Gebeutelter Geldbeutel: Meitinger Wassergebühren steigen

Die Sanierungskosten des Saugbehälters im Wasserwerk bei Erlingen verschlangen 390 000 Euro, weitere 450 000 Euro wurden für die Erneuerung der Elektrotechnik des Wasserwerks ausgegeben. Foto: Peter Heider


Bei der Bürgerversammlung 2015 hatte Bürgermeister Michael Higl bereits angekündigt, dass sich in Sachen Wasser- und Abwassergebühren in Meitingen etwas verändern wird. Damals sagte der Rathauschef, dass aufgrund immer größerer Investitionen sowie Unterhalts- und Fixkosten die Bürger mit höheren Gebühren rechnen müssen.

In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor wenigen Tagen, stand somit das Thema "Gebührenerhöhung" auf der Tagesordnung. "Man wird in Meitingen nicht um eine Gebührenerhöhung von etwa 30 Prozent herumkommen", signalisierte Higl. Warum das so ist, erläuterte er ausführlich.

Im Bereich der Wasserversorgung während der Jahre 2006 bis 2019 stehen 2,76 Millionen Euro im Etat, wobei besonders die Sanierung der Hochbehälter in Langenreichen für rund 590 000 Euro, die Sanierung des Saugbehälters im Wasserwerk bei Erlingen für 390 000 Euro sowie die Verbesserung und Erneuerung der Elektrotechnik für 450 000 Euro belastend auf den Finanzhaushalt auswirken.

Doch damit ist es noch lange nicht getan. Die Sanierung und Neuausrüstung der Brunnen für runde 460 000 Euro, die Stärkung des Notverbundnetzes für etwa 100 000 Euro sowie die Verbesserung der Druckerhöhung Langenreichen, die 60 000 Euro verschlingen wird, gehören zu den weiteren Belastungen im Meitinger Geldbeutel.

Derzeit zahlt der Bürger für einen Kubikmeter Wasser 85 Cent. Sollte die Grundgebühr von 20 Euro beibehalten werden, müsste die Gebühr pro Kubikmeter Wasser auf 1,09 Euro erhöht werden.

Wenn man dagegen die Grundgebühr in Meitingen auf 26 Euro erhöhen würde, was ein Plus von 30 Prozent bedeuten würde, würde die Gebühr pro Kubikmeter Wasser 1,07 Euro betragen. Momentan ist man sich über das weitere Vorgehen noch nicht im Klaren, deshalb werden die Möglichkeiten erst in den Fraktionen diskutiert, ehe der Marktgemeinderat die Entscheidung absegnet. "Bisher ist in Meitingen der Wasserpreis mit 85 Cent pro Kubikmeter und einer Grundgebühr von 20 Euro in der Niedrigkategorie der Wasserpreise des Landkreises Augsburg angesiedelt", sagt Michael Higl.

Im Vergleich zu Meitingen zahlt man in der Kommune Langweid pro Kubikmeter Wasser einen Euro und muss eine Grundgebühr von 25,80 Euro zahlen, in Zusmarshausen kostet der Kubikmeter Wasser 1,35 Euro, aber nur zwölf Euro Grundgebühr. In Königsbrunn dagegen erhebt die Stadt 24 Euro Grundgebühr und lässt sich den Kubikmeter Wasser mit 0,73 Cent bezahlen.

Mehrere Millionen Euro hat die Marktgemeinde Meitingen in den vergangenen Jahren bereits in den Bereich Abwasser investiert. So wurden zwei Millionen Euro für den neuen Faulturm sowie die Erneuerung der Technik an der Kläranlage im Ortsteil Ostendorf ausgegeben. In absehbarer Zeit könnten auch die Unterhaltskosten für die Kanäle steigen, da auch in diesem Bereich Sanierungen nötig werden. Derzeit muss man in Meitingen für einen Kubikmeter Abwasser 1,13 Euro entrichten.

Künftig wird ein Kostenpunkt von 1,46 Euro pro Kubikmeter Abwasser ins Auge gefasst, was eine Erhöhung von 29,9 Prozent bedeuten würde.

Wenn man diese Erhöhungen nicht vornehmen würde, entstehe der Marktgemeinde ein jährlicher Verlust von rund 200 000 Euro, so Bürgermeister Higl.

Letztlich rechnete der Bürgermeister vor, was die Gebührenerhebung für einen durchschnittlichen vierköpfigen Familienhaushalt mit einem Verbrauch von schätzungsweise 150 Kubikmetern Wasser und Abwasser bedeuten würde: Es wären beim Wasser 36 Euro pro Jahr und 50 Euro für Abwasser. Umgerechnet: Neun Euro pro Person beim Wasser, 12,50 Euro pro Person beim Abwasser. (Peter Heider )
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