Verkehrskonzept in Königsbrunn: Freie Fahrt für alle Radler


Gleichberechtigung im Straßenverkehr für Autos und Zweiräder ist ein wichtiger Punkt im Radwegekonzept der Stadt Königsbrunn. Am Freitagmittag wird Bürgermeister Franz Feigl den Alten Postweg offiziell von der Gartenstraße bis zum Gymnasium zur Fahrradstraße erklären; dort sind dann Radler gegenüber Autos bevorrechtigt. Dadurch und mit einer Reihe weiterer Maßnahmen soll das Radeln in der Stadt sicherer werden, denn diese Gruppe von Verkehrsteilnehmern lebt gefährlich.

Ein umfassendes Konzept, mit dem sich die Königsbrunner Stadträte vergangenes Jahr ausführlich beschäftigten, hat sowohl die Steigerung der Verkehrssicherheit als auch eine Verringerung von Lärm- und Abgasen zum Ziel. Eine Ausstellung im Rathaus-Foyer zeigte, wo die Räte ihre Prioritäten setzen und was sich künftig alles ändert. Denn während man früher für teures Geld eigene Radwege baute, dürfen beziehungsweise sollen die Radler jetzt wieder zurück auf die Straße, so Bürgermeister Feigl. Fußgänger werden künftig wesentlich breitere Gehwege erhalten, die müssen sie sich allerdings oft ohne Trennlinie mit Radlern teilen. Autofahrer hingegen werden weit häufiger als bisher Radler auf ihrer Fahrbahn erleben.

"Fehlende Radwege" erwähnen Königsbrunner Bürger am häufigsten, wenn sie nach Problemen im Fuß- und Radwegenetz gefragt werden. Gleich dahinter kommt "Disziplinlose Radfahrer". Das sind zwei der Ergebnisse, die Andreas Bergmann von der Planungsgesellschaft Stadt - Land - Verkehr im Stadtrat präsentierte. Sie basieren auf einer Haushaltsbefragung, die im Auftrag der Stadt durchgeführt wurde. Knapp ein Viertel aller Bürger radeln täglich, mehr als ein Drittel ist auch im Winter mit dem Rad unterwegs. Beim Einkaufen, für private Erledigungen und für Freizeitaktivitäten wird das Rad mindestens so häufig genutzt wie das Auto. Mit Ausnahme des künstlichen Freizeithügels Ulrichshöhe fehlen in der Stadt auf dem Lechfeld Steigungen - die Natur macht also Königsbrunn zu einer idealen Fahrradstadt.

Viele Anregungen und Wünsche der Bürger sind in das Radverkehrskonzept mit eingeflossen. "Sämtliche Unfallauffälligkeiten und Gefährdungspunkte, Mängel an den Radwegen, Anbindungen an den ÖPNV und den Freizeitverkehr, die Sicherheit von Radlern und Fußgängern sowie viele weitere Punkte wurden berücksichtigt", so Feigl. "Wer mit dem Rad fährt, tut nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern entlastet auch die Umwelt!"

Im Zuge des neuen Konzepts soll die Kreuzung Hunnenstraße / Guldenstraße im Industriegebiet Nord zu einem kleinen Kreisverkehr umgebaut werden. Aktuell müssen dort die Verkehrsteilnehmer auf der Guldenstraße in beiden Fahrtrichtungen nach rechts abbiegen. In der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße wurde der Bereich mit Tempo 30 (bislang nur zwischen Markt- und Rathausstraße) auf die ganze Strecke zwischen den Kreisverkehren ausgedehnt. Auch hier können Radler die Fahrbahnen benutzen. (Peter Stöbich )
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