100 Millionen fürs Lech-Stahl-Walzwerk in Herbertshofen

Die Lech-Stahlwerke in Herbertshofen wollen 100 Millionen in eine Erneuerung ihres Walzwerkes investieren. Foto/Grafik: Lech-Stahlwerke


Zu einer Informationsveranstaltung über eine geplante Walzwerkerweiterung hatten die Lech-Stahlwerke kürzlich in den Meitinger Bürgersaal eingeladen - 80 Bürger waren gekommen.

Die Befürchtung, dass es zu höheren Umweltbelastungen kommen könnte, lag im Raum. Einer der Besucher, der Herbertshofner Rudolf Rösner, ist skleptisch und meinte: "Je größer das Werk wird, umso mehr könnte die Umwelt belastet sein." Dem wiedersprach Stahlwerksgeschäftsführer Knut Rummler. Er erklärte, dass die Lech-Stahlwerke in den nächsten Jahren rund hundert Millionen Euro in Lärmminderungsmaßnahmen und in eine neue Technologie investieren wollen. Diese Technologie sei notwendig, um die Produktqualität zu verbessern und den Erfordernissen des Marktes anzupassen. Nur so könne man das Stahlwerk am Markt halten und die Arbeitsplätze sichern. Herbertshofen sei das letzte Stahlwerk in Deutschland, das diese Technologie noch nicht habe. "Wir wollen alle Fragen klären", so Rummler und wies auf diese freiwillige Veranstaltung mit frühzeitiger Bürgerinformation hin.

Schrottplatz

Der immissionsschutzrechtliche Genehmigungsantrag für die Walzwerkerweiterung sei bereits im Landratsamt Augsburg eingegangen. Die Behörde verlange als Voraussetzung für die Inbetriebnahme des Walzwerks eine Einhausung des Schrottplatzes als Teil eines umfangreichen Lärmminderungskonzepts, zu dem sich die Lech-Stahlwerke in einem öffentlichrechtlichen Vertrag verpflichtet haben. Diese Einhausung müsse bis 2019 fertiggestellt sein. Laut Rummler werde der Zeitplan eingehalten, man habe bereits drei Millionen Euro in die Schrottplatzeinhausung investiert. Somit sei die Inbetriebnahme des neuen Walz-werks erst für Ende 2018 oder Anfang 2019 vorgesehen. Herzstück der Baumaßnahme sei die Erweiterung der Walzstraße II, die sich im westlichen Teil des Werksgeländes befindet. Dazu müsse die Halle jedoch um rund 120 Meter verlängert werden. Die Verlängerung der Halle ziehe einen umfassenden Eingriff in die Werkslogistik nach sich. Verlagerungen von Kranwerkstatt, mechanischem Labor und Glühöfen seien ebenso geplant wie eine neue Lagerhalle neben dem Filter IV.

Zur Neuordnung von Lagern im Freien soll die gesamte Nordwestfläche des Stahl- und Walzwerks befestigt werden. Zudem sollen Werksgleise rückgebaut und verlegt werden. Rummler und Kihm versprachen von einer deutlichen Lärmminderung durch die geplanten Maßnahmen.

Auf kritische Nachfragen aus dem Besucherkreis, warum ein größeres Walzwerk zu weniger Lärm führen soll, erläuterten beide, dass dies Berechnungen am Computermodell ergeben hätten. Moderne Anlagen seien leiser, so der Stahlwerksgeschäftsführer, die lauten alten Anlagen sollen gleichzeitig abgebaut werden. Zudem erklärte Rummler, dass eine Erhöhung der erlaubten Jahresproduktion von derzeit 1,1 Millionen Tonnen nicht vorgesehen sei, denn es gehe um Modernisierungen und Erneuerungen, nicht um eine höhere Produktion.

Wasser aus dem Lechkanal werde für die neue Kühlwasserversorgung nicht benötigt, denn es handle sich um einen geschlossenen Kühlwasserkreislauf, der aus eigenen Flachwasserbrunnen gespeist werden soll.

Zu Beschwerden über Staubemissionen wurden Messungen des Landesamts für Umwelt durchgeführt. Es habe sich gezeigt, dass die Grenzwerte deutlich unterschritten würden. "Man habe, die Staubemissionen bereits soweit wie möglich reduziert. Damit es aber keinen Staub mehr gäbe, müsste das Stahlwerk stillgelegt werden" sagte Rummler.

Die Pläne für die Walzwerkerweiterung werden während des Genehmigungsverfahrens noch öffentlich zur Ansicht ausgelegt. (Peter Heider )
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