Das Meitinger Schloss

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Zusammengestellt von Marion Buk-Kluger, mit freundlicher Unterstützung von Adolf Fischer bei der Recherche und der Bildbereitstellung.

Vom Schloss über die Trinkerheilanstalt bis zum Seniorenheim.

Die Grundherrschaft über das Dorf Meitingen besaß seit 1454 durch die Heirat des Georg Gumppenberg mit der Marschallin Hilaria von Biberbach, die Familie Gumppenberg aus Pöttmes. Da die Familie unter dessen Sohn Alexander in finanzielle Nöte kam, wurde 1520 an die Gebrüder Hans Leonhard und Anton Bimmel aus Augsburg verkauft. Diese erbauten ein Herrenhaus, das spätere Schloss. Die Bimmels waren angesehene Patrizier und stellten auch zweimal den Bürgermeister zu Augsburg.

Der männliche Stamm starb mit Friedrich Albert Bimmel aus, dessen Vater Hans Albrecht Bimmel verehelichte sich 1640 mit Barbara Lößlin von Nürnberg.
Von den Bimmels kamen diese Güter, Meitingen und Nordendorf, durch das Testament der Anna Bimmel, Georg Sulzers Witwe, an Bernhard Rehlinger Kinder und Karl Wolf Rehlinger zu Windach. Im Jahre 1580 ging das Anwesen um 30’000 Gulden an Marx Fugger von Biberbach.

Die Besitzer aus der Patrizierfamilie Zobel

Die nächsten Besitzer kamen aus der Patrizierfamilie Zobel, die in Pfersee ansässig waren. Ihre Vorfahren lebten 1500 in Wertach, der Stammvater war Jacob Zobel. Sein Sohn Martin kam 1610 nach Augsburg als Stadtgerichtsasessor und in den Innern Rat... Nachdem Adolf Zobel (III, geboren 1657) 1679 gestorben war, folgte die Liquidation des Grundbesitzes. Der Besitz in Meitingen wurde an das Heilig-Geist-Spital veräußert.


Das Spital geht auf eine Gründung des Bischofs Ulrich von Augsburg (923 – 973) zurück. Es ist seit 1150 unter dem Namen Heilig – Geist-Spital bezeugt. Es lag am Roten Tor in Augsburg und war die älteste städtische Einrichtung zur Versorgung von Kranken und Alten in der Reichsstadt. Die jetzige Vierflügelanlage mit dem unregelmäßigen Innenhof wurde 1623 bis 1631 vom Augsburger Stadtbaumeister Elias Holl geschaffen, den Westflügel setzte Holls Nachfolger Jörg Höbel um.
Heute wird das Heilig – Geist – Spital nicht mehr als Krankenhaus genutzt. Es beherbergt Ateliers, eine Tagespflege, Senioren Wohnungen und die Augsburger Puppenkiste, sowie seit 2001 das Augsburger Puppentheatermuseum (Die Kiste).

