Stomerzeugung in Ehekirch: Am Bedarf orientiert

Landwirt Uli Schur (mit Tochter Clara und Hofhündin Emma( vergrößert auf seinem Anwesen die bestehende Biogasanlage, um künftig Bedarfsgerechter Strom erzeugen zu können, wenn andere regenerative Energien nicht liefern können. Foto: Peter Heider


Im Jahre 2005 wurde auf dem Weiler Ehekirch, einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Nähe des Meitinger Ortsteils Erlingen, eine Biogasanlage gebaut. Der Hof wird in fünfter Generation von Familie Schur betrieben. Diese Anlage wird nun in den nächsten Wochen erweitert und flexibilisiert, um statt der bisherigen 390 Kilowatt elektrischer Leistung in Zukunft bis zu 940 Kilowatt bei Bedarf erzeugen zu können. Die Kosten der Erweiterung sind auf etwa 650 000 Euro veranschlagt.

Weil die Anlage auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Schur im Überschwemmungsbereich der Schmutter liegt, soll es gegen Havariefälle besonders geschützt werden. Aus diesem Grund ist ein 1,30 bis 1,45 Meter hoher und 124 Meter langer Schutzwall, der von einer etwa einen Meter hohen Stahlbeton-wand ergänzt wird, in Planung. Nachteile für den Siedlungsbereich im nahegelegenen Erlingen seien nicht zu erwarten, da der Abstand zur Wohnbebauung durchaus ausreichend sei. "Durch Ausgleichsmaßnahmen entlang der Schmutter wird die Fläche für eventuell auftretendes Hochwasser nicht verringert", erklärt der Biogasanlagenbetreiber Uli Schur und ergänzt, dass der Bauantrag des Landratsamtes Augsburg mittlerweile genehmigt wurde.

Ursprünglich wurden Biogasanlagen für die Verwertung von biologischen Abfällen und landwirtschaftlichen Nebenprodukten eingesetzt. Ein großer Teil der Energiepflanzen ist Mais, der eine hohe energetische Wertigkeit habe, wenig Pflanzenschutzbehandlungen benötige und mit dessen Anbaupraxis die Landwirte seit Jahrzehnten vertraut seien. In dieser Zeit suchten die Landwirte eine Möglichkeit, diese Stoffe zu nutzen und in den landwirtschaftlichen Kreislauf zu integrieren. In der bisher bestehenden Biogasanlage (BGA) auf dem Schur-Hof stellen derzeit drei Motoren-Generator-Einheiten bis zu 390 Kilowatt elektrische Energie her.

"Dieser Strom", so der Landwirt, "wurde kontinuierlich 24 Stunden am Tag und 365 Tage pro Jahr ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Nach Inbetriebnahme der veränderten Anlage, dies soll noch Ende dieses Jahres erfolgen, werde der aus Biogas produzierte Strom ins Netz eingespeist, wenn er benötigt wird. Zur Stromproduktion ist allerdings auch ein großer Gasspeicher mit einem Fassungsvermögen von etwa 2000 Kubikmeter Biogas und eine größere Leistung der Blockheizkraftwerke (BHKW) erforderlich. "Als Gasspeicher dient ein Foliendach, errichtet auf einem sechs Meter hohen und 28 Meter Durchmesser großen Gärrestebehälter", erklärt Uli Schur. Die installierte BHKW-Leistung von künftig 940 KW in Verbindung mit dem Gasspeicher", so Schur, "ermöglichen den bedarfsgerechten Betrieb der Biogasanlage".

Über das Jahr hinweg gesehen soll nicht mehr Strom als bisher eingespeist werden, er soll künftig bedarfsgerechter erzeugt werden und zwar dann, wenn andere regerative Energien wie Wind- und Sonnenstromerzeugung nicht lieferbar sind. "Biogas ist da, wenn Wind und Sonne schlafen", lautet der Slogan der Anlagenbetreiber. (Peter Heider )
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