als Geschäftsführer wurde Verwaltungsbetriebswirt Rolf-Peter Reinhardt berufen. "Als kaufmännischer Werkleiter der Stadtwerke und Vorstand des Kommunalunternehmens BVE hat er Erfahrung mit dem Betrieb von Wirtschaftsunternehmen der Stadt und kann diese in die GmbH einbringen", sagte Feigl im Stadtrat. Die Gründung der GmbH ist am 29. Juni beurkundet worden.
In nichtöffentlicher Sitzung wurde der Kaufvertrag zwischen dem Insolvenzverwalter und der GmbH beraten und beschlossen. Hierbei geht es zunächst darum, durch die GmbH die Immobilie zu erwerben, um sie dann einer vernünftigen Nutzung zuzuführen.
"Um ein Spaßbad weiter zu betreiben, wären mittelfristig zwischen 15 und 20 Millionen Euro erforderlich gewesen", so der Bürgermeister. Dies hatte vom Stadtrat unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen abgelehnt.
Nun will die Stadt Möglichkeiten ausloten, die sich für eine wirtschaftliche Nutzung ergeben. Aus heutiger Sicht zeichnet sich ab, dass ein Badebetrieb eher nicht finanzierbar sein wird. Es werden jedoch alle Möglichkeiten geprüft, vom Abriss des Gebäudes über die Nutzung einzelner Gebäudeteile oder Teilbereiche - zum Beispiel, ob der Betrieb der Saunen-Anlagen zusammen mit einer Gaststätte wirtschaftlich vertretbar sein könnte.
Darüber hinaus wird geprüft, welche Nutzungen sich für den Thermenteil anbieten; denkbar sind laut Feigl vielfältige Optionen.
Die GmbH wurde mit einem Stammkapital von 500.000 Euro ausgestattet. Als alleinige Gesellschafterin hat sich die Stadt das Mitsprache- und Entscheidungsrecht über die Zukunft der Königstherme vorbehalten. Für die Entscheidung hatte die Stadt die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung der Bausubstanz abgewartet. Die Standsicherheit sei für die nächsten Jahre gewährleistet, so fasst Feigl das Gutachten zusammen, allerdings haben die jahrzehntelange Feuchte und der Chlordampf auch Schäden hinterlassen.
In den drei Jahrzehnten seit der Eröffnung hatte Uwe Deyle nur sporadisch in das Bad investiert; sein Vater hatte den Komplex aus Bad und Eishalle mit einem Zuschuss der Stadt auf städtischem Grund für 60 Jahre in Erbpacht gebaut. Erneuert und erweitert wurde die Saunenwelt, 2006 entstand noch ein Solebad. Der Saunen- und Wellnessbereich lockte einen Großteil der zuletzt etwa 160.000 Besucher pro Jahr an.
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2 Kommentare
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Jörg Betz aus Augsburg - City | 07.07.2016 | 13:53  
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anika bauer aus Königsbrunn | 19.07.2016 | 09:36  
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