Die Familie von Schnurbein

Balthasar Schnurbein III. hatte im Jahre 1704 die finanzielle Beklemmnis genutzt, in die Augsburg nach dem spanischen Erbfolgekrieg durch die Kontributionsforderungen der Franzosen geraten war (bei Nichtbezahlung drohte das Gefängnis), und die Stadtregierung sah sich gezwungen bei ihren Bürgern Kredite aufzunehmen, für die sie als Sicherheit städtische Grundstücke einsetzte.
So wurde aus dem Besitz des Heilig – Geist – Spitals das Gut Meitingen für 20‘000 Gulden an Schnurbein verpfändet und bald darauf für 31’000 Gulden verkauft.
Als erster Vertreter der Familie Schnurbein kam Ende 1593 Balthasar I. (1578 – 1635) von Brixen, Südtirol, Sohn des Handelsmannes Nicolaus Schnurpain (+ 1607) nach Augsburg. 1594 trat er hier eine achtjährige Lehrzeit bei der Handelsgesellschaft Nikolaus und Ludwig Stierlin an, wo er seinen Dienstvertrag bis 1611 verlängerte. Inzwischen hatte er 1605 durch die Verheiratung mit Felicitas (+1609) Tochter des Wollhändlers Hans Georg Bühler das Augsburger Bürgerrecht erworben und wurde gleichzeitig Mitglied der Augsburger Kaufleutestube. Seine zweite Ehefrau war Katharina, Tochter des Juweliers Georg Beurlin, sie brachte 1000 Gulden Heiratsgut mit in die Ehe. Über die Familie Bühler war Balthasar mit Jenisch und Österreicher verwandt, sowie mit Hans Steininger (1552 – 1634) einem der reichsten Augsburger Bürger, und zwischen 1611 und 1624 Taufpate seiner Kinder.
1610 – 12 lebte Balthasar außerdem in einem Haus Steiningers, seit 1613 im Haus der Regina Stierlin, geb. Jenisch, die Balthasar nach dem Tode ihres Mannes Ludwig 1610 als Geschäftsführer des Handelshauses „ Ludwig Stierlings Erben“ eingesetzt und offenbar am Gewinn der Firma beteiligt hatte. Nach Regina Stierlins Tod übernahm Balthasar 1625 die Alleinvertretung der Firma, die u.a. im Leipziger Seidenhandel tätig war.

1619 – 35 gehörte Balthasar als Vertreter der Kaufleute Augsburger Konfession dem großen Rat an. Sein Sohn Balthasar II. (1609 – 61), der in Italien und Leipzig auf seine Kaufmännische Tätigkeit vorbereitet worden war, übernahm die Firma seines Vaters unter dem Namen „Balthasar Schnurbein und Mitverwandte“. Balthasar II. erwarb von der Witwe des 1644 verstorbenen Handelsmann Daniel Österreicher das heute noch im Besitz der Familie befindliche sogenannte „ Schnurbeinhaus“ in Augsburg in der Ludwigstrasse Nr. 15 (1944 neu errichtet). Nach 1661 führte seine Witwe Jacobina, geb. Ledergerber die Geschäfte mit Unterstützung Christophs Hentschels (1633 – 86), den sie 1663 heiratete, erfolgreich weiter.
Balthasar III. (1645 – 1711) nahm nach dem Besuch des Gymnasiums eine Lehre bei der Firma Jäger, Hammermüller und Heming in Leipzig auf, 1666 verehelichte er sich mit Sabina, Tochter des Gewürzhändlers Andreas Hueber und führte das Schnurbeinische Unternehmen weiter, bis 1686 gemeinsam mit seinem Stiefvater Christoph Hentschel.

Als einziger Augsburger Kaufmann errichtete Balthasar III. in Leipzig ein eigenes Handelshaus, welches sich auf den Vertrieb von Gold – und Silberwaren verlegte.
Balthasar III. legte mit dem 1704 von der Hospital Stiftung erlangten Erwerb des Allodialgutes Meitingen den Grundstock des Schnurbeinischen Grundbesitzes außerhalb der Reichsstadt Augsburg. 1711 erfolgte der Kauf des Weilers und des Gutes Deuringen, ebenfalls vom Heilig – Geist – Spital in Augsburg. Balthasar III. war 1677 Hauptmann einer bürgerlichen Stadtkompanie. 1679 wurde er vom Kaiser Leopold geadelt und nannte sich später „ Schnurbein von und zu Meitingen“. Seine beiden Söhne Marcus (1671 – 1746) und Balthasar IV. (1673 – 1729), wurden 1706 in das Augsburger Patriziat aufgenommen, nachdem sich ersterer 1695 mit Anna Barbara, Tochter des Patriziers Gottfried Ammann, und Balthasar IV. mit Magdalena Barbara, Tochter des Patriziers Paul von Stetten (1665 – 1727) verehelicht hatten.
Die beiden Söhne führten die Handelskompanie unter dem Namen „ Marcus und Balthasar von Schnurbein“ weiter.

