DAS HAUS NR. 64 - Ein Haus in der Erlingerstraße

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Zusammengestellt von Marion Buk-Kluger, mit freundlicher Unterstützung von Adolf Fischer bei der Recherche und der Bildbereitstellung

Erbaut wurde das Anwesen nach der Fertigstellung der Eisenbahn 1844. Sein erster bekannter Besitzer war Johann Wahl, der das Anwesen am 13.8.1872 kaufte. Der nächste Besitzer war der Schneidermeister August Eiba von Gottmannshofen, der das Haus 1875 erwarb. Er war verheiratet mit Margaritha Bachmann von Glött, die er am 1.3.1875 ehelichte.

Als er den Besitz 1876 an Sales Baschenegger verkaufte, zog er anschließend nach Wertingen. Baschenegger behielt ihn aber nicht lange und verkaufte seinerseits am 21.9.1876 um 2742 Mark an Anton Mack. Auch er war nur wenige Monate Besitzer des Anwesens, denn schon am 12.2.1877 hieß der neue Besitzer Karl Wagner von Holzen. Dieser baute 1879 an das bisherige Haus eine Werkstätte an. Am 21.6.1882 erwarben dann um 3840 Mark Josef Nuber und seine Ehefrau Karolina das Anwesen und betrieben weiterhin die kleine Werkstatt. Der nächste Besitzer im Jahr 1885 war der Stationswärter Leonhard Prinz, der dort mit seiner Frau Margaretha lebte. Die Familie Prinz baute dann die Werkstatt 1886 in eine kleine Wohnung um. So entstand das heute noch ersichtliche Doppelhaus.

Am 25.9.1896 erwarben dann Johann Hofmann und seine Ehefrau Maria um 4400 Mark das Anwesen. Hofmann begann eine Landwirtschaft und baute 1899 einen Stadel und einen Stall. Als Johann Hofmann gestorben war, verkaufte dessen Witwe Maria 1913 an den Wirt und Ökonomen Jacob Baierl von Pichl, für den Preis von 11.000 Mark. Über 30 Jahre später schließlich, am 10.2.1944 übergab Jacob Baierl seiner Tochter Kreszenz den Familienbesitz. Die überließ jedoch ihrer Schwester Anna den hinteren Anbau des Hauses.

Eine Goldene Hochzeit auf dem Anwesen

Ein Jahr zuvor, am 10. Juni 1943, feierten Jacob Baierl und seine Frau Maria ihre goldene Hochzeit. In der Wertinger Zeitung stand damals: „Im Kreise von 35 Kindern, Enkeln und Urenkeln begehen heute Samstag der 74-jährige Landwirt Jacob Baierl hier und seine 71-jährige Frau Maria, geb. Menhart die 50. Wiederkehr ihres Hochzeitstages. Der Jubelbräutigam stammt aus einer kinderreichen Bauernfamilie in Gundelsdorf bei Aichach, die Jubelbraut aus Sielenbach bei Aichach. Seit mehr als 30 Jahren in Meitingen ansässig, betreibt das noch sehr rüstige und arbeitsfähige Jubelpaar sein Anwesen noch ganz allein. Herr Baierl hat das Metzgerhandwerk erlernt und vertrat während des ersten Weltkrieges den eingerückten Metzgermeister Albert Bernhard von hier einige Jahre. Bei der Ortsfeuerwehr ist er über 30 Jahre Zeugwart.

Bei Uferbauarbeiten am Lech hätte ihn einmal beinahe der Tod des Ertrinkens ereilt. Von einem Sturz vom Baum blieb ihm ein Knochenschaden. Seine tapfere Frau schenkte ihm im Laufe seiner überaus glücklichen Ehegemeinschaft 18 Kinder, von denen frühzeitig 10 verschieden. Herr Baierl hatte an seiner Frau stets eine unverdrossene Mitarbeiterin und treue Weggenossin. Den Kindern war Frau Baierl immer eine liebe, treusorgende Mutter. Mit berechtigtem Stolz trägt die tapfere Frau und Mutter das goldene Ehrenkreuz der deutschen Mutter. Wir wünschen dem geschätzten Jubelpaar auch fernerhin von Herzen alles Gute.“

Auf Grund des hohen Alters des Jacob und der Maria Baierl wurde die Landwirtschaft Ende der 1940er Jahre aufgegeben und sie verstarben beide im Jahre 1950. Die übernehmende Tochter Kreszenz(ia) ehelichte am 20. Juni 1931 den Maurer Adolf Fischer von Mühlbühl (Oberpfalz). Sie brachte sieben Kinder zur Welt und verstarb schon sehr bald 1947.

Nach dem Tode des Bauernehepaares Baierl wurde das Wohnhaus der Familie dem Schwiegersohn Adolf Fischer überlassen. Das hintere Haus verblieb der anderen Tochter Anna, verheiratete Marb, die darin eine Schneiderwerkstatt hatte, und deren Sohn Hubert später auf dem Grundstück ein neues Haus erbaute. Der Sohn von Adolf Fischer, Erwin, übernahm das Haus 1964, übersiedelte später nach Langenreichen und verkaufte das Anwesen.
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