Krautaktion lockt über 400 Sauerkrautgenießer an

Livio Jebelean, Karl Schuster, Helmut Kaiser, Dora Schneider und Edgar Schneider (von links) hatten alle Hände voll mit der Krautverarbeitung zu tun
 
Beim Obst- und Gartenbauverein Herbertshofen werden 75 Zentner Krautköpfe verarbeitet


Meitingen - Herbertshofen „Mit einem derartig großen Zuspruch von Sauerkrautfreunden habe ich nicht gerechnet“, schmunzelt Günter Wünsch beim Blick in die Räumlichkeiten des Vereinsheimes. Über 400 Besucher und Krautverarbeiter aller Generationen nahmen am 24. Sauerkrautaktionstag teil, um sich an der Verarbeitung von 75 Zentner Krautköpfen zu beteiligen oder leckere Speisen, natürlich mit frischen Sauerkraut serviert, zu genie-ßen. Schon ältere Generationen, erinnert sich Günter Wünsch, machten auf die Heilkraft von Sauerkraut aufmerksam, denn bereits damals wurde Sauerkraut laut Aussagen älterer Mitbürger als natürliches Heilmittel bei verschiedenen Erkältungskrankheiten, besonders in den Herbst- und Wintermonaten in Anspruch genommen. Sauerkraut war nicht nur ein Volksnahrungsmittel, es war auch Medizin“, erklärt der erste Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins weiter. Seit mittlerweile 24 Jahren richtet der Herbertshofner Traditi-onsverein mit Unterstützung seiner engagierten Vereinsmitglieder Krauthobeltag im Ver-einsheim der Gartler aus. Aber nicht nur als „Medizin“, sondern auch als beliebte Speisen-beilage wird Sauerkraut vor allem in den Herbst- und Wintermonaten zu Fleisch- und Wurstspezialitäten serviert. Egal ob zum Schweinebraten, Bratwürsten, zur Schlachtplatte oder mit Schupfnudeln bereichert, Kraut kann zu vielen Speisen variantenreich serviert werden. Im Meitinger Ortsteil Herbertshofen beteiligen sich Jahr für Jahr nicht nur einhei-mische, sondern auch zahlreiche Krauthobler aus der gesamten Region an der beliebten Aktion. Etwa 75 Zentner knackige Weißkrautköpfe, die von einem Erzeugerbetrieb aus der Nordregion nach Herbertshofen geholt wurden, wurden zunächst von Frauen und Män-nern zerteilt, ehe sie zur weiteren Bearbeitung dann die Handhobler weitergereicht wur-den. „Die Arbeitsgeräte sind Nachbauten von Hobelgerätschaften aus früheren Zeiten“, erklärt Helmut Kaiser. Nach dem Hobeln machten sich die Verwerter ans Werk, oftmals Familien mit Großeltern und Kindern, die das frisch gehobelte Kraut mit Salz versehen in ihre mitgebrachten Holz- oder Steingutfässern verschiedener Größen einstampften oder es für die Weiterverarbei-tung mit nach Hause nahmen.

56 freiwillige Helfer den ganzen Tag über im Einsatz

„Insgesamt sind heute 56 freiwillige Helfer im Einsatz“, blickt Günter Wünsch in die gut gelaunte Runde ehe er die Besucher in den anderen Räumlichkeiten beim herzhaften Mittagstisch begrüßen konnte. Erwin Wünsch servierte den Gästen Spezialitäten wie Krustenbraten oder Kasseler mit Sauerkraut und in den Nachmittagsstunden wurde mit vereinseigenem Apfelmost und Apfelsaft rund 950 Erntedankküchle, die von einem tüchti-gen Mitgliederteam frisch zubereitet wurden, für das leibliche Wohl gesorgt. Deweitern lief der Austausch von Rezepten unter Anleitung erfahrener „Krautköchinnen“ lief auf Hoch-touren. Besonders altbewährte Rezepte aus Omas Kochbüchern mit den Zutaten von Wacholderbeeren wie Lorbeerblätter sind besonders bei jüngeren Krautlern sehr beleibt wobei aber auch die Beimischung von Weißwein oder Apfelsaft sowie als zusätzliche Wür-ze Zwiebel und Äpfel bei der Krautzubereitung sehr beliebt sind. Auch eine Apfelverkos-tung unter der Federführung von Hermann Albrecht aus Gessertshausen wurde vor Ort angeboten. Albrecht stellte den Kraut- und Obstfreunden verschiedenen Apfelsorten vor und gab Tipps für die Einlagerung der Äpfel, damit diese über die Wintermonate frisch bleiben.


 
 
 
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