Die Besten im Parcours - Patrick Afflerbach und Lisa Zoller sind die neuen schwäbischen Meister im Springreiten

Der neue schwäbische Meister Patrick Afflerbach auf Quando auf dem Weg zum vierten Titel in Folge.
 
Lisa Zoller aus Zoltingen ritt im RC Ulrichshof Königsbrunn auf Casanova Royal zu ihrem ersten schwäbischen Meistertitel.
An Patrick Afflerbach gibt es einfach kein Vorbeikommen: Zum vierten Mal in Folge sicherte sich der Springreiter des RV Königsbrunn Gut Fohlenhof den Titel des Schwäbischen Meisters. Ein Geheimnis seines Erfolges ist dabei vielleicht, dass die Titelkämpfe in unmittelbarer Nähe zu seinem eigenen Verein ausgetragen werden, nämlich im benachbarten Reitclub Ulrichshof Königsbrunn.
„Da bin ich ja fast zuhause. Ich habe nur ein paar Meter Anfahrt und die Pferde kommen ganz frisch auf dem Turnier an“, erklärte sich der alte und neue Meister Afflerbach seine Dominanz über die drei kraftraubenden Turniertage hinweg. Im letzten und entscheidenden Springen, einer mit Schwierigkeiten gespickten Zwei-Sterne-S-Prüfung, blieb Afflerbach mit seinem international erfahrenen 15-jährigen Erfolgspferd Quando als einziger Reiter im Stechen fehlerfrei und holte damit die entscheidenden Punkte in der Meisterschaft. „Quando war lange verletzt, das hier war eines seiner ersten Turniere. Aber er ist super in Schuss“, freute sich Afflerbach über den routinierten Wallach, mit dem er zudem noch das Zeitspringen S* gewann. Platz zwei ging nach einem Abwurf im Stechen an Markus Beutel (RSV Oberallgäu Oberstdorf) auf Clever van de Helle, Bronze an Markus Rudolph (RFV Bad Wörishofen) auf Shakira.
In der Frauenwertung hatte die neue Titelträgerin bei den Frauen, Lisa Zoller vom RC RH Zoltingen zwar eine längerer Anfahrt als Afflerbach, konnte aber ebenfalls auf die Frische ihres vierbeinigen Partners bauen, den erst siebenjährigen Hengstes Casanova Royal. Eng verlief der Dreikampf zwischen den Meisterschaftsaspirantinnen Lisa Zoller, Alexandra Paul (Altusried) und Monika Dirr (Illertissen), die bis zum letzten Springen geführt hatte. Weil Dirr aufgrund eines unglücklichen Abwurfs im Normalparcours aber das Stechen in der abschließenden M**-Prüfung verpasste, zog Zoller an ihr vorbei.
Und konnte ihr Glück kaum fassen. Schließlich hatte sie sich erst vor sechs Wochen bei einem Sturz vom Pferd zwei Rippen gebrochen. „Das war seitdem mein erstes Turnier. Ich habe mir hier gar nicht so viel ausgerechnet, denn zuletzt hatte ich noch etwas Probleme mit der Atmung. Jetzt bin ich natürlich glücklich“, sagte die neue Meisterin, die ihr Pferd selbst ausgebildet hat.
Zum Dreikampf mit Alexandra Paul, die Silber holte, und Monika Dirr auf Platz drei, sagt Zoller: „Wir haben eine tolle Gemeinschaft unter den Reiterinnen. Wir haben uns gegenseitig geholfen und jede hätte es jeder gegönnt.“ Dass sie selbst am Ende Meisterin wurde, brachte ihr schließlich noch eine nasse Reithose ein, denn traditionell müssen neue Titelträger im Springreiten ein Bad im Wassergraben nehmen. Um die noch angeschlagenen Rippen zu schonen, ergab sich Lisa Zoller ihrem Schicksal freiwilig, lief auf dem Ulrichshofer Springplatz zum Graben und ließ sich von den Kolleginnen sanft ins Wasser setzen.
Größeres Gequieke gab es da schon bei den jüngeren Titelträgerinnen. Der Meisterin bei den Jungen Reitern, Annalena Lenhart (RFV Bad Wörishofen), und der Titelträgerin der Junioren I, Gloria Elisabeth Schörgendorfer (RFV Reinhartshausen), die von ihren Reiterkollegen ebenfalls nicht verschont wurden und im kühlen Nass landeten. Nur Emma Rock (RFV Marktoberdorf), die Siegerin bei den Junioren II kam an einer Taufe vorbei und durfte mit trockener Reithose auf die Ehrenrunde zu Pferde vor den zahlreichen Zuschauern und Ehrengästen, die sich zur Meisterschaftsehrung am Sonntagnachmittag auf der Anlage des RC Ulrichshof eingefunden hatten.
Darunter Königsbrunns 2. Bürgermeistern Barbara Jaser und der Präsident des Schwäbischen Reit- und Fahrverbandes Dr. Max Stechele. Er wie auch Richter Karl Heuschmid würdigten bei der Medaillenvergabe das Engagement des gastgebenden Vereins, der in kürzester Zeit seinen Reitplatz saniert hatte, um den Springreitern gute Bedingungen zu bieten. „Der Platz hat ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Erst zweieinhalb Tage vor dem Turnier wurde der Belag aufgebracht und rund um die Uhr gefahren. Ein großer finanzieller Aufwand für einen Verein“, sagte Heuschmid. „Das war ein großer Kraftakt, der nur geklappt hat, weil alle zusammen geholfen haben“, bestätigte auch RCU-Vorsitzender Peter Breitner die aufwändigen Vorbereitungen der vergangenen Wochen.
Dass sich die Mühen gelohnt hatten, zeigten nicht nur die vielen Zuschauer an den drei Turniertagen, sondern auch die guten Ergebnisse in 21 verschiedenen Prüfungen. Darunter mehrere Einsteiger-Prüfungen, in denen die Mitglieder des RCU selbst aktiv und platziert waren, wie der Jump& Run-Wettbewerb, das E-Springen oder die Pony-Führzügelklasse.
Wie wichtig diese Einsteigerprüfungen sind brachte Vizemeister Markus Beutel auf den Punkt. „Dass ich Zweiter wurde, war nicht schlimm, schließlich haben wir die für die Familie wichtigste Prüfung des Wochenendes gewonnen. Meine Tochter ist Erste in der Pony-Führzügelklasse geworden“, sagte der glückliche Vater lachend.
Mit kleinem und großem Sport geht es auf dem Ulrichshof auch am nächsten Wochenende weiter. Von 7. bis 9. August sind die Dressurreiter im Einsatz. Zum einen werden auch hier die Schwäbischen Meisterschaften ausgetragen, zum anderen stehen hochklassige Prüfungen wie den Grand Prix oder den Intermediaire II auf dem Programm, für die starke Gäste erwartet werden, darunter Reiter aus den bayerischen Top Ten wie Uwe Schwanz (Sauerlach) und Dr. Tina von Block (Taufkirchen). (ab) Fotos: Alexander Götzfried und Markus Heffele
Alle Ergebnisse unter rc-ulrichshof.de
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