Der Widerstand hat sich gelohnt - Zeitplanungen für Brückensanierungen geändert

Nach Protesten aus der Bevölkerung und der Gründung einer Bürgerinitiative findet die vom Staatlichen Bauamt Augsburg ins Auge gefasste Großsperrung der Staatsstraße 2045 zwischen Meitingen und Thierhaupten während der Sanierungsarbeiten der drei Brücken nicht im zuerst vorgesehenen Zeitplan statt.
 

Staatliches Bauamt rückt von monatelanger Sperrung ab. Behelfsbrückenbau wäre zu teuer – Sanierungsarbeiten werden abgespeckt

Meitingen – Thierhaupten. Die befürchte, über mehrere Monate vorgesehene Großsperrung der Staatsstraße 2045, die zu Protesten und sogar zur Gründung der Bürgerinitiative „Interessentengemeinschaft Lechbrücken“ führte, findet nicht statt. Dies ist der aktuelle Stand für die angekündigten Sanierungsarbeiten, die im März dieses Jahres an der Lechbrücke, der Lechkanalbrücke sowie an der Flutgrabenbrücke zwischen den Marktgemeinden Meitingen und Thierhaupten auf einer Strecke von etwa 800 Metern nach Angaben des Staatlichen Bauamtes Augsburg hätten beginnen sollen. Die Lechkanalbrücke mit einer Länge von rund 55 Metern wurde 1981, die 106 Meter lange Lechbrücke im Jahr 1965 sowie die Lechflutbrücke, der Länge 31 Meter beträgt, 1964 gebaut. Nach zahlreichen Protesten und harscher Kritik aus der Bevölkerung, der Wirtschaft, von Politikern und vor allem Arbeitnehmern und Pendlern, die täglich die vielbefahrene Straße auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule nutzen müssen, wurde eine andere Lösung ins Auge gefasst. Allein im gewerblichen Bereich würde auf Grund einer Umleitung über Rain am Lech oder Langweid ein volkswirtschaftlicher Schaden von etwa 22 Millionen Euro entstehen wobei der Einsatz von Rettungsdiensten oder der Schülertransport in dieser Zahl noch nicht enthalten sind. Die Sperrung soll nicht mehr wie vorhergesehen sieben Monate dauern, sondern, da die Sanierungsarbeiten begrenzt und nicht in vollem Umfang ausgeführt werden sollen, auf einen kürzeren Zeitraum begrenzt werden. Von der Einrichtung „Behelfsbrücken“ habe man im Staatlichen Bauamt ganz abgesehen, da sich die Kosten für diese Einrichtungen bei etwa drei Millionen Euro einpendeln würden. Auch von einer halbseitigen Straßensperrung sei man abgekommen, da eine solche Vorgangsweise während der Arbeiten nicht umsetzbar sei. Der durch die Umleitungen vom Bauamt geschätzte Zeitverlust von zehn Minuten wird von vielen Verkehrsteilnehmern als „schlechter Witz“ bezeichnet da gerade im Frühjahr, während der Erntezeit oder in den Sommermonaten, wenn landwirtschaftliche Gerätschaften zwischen Altbayern und Schwaben zu Feldern unterwegs sind, das Verkehrsaufkommen we-sentlich stärker und somit der tatsächliche Zeitaufwand gravierend höher ist. „Die Sa-nierungsarbeiten müssten sich deshalb unbedingt nach der Erntezeit richten da die Ausweichstrecken für Landwirte mit schwerem Gerät nicht zumutbar wäre“, betont FW – Kreistagschef Fabian Mehring, der zudem auch Nachtarbeitszeiten an den Brücken fordert. Neben Fabian Mehring könnte sich auch der Landtagsabgeordnete Johann Häusler durchaus vorstellen, die drei Brückenbauwerke zwischen Schwaben und Altbayern Zug um Zug zu sanieren und die jeweils bearbeitende Brücke im Sanierungszeitraum mit einer Behelfsbrücke auszustatten. Die letzte Entscheidung hat jedoch das Staatliche Bauamt Augsburg – ob negativ oder positiv für Verkehrsteilnehmer zwischen Altbayern und Schwabenwird wird sich zeigen.


 
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