Ein leichteres Leben

Bürgermeister Michael Higl (links) und Sozialpädagoge Christoph Stadler wollen mit dem Inklusionsbüro in Meitingen eine bessere Basis für die Eingliederung behinderter Mitmenschen ins alltägliche Leben schaffen.


Ein neues Inklusionsbüro für Menschen mit Behinderung wurde in Meitingen eingerichtet und kürzlich offiziell eröffnet. Ansprechpartner in der neuen Einrichtung ist der Sozialpädagoge Christoph Stadler vom Arbeiter-Samariter-Bund Augsburg.

Das Thema Inklusion und Integration von behinderten Menschen ist schon lange ein Thema in den Sitzungen im Marktgemeinderat. Die Kreis- und Marktgemeinderätin Annemarie Probst (Grüne), die selbst eine behinderte Tochter hat, hat sich als Vorreiterin für Lebenserleichterungen dieser Menschen eingesetzt. Sie hat in einer Sitzung einen Inklusionsbeirat in Meitingen, wie ihn auch der Landkreis Augsburg empfehle, gefordert. Mehr als zehn Prozent der Meitinger Bürger besitzen einen Behindertenstatus. In einer Vorstudie hat Meitingen im Jahr 2015 den Bedarf vom Arbeitersamariterbund ermitteln lassen. Das Ergebnis: 73 Prozent gelten als schwerbehindert, was etwa acht Prozent der Bevölkerung entspricht. Rund 25 Prozent aller Meitinger mit Behinderung sind erwerbstätig. Die Schwerbehinderung steigt laut Statistik tendenziell mit dem Alter. In der Altersgruppe der 35- bis 45 Jährigen haben rund 70 Personen eine Schwerbehinderung, bei den mehr als 75-Jährigen betrifft es mehr als 300 Männer und Frauen.

"Inklusion ist Zugehörigkeit, damit jeder Mensch, ob mit oder ohne Behinderung, am öffentlichen Leben teilnehmen kann, egal ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder bei Freizeitgestaltungen", sagt Bürgermeister Michael Higl. "Damit uns das im Markt Meitingen gut gelingt und bereits vorhandene Ansätze und Maßnahmen zusammengeführt werden, ergänzten wir das Netz unserer sozialen Einrichtungen um ein Inklusionsbüro", schildert Higl. "Inklusion ist kein Expertenthema - im Gegenteil, sie gelingt nur, wenn möglichst viele mitmachen, Verständnis entwickeln und aufeinander Rücksicht nehmen", betont Higl. Die Kommune investiert in diesem Jahr 14 000 Euro in den Aufbau des Inklusionsbüros. Räumlich ist das Inklusionsbüro dem Seniorenbüro angegliedert. Zehn Stunden pro Woche wird der Stadler dort arbeiten. Ziel ist, dass er Vermittler werde zwischen behinderten Menschen, die nach Hilfe und Stellen suchen, und Arbeitgebern, die solche Hilfe anbieten.

"Christoph Stadler", so Higl, "kann dann schnell und professionell eingreifen, um nach Hilfsmöglichkeiten zu suchen, die den Betroffenen oft noch nicht bekannt sind". Der Sozialpädagoge will künftig herausfinden, was von den Betroffenen gebraucht und gewünscht fwerde. Dafür wird ein runder Tisch für Betroffene und engagierte Mitbürger eingerichtet, die dann gemeinsam festlegen, über welche Schwerpunkte im Inklusionsbüro gesprochen werden kann. In Meitingen will Stadler in naher Zukunft nicht nur verschiedene Kurse und Veranstaltungen für behinderte Menschen organisieren, sondern die Betroffenen auch an einen runden Tisch zusammenführen. In dieser Runde sollen sie ihre Bedürfnisse und ihr fachliches Wissen einbringen können, deren Themen und Vorschläge an die Marktgemeinde weitergeleitet werden. Aber auch wer sich nicht am runden Tisch beteiligen möchte, und "nur" Rat oder Hilfe braucht, findet in Stadler einen Ansprechpartner. (Peter Heider )
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