Marcus I. war seit 1718 Finanzier der Hofkammer in Innsbruck und seit 1724 des Bischofs von Augsburg ,1726 errichtete er in Köthen ein Wohnhaus (heute Alten – und Pflegeheim), wo er sich häufig aufhielt. Er hinterließ zwei Söhne aus erster Ehe: Gottfried (1700 – 1749) und Markus II. (1701-1791), von denen letzterer den Grundbesitz erweiterte. Markus der in erster Ehe mit Regina (1702), Tochter des Lindauer Stadtamtsmannes Martin Mathias von Eberz (1675 – 1722), in zweiter Ehe mit Maria Jacobina Ammann, Tochter des Augsburger Patrizier Martin Hieronymus von Langenmantel verheiratet war, übernahm 1735 das Hauptgeschäft seines Vaters in Augsburg, behielt aber seinen Hauptwohnsitz in Köthen. Bei Gottfried hingegen schlug nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig und Halle die politische Laufbahn ein. Er stand u.a. seit 1723 im Dienst der Dresdener Hofkanzlei, wo er Anschluss an den sächsischen Gesandten Ernst Christoph von Manteuffel fand, war seit 1728 Legationssekretär in Wien, 1731 Geheimagent Prinz Eugens und des sächsischen Hofs in München und 1733 – 47 sächsischer Vertreter in Augsburg. Gottfried war verheiratet in erster Ehe 1731 mit Maria Barbara von Stetten, in zweiter Ehe 1740 mit Justina Rosina Langenmantel.

1741 in den Reichsfreiherrenstand erhoben verschuldete er sich im unbesoldeten Dienst des Prinzen Eugen. Markus II. gelang es als Vormund für Gottfrieds Sohn Markus III. (1743 – 1801) den Familienbesitz zu sanieren und auszudehnen. 1757 wurde die Fuggerherrschaft Ettelsried erworben. 1775 das halbe Dorf Wollmetshausen.

Markus III. Gottfrieds Sohn und Erbe, der 1766 Justina Rosina Amman heiratete, ließ zwischen 1768 und 1773 das Meitinger Schloss aufwendig renovieren, und zwar durch den Augsburger Baumeister Johann Martin Pentenrieder, das damals die heutige Form erhielt.

Der Sohn von Markus III., Markus Jacob (1769 – 1825), verheiratet mit der Augsburger Bankierstochter Jakobina Magdalena von Schwarz wurde Stammvater des heute noch blühenden Geschlechts, das sich in die Linien Hemerten und Hurlach teilt.

Die Familie Schnurbein übersiedelte 1885 nach Gut Hemerten, das im Jahre 1883 von Markus Paul Maximilian Georg von Schnurbein auf Ettelried von dem damaligen Gutsherr Petz erworben wurde.

1886 wurde das Schloss und Gut an Mathias Brenner von Augsburg verkauft, der es bereits 1889 an August Seitz um 40‘000 Mark wieder veräußerte.

Der nächste Besitzer war Karl Freiherr von Teuchert, K. K. Rittmeister von Regensburg der um 40‘000 M das Meitinger Schloss erwarb.

Familie von Teuchert – Kauffmann

Die Familie hatte ihren Ursprung in der mährischen Slowakei,in dem Ort „Uherske hadriste“ ( Ungarisch: Hradisch ). Der Stammvater war Jgnatz Teuchert, gestorben 1805, Königlicher Bank Inspektorrat, verheiratet mit Antonia von Balzo aus einer Neapolitanischen Grafenfamilie.

Sein Sohn Friedrich Jgnatz Albert Teuchert und sein Enkel Friedrich Teuchert waren hochdekorierte Männer in der österreichischen Armee, sie brachten es bis zum General und Generalmajor.

