Meitinger SGL Group verkauft Graphitelektrodengeschäft an Japaner

Die SGL Group hat heute eine Vereinbarung zum Verkauf ihres Geschäfts mit Graphitelektroden an das japanische Unternehmen Showa Denko unterzeichnet. Unter Herausrechnung von liquiden Mitteln und Schulden haben sich beide Vertragsparteien auf einen Unternehmenswert (Enterprise Value) von 350 Millionen Euro geeinigt. Nach Abzug von üblichen schuldähnlichen Verpflichtungen, vor allem Rückstellungen für Pensionslasten und Restrukturierungen, ergibt sich für die SGL Group ein Mittelzufluss von mindestens 200 Millionen Euro. Der endgültige Verkaufserlös wird auf Basis der zum Zeitpunkt des Closings aufzustellenden Bilanz festgesetzt. Die Transaktion unterliegt den üblichen Vollzugsbedingungen, insbesondere der Zustimmung der Kartellbehörden. Das Closing wird für das erste Halbjahr 2017 erwartet.

„Showa Denko ist der ideale neue Eigentümer für unser Graphitelektrodengeschäft. Beide Unternehmen verfügen am Markt über einen guten Ruf und legen großen Wert auf die Qualität ihrer Produkte. Zusammen sind sie bestens positioniert, um Kunden rund um den Globus zu betreuen”, sagt Dr. Jürgen Köhler, CEO der SGL Group. „Die Transaktion ist ein wichtiger Meilenstein für unsere strategische Neuausrichtung. Künftig werden wir uns voll auf unsere Wachstumsbereiche Composites – Fibers & Materials (CFM) und Graphite Materials & Systems (GMS) konzentrieren und dort die Chancen nutzen, die sich aus den Megatrends Mobilität, Energieversorgung und Digitalisierung ergeben.”

„Showa Denko und das Graphitelektrodengeschäft von SGL passen hervorragend zusammen”, sagt Hideo Ichikawa, CEO von Showa Denko. Basierend auf wettbewerbsfähigen Produktionsstätten in den drei Schlüsselregionen Europa, den USA und Asien sowie der hohen Qualität der Produkte, strebt SDK mit dem Kauf eine globale Führungsposition im Graphitelektrodenmarkt an.“

Showa Denko ist eines der führenden Chemieunternehmen in Japan. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 781 Milliarden Yen (6,8 Milliarden Euro) und ein operatives Ergebnis von 34 Milliarden Yen (0,3 Milliarden Euro). Zum Jahresende 2015 beschäftigte das Unternehmen 10.561 Mitarbeiter.

Mit dem Closing gehen rund 900 Mitarbeiter und sechs Produktionsstätten in Deutschland, Österreich, Spanien, USA und Malaysia von der SGL Group auf den neuen Eigentümer über.

Der Verkauf wird im laufenden Geschäftsjahr der SGL Group zu einer Wertberichtigung von 40 bis 50 Millionen Euro führen, was auf Transaktionskosten und die Fortführung des Graphitelektrodengeschäfts bis zum Closing zurückzuführen ist. Der Mittelzufluss entspricht dem Buchwert zum 30. September 2016. Dementsprechend hat die Transaktion keine Abschreibung auf den Buchwert im Graphitelektrodengeschäft zur Folge.

Um den Verkaufserlös zu maximieren, wird der Bereich CFL/CE – ebenfalls Teil der Geschäftseinheit PP – separat veräußert. Der Verkaufsprozess wird Anfang 2017 fortgesetzt. Mit dem Verkauf des Graphitelektrodengeschäfts rechnet die SGL Group nun damit, in Summe mehr als den Buchwert des ehemaligen Geschäftsbereichs PP zu realisieren.

Die SGL Group ist überzeugt, dass die Erlöse aus dem Verkauf des Graphitelektrodengeschäfts und die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf von CFL/CE zur deutlichen Senkung der Nettoschulden beitragen und somit auch die Bilanzrelationen des Unternehmens verbessern werden. Zudem prüft das Unternehmen derzeit die Vorteile und die Machbarkeit einer möglichen zeitnahen Bezugsrechtskapitalerhöhung unter Ausnutzung des zur Verfügung stehenden genehmigten Kapitals. Damit verfolgt die SGL Group das Ziel, die Kapitalstruktur weiter zu stärken und die finanziellen Schlüsselkennzahlen zu verbessern, um eine solide Basis für die Wachstumsbereiche CFM und GMS zu schaffen.

Vor dem Hintergrund des Verkaufsprozesses für das Graphitelektrodengeschäft und für CFL/CE, den Anpassungen der administrativen Strukturen an die nun kleinere SGL Group nach dem vollständigen PP-Verkauf, und im Zusammenhang mit anderen Übergangsmaßnahmen im Zuge der Neuausrichtung der SGL Group und deren Konzentration auf ihre Wachstumsbereiche CFM und GMS, hat das Unternehmen entschieden, seinen im Bericht über das erste Halbjahr 2016 dargelegten Ausblick mit sofortiger Wirkung zurückzunehmen und während der Transformationsphase von allen kurzfristigen Gewinnprognosen abzusehen. Die SGL Group plant, einen neuen Ausblick im Rahmen der Publikation des Geschäftsberichts 2016 im März 2017 zu veröffentlichen. (pm)
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