Das „Hennaloch“ in Meitingen ist bald vollendet

Das Ende der Bauarbeiten an der Bahnunterführung vor der Peter-Dörfler-Straße steht kurz bevor, wodurch die Verkehrsumleitung in Richtung Langenreichen und Wertingen wieder aufgehoben wird. Foto: Peter Heider


Die Bauarbeiten der neuen Bahnbrücke in der Peter-Dörfler-Straße im Norden der Marktgemeinde Meitingen gehören bald der Vergangenheit an. Baubeginn war im April 2016. Die Durchfahrt der Unterführung, in Meitingen auf Grund der Enge scherzhaft als "Hennaloch" bezeichnet, wird nach Aussagen der Bahn demnächst fertiggestellt sein. Die Behelfsbrücke, auf der während der Baumaßnahmen Züge fuhren, wurde inzwischen abgebaut.

Das ehemalige Brückenbauwerk hatte schon mehrere Jahrzehnte Bahngeschichte auf dem Buckel, denn es wurde bereits im Jahr 1901 errichtet. Die letzten Arbeiten an der Baumaßnahme, die Straßenanbindungen, befinden sich auch schon in der Endphase. Unverständlich ist für viele Meitinger Bürger, warum die Unterführung nicht verbreitert wurde und somit weiter nur einspurig genutzt werden kann. Des Rätsels Lösung ist jedoch ganz einfach. Durch die enge Durchfahrt wird verhindert, dass zusätzliche Lastkraftfahrzeuge von der nahegelegenen Bundesstraße 2 in den Ortskern fahren können.

Ein zweiter Grund für eine Nichtverbreiterung war die Kostenfrage. Der Markt Meitingen hätte die Verbreiterungskosten für die Unterführung, die sich auf zwei Millionen Euro belaufen hätten, selbst tragen müssen. Die Investitionen des neuen Brückenbaus, etwa 3,5 Millionen Euro, trägt allein die Bahn. Etliche Arbeiten konnten auf Grund des Bahnbetriebes nur in nächtlichen Zugpausen ausgeführt werden. Da auch die Schallschutzwände vorübergehend abgebaut werden mussten, warnte die Bahn bereits im Vorfeld der Bauarbeiten die Anlieger über zusätzlichen Lärm. Aus Sicht der Anlieger waren die Bauarbeiten der Bahn jedoch insgesamt weniger störend, da auch der Zugverkehr wegen Sperrungen und Lang-samfahrten leiser war. Der sehr starke Straßenverkehr von und zur DB-Unterführung sei weit mehr beeinträchtigend.

Bedauerlich finden viele Bürger im Kernort, dass die Meitinger Wohngebiete nicht besser vor dem Straßenverkehr geschützt werden. Eine andere Anbindung der Bundesstraße mit Schutz und Entlastung der Wohngebiete wäre sinnvoller gewesen. Wenn die Unterführung wieder für den Verkehr freigegeben wird, sei leider die "verkehrsarme Zeit" in der Peter-Dörfler-Straße sowie in der Langenreichener Straße vorbei. Dann rollt der Verkehr wieder wie vor der Baumaßnahme und der Lärm sowie die Abgasemissionen sind "wie in alten Zeiten" vorprogrammiert. Durch die Peter-Dörfler-Straße fahren dann täglich wieder etwa 5000 und durch die Langenreichener Straße 3000 Fahrzeuge, aus Sicht der Anlieger sei das eine Zumutung. Wäre die Unterführung breiter, würde der Verkehr noch mehr zunehmen. Aber die Anwohner an der Erlinger Straße werden eine deutliche Verkehrsentlastung spüren. Da die Peter-Dörfler-Straße während der Baumaßnahme am "Hennaloch" gesperrt werden musste, wurde der Verkehr in Richtung Langenreichen oder Wertingen über Erlinger Straße und die folgende Bahnüberführung umgeleitet.

Deshalb fordern viele Bürger im Kernort eine bessere Verkehrsleitplanung, Entlastungsstraßen und die Fortführung des Lärmminderungsprogramms durch die Marktgemeinde. Die Bürger im benachbarten Biberbacher Ortsteil Markt werden die "Hennalochöffnung" herbeisehnen, da täglich mehrere hundert Fahrzeuge aus dem Raum Wertingen und Dillingen die Ortsdurchfahrt Markt als Abkürzung für ihre Fahrt ins Lech-Schmuttertal nutzen. (Peter Heider )
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