Friedrich, geboren am 20. 5. 1794 war in zweiter Ehe 1841 mit der Anna Rosalia d‘ Elvert Bourscheid, Witwe des bei Krakau gefallenen K. K. Generalmajors und Brigadiers Carl Kauffmann Edlen von Traunsteinburg verehelicht. Sie stammte aus einer Grafenfamilie in Frankreich.

Da Friedrich keine eigenen Kinder hatte, wurde laut Allerhöchsten Handschreiben Kaiser Franz Josephs I. vom 1. Oktober 1860 die Übertragung des Freiherrnstandes Teucherts auf dessen drei Stiefkinder gestattet. Die Familie führte fortan den Namen „ Freiherrn von Teuchert – Kauffmann, Edle von Traunsteinburg.
Der zweite Stiefsohn Franz Xaver, geboren am 26. Juli 1833 stieg beim Militär bis zum K. K. Oberst auf und war verheiratet seit 1861 mit Hermine Freiin von Kellner von Köllenstein, eine österreichische Adelsfamilie. Deren Sohn Karl Franz Friedrich Maria Freiherr von Teuchert war der Besitzer des Schlosses in Meitingen. Geboren in der Steiermark in dem Ort Kaiserberg (Leoben) am 3. Februar 1869. Er erwarb das Schloss am 11. 9. 1907 von August Seitz um 40.000 Mark in seiner Eigenschaft als K. K. Rittmeister.

Er verheiratete sich 1899 in Marburg a.d. Drau mit Thekla Freiin von Bernhard, deren Familie aus dem Westerwald stammte und ein Familienzweig davon 1830 in den königlich bayerischen Adels – und Freiherrenstand aufgenommen wurde.
In zweiter Ehe 1931 verehelichte er sich mit der französischen Gräfin Manuela Janka Alexandra Josef Gräfin von Courten. Eine Tochter, in Meitingen am 25. 2. 1909 geboren, namens Elisabeth Maria Mathilde Hermine Antonia Thekla Walburgis Beatrix, Freiin von Teuchert – Kauffmann verheiratete sich mit dem Erich Edler von Braun.

Karl Friedrich von Teuchert verstarb am 6. 8. 1947 in Miesbach. Dessen Witwe Gräfin von Courten verheiratete sich dann 1957 mit dem Dr. med. Walter Werner Günther Strohmayer der aus Konstanz stammte.

Karl Friedrich Teuchert hatte auch einen Sohn der am 20. Juli 1900 in Marburg geboren war, mit dem Namen Franz Karl Heinrich Maria Antonius von Padua Sebastianus Norbertus Vincenz Freiherr von Teuchert, dem ein tragisches Ende bestimmt war. Er wurde am 30. April 1919 in München ermordet. Sein Name steht auf der Meitinger Gefallenen Tafel.

Dazu ein Bericht aus München:

Franz Karl Freiherr von Teuchert war Sohn von Karl Friedrich Franz Maria Freiherr von Teuchert – Kauffmann, Edler von Traunsteinburg (1869 – 1947) und dessen Gattin Thekla , geb. Freiin von Bernhard (1876 – 1929). Da der junge Adelige nicht mehr für das Vaterland am Ersten Weltkrieg teilnehmen konnte, erhielt er von seinen Eltern die Erlaubnis, als freiwilliger der „Freikorps Regensburg“ beizutreten, dem Volkswehrregiment aus Regensburg, welches im April 1919 aufgestellt wurde. Manche Quellen berichten, der 18-jährige wäre Oberleutnant gewesen, dies ist jedoch falsch.

Die Einheit marschierte gegen Ende April auf München zu, um die Stadt vor dem linken Terror zu befreien. Freiherr von Teuchert befand sich auf einer Erkundungsfahrt vor München. Da er sein eigenes Auto hatte, damals eine Rarität, aber auch wegen seines unverdächtigen jugendlichen Aussehens, wurde er mit der Aufgabe betraut.

