Nacht der offenen Kirchen in Meitingen erfreute sich großem Besucherzuspruch

Pfarrer Gerhard Krammer (links) bereicherte mit einer Gesangsgruppe die Nacht der offenen Kirchen.

Ein riesiger Regenbogen verband an diesem Abend die katholische St. Wolfgangskirche mit der evangelischen Johanneskirche. Die beiden Meitinger Kirchengemeinden feierten nach vier Jahren zum zweiten Mal gemeinsam eine Nacht der offenen Kirchen. „Damit alle eins sind.“ war das Motto der diesjährigen Kirchennacht im Jahr des Reformationsjubiläums. Und die gute ökumenische Zusammenarbeit war bei dieser Veranstaltung spürbar.

Die Nacht der offenen Kirchen wurde von einem Team, das aus Mitgliedern beider Kirchengemeinden bestand, vorbereitet. Der katholische St.- Wolfgangs - Chor eröffnete die Nacht der offenen Kirchen in der evangelischen Johanneskirche und eine Figur von Martin Luther begrüßte die Gäste am Eingang der katholischen Wolfgangskirche. „Musik verbindet uns, wir haben alle das gleiche Ziel.“, so Andrea Henkelmann die Organisatorin der Meitinger Kirchennacht bei der Eröffnung der Veranstaltung in der Kapelle des Meitinger Johannesheims.

Kirchennacht mit abwechslungsreichem Programm an vier verschiedenen Plätzen

Die einzelnen Veranstaltungen dauerten jeweils 30 Minuten, danach war Zeit zum Gespräch, zum Essen und Trinken und den Ort zu wechseln. An vier verschiedenen Plätzen in Meitingen fand die Kirchennacht nämlich statt. In der evangelischen und katholischen Kirche, dem Pfarrsaal in St. Wolfgang und der Kapelle im Johannesheim.
Ein abwechslungsreiches Programm mit viel Musik hat das ökumenische Vorbereitungsteam für die Meitinger auf die Beine gestellt. Mit „Mutmachliedern“ zog der Kirchenchor St. Wolfgang die Zuhörer in seinen Bann. Die „Reformation des Herzens“ des Gospelchors „Good News“ aus der evangelischen Wertinger Nachbargemeinde berührte und begeisterte das Publikum. Der Johanneschor musizierte zusammen mit einem Ensemble des Jugendblasorchesters Meitingen. Gemeinsam brachten sie mit Liedern aus der Choralkantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Gustav Gunsenheimer die St. Wolfgangskirche gewaltig zum Klingen.
Beeindruckend war auch der gemeinsame Kanon „Dona nobis pacem“ mit der sangesfreudigen Gemeinde, dem Chor und den Bläsern. Mit „Fridolin und der brennende Dornbusch“ inszenierte der Religionspädagoge Felix Henkelmann eine Bibelgeschichte „zum Anfassen“.
In der Kapelle des Johannesheims wurden die Besucher eingeladen, Lieder aus Taizé mitzusingen. Meditative Tänze zum Mitmachen unter dem Motto „Bewegt sein! Hereinkommen! Und dabei sein!“ fanden im Haus St. Wolfgang statt. Der Gesangverein Thierhaupten intonierte ein vielfältiges Programm von „Barock bis Gospel“ und überzeugte u.a. durch herausragende Solisten. Die Gruppe Saitenpfiff verzauberte ihr Publikum mit teils besinnlichen, aber auch pfiffigen Klängen unterwegs „Durch Zeit und Raum“. Zum Besinnen und Bibelteilen lud Pfarrhelferin Carmen Leimer ins Haus St.-Wolfgang ein.

Improvisationskonzert in der Wolfgangskirche

Sein Können an der Königin der Instrumente, der Orgel in der katholischen Wolfgangskirche, bewies Joachim Hennings bei seinem Improvisationskonzert zu meditativen Texten. Mit musikalischen Gedanken zur Nacht schafften Tina Scharschinger an der Flöte und Roman Ruef am Klavier eine stimmungsvolle Atmosphäre gegen Ende der Kirchennacht. Impulse zum Nachdenken und Ruhe und Besinnung konnte man auch in der Johanneskappelle beim Team um Pfarrer Gerhard Krammer Time - Out on Tour erleben.

Theatergruppe verkauft "Ablassbriefe"

Zwischen den Veranstaltungen versuchten Schauspielerinnen der Theatergruppe Tramoedians Reliquien, wie den Milchzahn Jesu, Brotreste aus der wundersamen Vermehrung oder Stroh aus der Krippe des Jesuskindes, zu verkaufen. „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt“. Dieser Satz war noch vielen Besuchern der Kirchennacht im Ohr. Und so amüsierten sie sich über die kreativ und liebevoll gestalteten Bauchläden mit ihrem „Reliqiuenkram“. Alle „Ablassbriefe“ waren am Ende ausverkauft.

Umfangreiche Abschlussveranstaltung

Um 22.45 Uhr dann beendeten alle Mitwirkenden und Gäste die Nacht der offenen Kirchen mit einem Abendsegen in der Johanneskirche. Innerhalb kürzester Zeit gestaltete Josef Gogl eine Bilderpräsentation mit Fotos der Kirchennacht, die die vielfältigen Eindrücke des vergangenen Abends zeigten. Pfarrer Gerhard Krammer und Religionspädagoge Felix Henkelmann begrüßten nach einem gemeinsamen Glockenläuten beider Kirchen Gäste und Mitwirkende und freuten sich über einen gelungenen Abend. Neben bekannten Taizé - Liedern wurden dann Ausschnitte aus Psalm 139 als Sprech-Collage gebetet. Aus verschiedenen Ecken und Winkeln der Kirche waren dabei Verse, Wortfetzen und Satzteile des 139. Psalms zu hören. Teils durcheinander in den mit Kerzen beleuchteten Kirchenraum gesprochen konnten die Teilnehmenden direkt in den Psalm eintauchen. Mit dem Vers „Und wenn ich aufwache bist du noch immer bei mir.“ endete das Gebet. Beim gemeinsam gebeteten „Vater unser“ lud Pfarrer Krammer dazu ein, sich beim Beten in ökumenischer Verbundenheit die Hände zu reichen. Viele Besucher äußerten sich sehr positiv über das reichhaltige Programm und die gute Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden bei der Organisation der Kirchennacht. „Eigentlich schade, dass man nicht mehrere Veranstaltungen gleichzeitig besuchen konnte.“, resümierte eine Besucherin am Ende des Abends.
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