Volles Haus bei Topstar

Bei der Marketing vor Ort-Veranstaltung bei Topstar war das Interesse der Mitglieder sehr groß.
 
Gemütliche Sessel der Marke Topstar und Wagner luden im Eingangsbereich ein, es sich bequem zu machen.
Langenneufnach: Topstar | Prof. Dr. Rainer Wagner spricht über Trends und Markenbildung im Möbelbereich

Wer nach Langenneufnach fährt, sieht es schon vom weitem: das über 100.000 Quadratmeter große Gelände von Topstar. Um Einblicke des stetig wachsenden Unternehmens zu bekommen, waren die Mitglieder des Marketing Clubs Augsburg am 19. September zu Gast. Trotz des gleichzeitigen FCA-Heimspiels war der Abend bei dem Hidden Champion in den westlichen Wäldern schon seit Wochen ausgebucht. Denn die Marketingfachleute wollten mehr über die Trends und die Markenbildung von Topstar erfahren und davon durften sie sich von der neuen Produktionslinie der Premiummarke Wagner überzeugen. Dort werden jeden Tag 400 Bürostühle individuell angefertigt. Die Industrie 4.0 lässt grüßen.

Die Begrüßung der Gäste übernahmen Beirat Thomas Kamm und der geschäftsführende Geschäftsführer von Topstar Prof. Dr. Rainer Wagner – auf einer Treppe inmitten des Eingangsbereichs der Topstar-Unternehmenszentrale. Man fühlte sich wie in einem Dschungel umgeben von Bäumen und unzähligen Stühlen der Top-Marke in den verschiedensten Farben. Sogar eine alte Bank fand dort Platz, die dem Seniorchef Michael Wagner sehr am Herzen lag und die wegen eines Neubaus an anderer Stelle weichen musste.

Als er vor genau 41 Jahren (das ist auch das Geburtsjahr von Apple) in der kleinen Stuhlfabrik seines Vaters an seinen ersten Bürodrehstühlen bastelte, dachte er nicht, dass er damit den Grundstein eines Unternehmens mit heute über 450 Mitarbeitern legt. Inzwischen hat der Firmengründer zusammen mit seinen drei Söhnen Prof. Dr. Rainer Maria, Peter und Michael Wagner jun. und vielen engagierten Mitarbeitern, die alle mit Herzblut dabei sind, aus dem kleinen Stuhlhersteller einen der renommiertesten Büro- und Drehstuhlhersteller Europas geformt. Hier in Langenneufnach, bei einem der weltweit modernsten Fertigungsbetriebe für Drehstühle, Chefsessel und Besucherstühle, werden auf vier verschiedenen Produktionslinien pro Tag bis zu 10.000 Stühle in einer beispiellosen Varianten-Vielfalt produziert. Die Produktpalette reicht vom Kinder- und Jugend-Drehstuhl über den professionellen Büro-Drehstuhl bis hin zum luxuriösen Leder-Chefsessel. Eines der modernsten Logistik-Systeme der Branche garantiert den reibungslosen Produktionsprozess und pünktlichen Versand zum Kunden in die ganze Welt. Im hauseigenen Design- und Modellbau werden ständig neue, hoch innovative Produkte entwickelt, die nach strengsten Qualitätstests im Prüflabor schließlich in Serienreife vom Band laufen. Garantiert „Made in Germany“. Zuerst ging es für die Gäste deshalb über das große Gelände durch mehrere Hallen in das Prüflabor. Hier wird jeder Stuhl geprüft – und zwar auf fünf Jahre Haltbarkeit.

Am 11. Oktober startet die neue Produktion im Livebetrieb

Danach konnten sich die Mitglieder von der modernen Fertigung der Marke Wagner ein Bild machen. Zurzeit wird noch getestet, am 11. Oktober startet die neue Produktion live. Die Philosophie ist einfach: Ein Mitarbeiter baut einen Stuhl für einen Kunden. Neu ist die Vorfertigung von mechanischen Bauteilen, die dann am Schluss noch eingebaut werden müssen. So ist die Endmontage deutlich überschaubarer. Begeistert waren die Mitglieder vom neuen führerlosen Transportsystem (FTS), das reden kann und automatisch durch die Gänge fahren kann. Für den Seniorchef war das Bedingung, denn auch mit fast 75 Jahren ist er noch mit im Familienbetrieb. Alle Arbeitsplätze wurden ergonomisch gestaltet und gemeinsam mit den Herstellern selbst entwickelt. Übrigens: Auch die Verpackung der Stühle kann per Knopfdruck verschlossen werden.

Nach der Führung ging es wieder zurück und die Mitglieder erfuhren von Prof. Dr. Rainer Maria Wagner in seinem kurzweiligen Vortrag so einiges über „Trends und die Markenbildung im Möbelbereich“. Er gab Einblicke in die neue Art des dreidimensionalen Sitzens und die damit verbundene konsequente Marken- und Vertriebspolitik von Topstar mit der Premiummarke Wagner. Wie können Marken ein Erfolgsgarant für ein Unternehmen sein und wie bieten sie neue Chancen? Topstar geht hier andere Wege, denn „das klassische Branding ist sonst in unserer Branche nicht üblich“, weiß Wagner. Doch es sei notwendig gewesen, als die Asiaten vor einigen Jahren in den Markt drängten. Deshalb eliminierte man bei Wagner die Discountprodukte und konzentrierte sich auf Qualität mit einem Public Branding von Topstar und Wagner. Seit dem Jahr 2014 kam als Hauptzielgruppe der Endverbraucher ins Spiel. Weiterhin herrschte ein hoher Preiskampf auf allen Märkten. „Wir beschlossen, neue Sortimente aufzubauen wie Sitzen am Esstisch, im Empfangsbereich, in der Gastronomie und in Hotels“, sagt Wagner. Und dieser Weg war goldrichtig, denn heute macht Topstar 100 Millionen Umsatz im Jahr. Unter anderem bewegt Wagner mit seiner Objektausstattung die Elbphilharmonie und Clouds in Hamburg. „Das ist unser Weg!“, ist Wagner stolz.

Aber auch das dreidimensionale Sitzen liegt dem Marketing-Experten am Herzen. Mit einem Kissen, das auf jedem Stuhl des Vortragsraumes lag, konnten es die Mitglieder gleich testen. Man fühlte sich wie auf einem Ball. Rückenschmerzen ade! Dafür wohlfühlen!


Wo geht die Zukunft hin? Wagner verriet, dass ab Juni 2018 aus dem dreidimensionalen Sitzen das vierdimensionale Sitzen wird – dann aber mit einer vollkommenen Bewegungsfreiheit in einer neuen Produktserie des Designers Stefan Diez. Man darf also gespannt sein!












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