In der Nähe von Neufarn bei Anzing östlich von München, wurde er kurz nach Mittag von Spartakisten überfallen und festgesetzt. Zum Verhängnis wurde ihm, dass sein Name sich auf einer Mitgliedsliste der Thule – Gesellschaft befand, tatsächlich war er nur Anwärter. Die kommunistischen Verbrecher verschleppten ihn daraufhin zuerst in die Stadtkommandur und dann in der Nacht in die Müllerstraße Nr. 7 in der Isarvorstadt, wo der „ Stadtkommandant“ von München und Anführer der „Roten Armee“ sein Hauptquartier hatte.

In den „ Münchner Neueste Nachrichten“ war zum Tod des jungen Mannes dann am 3. Mai 1919 Folgendes zu lesen: Am 30. April 1919 wurde der 18-jährige Freiherr von Teuchert beim Massaker im Münchener Luitpold – Gymnasium durch kommunistische Gewalttäter der Münchner Räterepublik erschossen. Mit ihm hatte der Kommunistenführer Rudolf Egelhofer neun weitere Geiseln zur bestialischen Ermordung bestimmt: Ernst Berger, Anton Daumenlang, Walther Deike, Walther Hindorf, Fritz Linnenbrügger, Walter Neuhaus, Friedrich von Seydlitz, Hella Gräfin von Westarp und Gustav von Thurn und Taxis.
Die Ermordung erfolgte vor Mitternacht im Garten des Luitpoldgymnasiums. Die Geiseln wurden an die rückwärtige Wand gestellt. Den Befehl zum Feuern gab ein Mann der Roten Armee namens Seidl. Da sich die Soldaten des Leibregiments weigerten zu schießen, wurden auch Russen veranlasst, die Ermordung auszuführen. Einige der Geiseln wurde durch Kolbenschläge und Bajonettstiche getötet. Unter den Ermordeten befand sich auch eine Frau. Die Leichen wurden beraubt und derart verstümmelt, dass sie bisher mit Ausnahme von dreien noch nicht erkannt werden konnten. Bei zwei Leichen fehlte die obere Hälfte des Kopfes. Die Leichen wurden in das gerichtsmedizinische Institut
gebracht. Bisher konnte noch eine weitere Leiche festgestellt ( identifiziert ) werden, und zwar die einer Gräfin Westarp.

Das Meitinger Schloss in der Neuzeit :

Die Familie von Teuchert verkaufte am 25. November 1927 an den Caritasverband Augsburg.
Dazu ein Bericht des ersten Vorsitzenden Johannes Nar:
„Am 7. Mai 1927 wurde in Augsburg der Verein „ Kath. Trinkerheilstätte St. Johannesheim e.V. „ gegründet. Vorsitzender war Johannes Nar, Stellvertreter Domkapitular Wendelin Weber. Auf der Suche nach einem für eine Trinkerheilstätte geeigneten Objekt kamen die Herren Baumeister, Metzger und Nar schließlich an das Schloss Meitingen. Am 19. November 1927 wurde es mit seinen 14 Tagwerk Grundstücken gekauft um RM 63‘000. Die Führung der Heilstätte übernahm die Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz im Auftrag des Vereins. Dr. Max Josef Metzger war Heimleiter, Bruder Rupert Datz sein Hausvater. Acht Schwestern der Gesellschaft standen ihm zur Seite.

