Lächerliche Fußballweisheiten bringen Geld ins Sparschwein

Symbolische Scheckübergabe an den Verein "Kinder wollen leben, spielen, lachen im Meitinger Gasthof "Neue Post (von links): Kevin Klavora, Martin Saule, Michael Ebner, Martin Obermann, Sascha Aufderheide, Sabine Obermann, Dalibor Jelic und Michael Schäfer

Meitinger Fußballbegeisterte unterstützen den Verein „Kinder wollen leben, spielen, lachen“

Meitingen. „Es war bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland, als wir uns überlegten, wie wir die teils sehr fragwürdigen Kommentare der Reporter zu den Spielen eindämmen und gefährliches Halbwissen reduzieren können und Weißheiten wie „ … da steht halt auch ein Gegner auf dem Platz!“ oder „ ein Spiel dauert nun halt mal 90 Minuten“ „der Ball ist rund“ oder „das Spiel ist aus wenn der Schiedsrichter pfeift“, schmunzelt der Ostendorfer Fußballfan Kevin Klavora, ehemaliges Vorstandsmitglied des SV Erlingen. Die Aussagen der Kommentatoren, schildert Michael Ebner aus Waltershofen, nahmen unserer Meinung nach einfach überhand“. Daher beschloss die Gruppe, ein Phrasenschwein einzuführen. Für jeden Kommentar dieser Art musste von nun an ein Betrag, anfangs 50 Cent, im Laufe der Jahre etwas mehr, in ein Sparschwein einbezahlt werden. „Die Idee wurde fortan bei jeder Europameisterschaft, Weltmeisterschaft und Länderspielen fortge-führt. Im Laufe der Zeit wurde ein richtiger Wettbewerb daraus, sich gegenseitig mit Fuß-ballphrasen zu übertreffen wenn die seltsamen Kommentare überhandnahmen.

Der Betrag, so Klavora, wuchs bei jedem Spiel an. Zwischenzeitliche Bestrebungen, das gesammelte Geld für eine Party, Ausflug oder ähnliches einzusetzen scheiterten an zu gegensätzlichen Vorstellungen in der Umsetzung, sodass die Fußballfans sich schließlich dazu entschlossen, den Betrag aufzustocken und gemeinnützig zu Spenden. Hierbei war uns wichtig, dass wir ein Projekt oder eine Organisation in der Region unterstützen wobei die Unterstützung bedürftiger Kinder im Vordergrund stehen sollte. Nach mehreren internen Beratungen fiel die Entscheidung zu Gunsten des Vereins „Kinder wollen leben, spielen, lachen“.
Der Verein mit Sitz in Donauwörth, wurde im Jahr 2000 von Martin Obermann, der nach der Gründung den Vorsitz übernahm, ins Leben gerufen. Anlass zur Gründung war damals, dass bei Obermanns Nichte Desiree ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert wurde. Das Mädchen überlebte die schwere Operation, was Obermann zum Anlass nahm, im Donauwörther Tanzhaus zusammen mit der Overmann Brass Band Benefizgala unter dem Motto Verein „Kinder wollen leben, spielen, lachen“ eine Benefizgala zu veranstalten womit ein finanzieller Grundstock in Höhe von 6500 Euro für die Gründung des Vereins geschaffen wurde. „Wir wollen, so Martin Obermann, vor allem Krebs- und schwerstkranken Kindern und deren Familien zur Seite stehen, wenn sie sich in ihrem Ausnahmezustand alleine nicht mehr in der Lage sehen, den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden und dabei betroffenen Kinder und Familien auch finanzielle Hilfe anbieten“.
Bis heute kann der Verein sich über insgesamt 30 000 Euro Spendengelder freuen. Im Meitinger Gasthof „Neue Post“ übergaben die Fußballfans an Obermann nun einen Scheck in Höhe von 1300 Euro für den Verein. „Wir hoffen, mit unserer Spende ein klein wenig Kindern und Familien helfen zu können“, erklärte Kevin Klavora im Beisein seiner Mitstreiter.
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