60 Jahre und kein bisschen leise

Die „Laugnataler Musikanten“ (Bild) sind aus dem musikalischen Leben der Region nicht wegzudenken. Beim Musikfest feiern sie ihre Gründung vor 60 Jahren. Foto: privat

Die Ursprünge des heutigen Musikvereins Laugna-Bocksberg gehen bis in die 1920er-Jahre zurück. Damals wurde eine Stubenmusik aus der Taufe gehoben. Auch die Blasmusik hatte in Laugna eine lange Tradition. Doch richtig in Fahrt kam sie erst 1956. Damals gründeten Alois Tischmacher und Leonhard Domler mit viel Engagement eine Blaskapelle, die unter dem Namen „Frohsinn Laugna“ firmierte. Sechs Jahrzehnte sind nun seit der Gründung vergangenen. Gefeiert wird das Jubiläum von Freitag bis Sonntag, 22. bis 24. Juli, mit einem bunten Musikfest.

18 Burschen gehörten 1956 der Kapelle an. Die ersten Auftritte absolvierten sie bei kirchlichen Anlässen, Vereinsfesten und Hochzeitsfeiern. Mitte der 1960er-Jahre sei, so berichtet die Chronik, die Euphorie der Gründerzeit jedoch verflogen gewesen. Musikanten der ersten Generation legten ihre Instrumente nieder. Personalwechsel war die Folge. Zeitweise musste die Kapelle auf Aushilfen zurückgreifen, um eine spielfähige Besetzung auf die Beine zu stellen.
Trotz dieser Schwierigkeiten setzte der Musikverein auch neue Ideen um. Eine davon besteht bis heute: das Hallenfest in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Laugna. Daraus entwickelte sich das Wiesenfest, das seit 1974 jedes Jahr am Lagerhaus gefeiert wird.

Goldene Zeit der Blasmusik

Im Frühjahr 1975 übernahm der Posaunist und erfahrene Tanzmusiker Rudi Kurz die musikalische Leitung. Unter ihm erlebte die Kapelle einen Aufschwung. Die Chronik spricht von einer „goldene Zeit der Blasmusik“. Es folgten Gastspiele weit über die bayrischen Grenzen hinaus.
Rudi Kurz war es auch, der gemeinsam mit der Vorstandschaft konsequent den Umbau zur Unterhaltungs- und Stimmungskapelle vorantrieb. Äußeres Zeichen dafür war die Umbenennung des Klangkörpers in „D'Laugnataler Musikanten“. Eine neue Sommertracht wurde angeschafft und die Musikausbildung der Jugendlichen belebt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

Generationswechsel

Ein Generationswechsel trat ein als Karl-Heinz Gebele 1986 die Vorstandschaft und zwei Jahre später der Klarinettist Heinz Häußler den Dirigentenstab übernahm. Für die Entwicklung des Vereins sei dies bis heute ein Glücksfall, ist in der Chronik nachzulesen.
1989 führte der Musikverein das erste Kirchenkonzert in der Laugnaer Pfarrkirche Sankt Elisabeth durch. Das Konzert fand in der Bevölkerung eine große positive Resonanz. Seitdem ist das musikalische Jahr zweigeteilt. Im ersten Halbjahr wird für die Auftritte bei den Dorffesten und Vereinsjubiläen geprobt, nach den Sommerferien für das jährlich stattfindende Kirchenkonzert. Konsequent fortgesetzt wurde die Gesangstradition in der Kapelle, neu belebt das Spiel in kleinen Gruppen.

Meilenstein

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war das Jahr 1996. Unter der Federführung des Vorsitzenden Karl-Heinz Gebele wurde eine Satzung ausgearbeitet und offiziell der Musikverein Laugna-Bocksberg gegründet.
Die Drei-Tage-Feier beginnt am Freitag, 22. Juli, mit einem Stimmungsabend im Festzelt. Dort sind um 20 Uhr „Viera Blech“ aus Tirol angesagt. Das 2004 als Quartett gegründete Band setzt sich aktuell aus sieben hochkarätigen Musikern zusammen, die Blasmusik auf höchstem Niveau garantieren. Ihr brandneues Album heißt „Neue Wege“.
Tags darauf, am Samstag, 23. Juli, findet um 18.45 Uhr der Einzug der Vereine statt. Anschließend versprechen der Musikverein Reutern und die Musikkapelle Zusamaltheim einen gemütlichen Festabend.
Am Sonntag, 24. Juli, findet um 6 Uhr der Weckruf statt. Um 9 Uhr steht ein Festgottesdienst mit anschließendem Frühschoppen mit Landrat Leo Schrell an. Musikalisch umrahmt wird er von den „Laugnataler Musikanten“. Ab 14 Uhr spielen die Jugendkapellen aus Laugna und Zusamaltheim. Um 17.30 Uhr treten alle am Fest mitwirkenden Kapellen zu einer Serenade an. Ab 19 Uhr greift der Musikverein Schnürpflingen zu seinen Instrumenten. Er bestreitet das Festfinale. (spr)
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