Anfang 1928 musste eine große Instandsetzung und Aufstockung des Hauses beginnen, um eine Belegfähigkeit von 40 Betten zu erreichen. Die Kosten von RM. 120‘000 mussten wesentlich vom Caritasverband vorgestreckt werden, weshalb sich dieser auch den entscheidenen Einfluss in der Vereins – und Heimführung sicherte. Am 6. Juni 1929 wurde bereits von 30 Patienten berichtet.
Ab 1.Januar 1937 führte der Verein das Heim wieder in eigener Regie. Er hatte Familienschwestern von München unter Schwester Mechthildis als Oberin (später Generaloberin) und Georg Huber von München als Hausvater gewonnen.
Bei Kriegsausbruch erfolgte Beschlagnahmung für Zwecke der sogenannten „Umsiedler“ und der „Mittelstelle“, die unter SS – Leitung stand. Die Heilstätte blieb aber in den Nebengebäuden. Die Familienschwestern führten das ganze Haus.

Im Jahre 1944, nach der Augsburger Katastrophe, wurde das Johannesheim von der Militärverwaltung beschlagnahmt – als Ausweichaltersheim zu dem Zweck, im Servatiusstift Augsburg ein großes neues Lazarett errichten zu können. Das Heim wurde wiederum von den eigenen Schwestern in Betrieb genommen durch ein Vertragsverhältnis mit der Stadt Augsburg.

In den Jahren 1946 und 1947 begann unter Abbau der Heimbelegung durch die Stadt Augsburg der Aufbau eines eigenen Altenheims mit etwa 60 Betten.
Georg Huber trat nach Rückkehr aus der Gefangenschaft in den hauptamtlichen Dienst des Caritasverbandes Augsburg ein. Oberinnen des Hauses waren Schwester Mechthildis Pitzl 1937 – 1943, Schwester Lydia Gilch 1943 – 1949, Schwester Bernada Wiedemann 1949 – 1955, seit 1955 Schwester Laurentia Kremer.“ Soweit der Bericht von Prälat Nar, der weiterhin Vorstand war.

1965 wurde erweitert und saniert, mit dem Architekt Hans Schneider aus Augsburg beauftragt wurde. Das Hofgebäude mit der Kapelle wurde 1980 durch den Architekt Walter Kraus renoviert. Die Kosten beliefen sich auf 2.040.000 DM. 1982 wurde die Maßnahme beendet.

Am 1. September 1989 verließen die letzten Schwestern mit ihrer Oberin Wiltrud das Heim.

Inzwischen ist das Schloss ein Altenheim für Hochbetagte und Pflegebedürftige. Im Jahre 1990 wurde Stefan Pootemann Heimleiter. Dem hochverdienten Geistlichen Rat Johann Radinger als 2. Vorsitzender folgte sein Nachfolger Pfarrer Josef Hosp, dann Herr Josef Schwenk und seit Juli 1993 Bürgermeister Alfred Sartor.
Mit dem Arzt Dr. Jakob Berger, Frau Elfriede Kraus, Herrn Josef Nuber, Herrn Geistlicher Rat Wilhelm Zettler, und Herrn Caritasdirektor Karl Heinz Zerrle ergänzten Vorstandsmitglieder den Verein, die die Voraussetzungen schufen zu einem großen Wagnis, nämlich einer Neu – und Umbaumaßnahme.
Zwischen 1997 und 2001 wurde erweitert und umgebaut.
Architekt Klaus Soppa hatte die Verantwortung.

Zuerst entstand der Anbau an den Ostflügel, es folgte der grundlegende Umbau des 1965 eingeweihten Hauses. Die gesamte Südfassade wurde entfernt, das Gebäude ausgekernt. Dann folgte der Küchenumbau, die Verbindung zum Kapellenbau und die Verbindung Altbau Schlossgebäude, und die Renovierung des Schlosses.
Insgesamt betrugen dann die Kosten über 12 Millionen DM.

Im Bereich betreutes Wohnen sind 25 Wohnungen neu gestaltet worden.
Das Alten – und Pflegeheim bietet neunzig Senioren ein Zuhause, verteilt auf drei Wohngruppen. DER SLOGAN DES JOHANNESHEIMES LAUTET: „In Sicherheit gut Leben!“
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1 Kommentar
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 26.07.2017 | 19:35  
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