Einmal Gardasee und zurück nach Herbertshofen: 900 Kilometer mit dem Traktor

Mit seinem Hanomag Baujahr 1957 und einem angehängten Schäferwagen fuhr Johann Geißenberger von Herbertshofen bis an den norditalienischen Gardasee und wieder zurück in seinen Heimatort. Fotos: privat

"Es war ein einmaliges Erlebnis, ich würde es sofort noch einmal wagen", strahlt der 80-jährige Herbertshofener Johann Geißenberger, als er nach einer 20-tägigen Reise mit einem Oldtimer- Traktor der Marke Hanomag R217, Baujahr 1957, und angehängtem Schäferwagen, wohlbehalten nach eineinhalb Monaten von seiner Tour an den Gardasee wieder in Herbertshofen eintraf. Insgesamt legte Geißenberger auf der Fahrt mit dem Gespann 900 Kilometer zurück.

Die ungewöhnliche Reise führte über Füssen, Reschenpass und dem Vinschgau über Meran nach Eppan. "In Eppan an der Südtiroler Weinstraße musste die defekte Lichtmaschine meines Hanomags durch eine gebrauchte original Bosch-Lichtmaschine von fachkundigen und hilfsbereiten Mechanikern ersetzt werden und ich wurde in dieser Zeit von sehr guten Bekannten in Eppan verköstigt", erzählt der Herbertshofener. "Man kam", so Geißenberger, "ganz ungebunden überall mit Menschen ins Gespräch, wurde überaus freundlich begrüßt und aufgenommen". Die Hilfsbereitschaft war grenzenlos.

Als einmalig beschreibt Geißenberger ein Erlebnis im norditalienischen Trient, als er von einem Polizisten angehalten wurde, weil in der Stadt kein Durchkommen mehr war. Es wurden, schildert der Traktorlenker, sogar Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt, damit er wieder die Stadt verlassen konnte.

Höhepunkte der Reise

Als einen Höhepunkt während der Reise bezeichnet Geißenberger den Empfang in Malcesine. "Es wurde am Rathaus sogar ein Parkplatz für mein Gespann kostenlos zur Verfügung gestellt", freut sich der Abenteurer. In Malcesine wurden für Geißenberger auch zwei Empfänge im Rathaus organisiert, in deren Rahmen der Herbertshofener Traktorfan dem Bürgermeister Dr. Nicola Marchesine ein Grußschreiben des Meitinger Bürgermeisters Michael Higl überreichte und dafür zwei Gastgeschenke für den Meitinger Rathauschef in Empfang nehmen konnte. "Es war genau 17.45 Uhr", und Geißenberger zeigt mit dem Finger auf sein akribisch mit allen Daten gespicktes Fahrtenbuch. Darin ist auch der Spritverbrauch vermerkt.

"Allein über die 70 Kilometer lange Strecke über das Penzerjoch verbrauchte mein Traktor sage und schreibe 18 Liter Diesel", schüttelt der Gardaseefreund etwas ungläubig den Kopf. Die Rückfahrt meisterte Geißenberger in drei Etappen.

Wieder zurück in Herbertshofen wurde er von seiner Frau Martha und der Familie begeistert empfangen. "Wir haben den Gartengrill angeheizt und gemeinsam mit einem kleinen Grillfest meine Rückkehr gefeiert", erzählt der Italienreisende.
(Peter Heider)
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