Vier Jahre Windenergie aus Langenreichen

Diskussionsrunde zum Thema vier Jahre Windenergie aus Langenreichen (von links): Georg Roth, Anton Stiglmair, Christine Kamm, Gudrun Schmidbaur, Jonas Graber, Annemarie Probst, Josef Probst, Franz Bossek und Hannes Gröninger.
Betreiber Georg Roth zieht Bilanz. Atom- und Kohlekraft muss abgeschaltet werden.

Meitingen – Langenreichen. Vor vier Jahren, im Sommer 2013 wurde im Meitinger Ortsteil Langenreichen eine E-82/2.300 kW Windradanlage deren Bau etwa vier Millionen Euro verschlang, in Betrieb genommen. In diesen Tagen trafen sich auf Einladung des Ortsver-bandes der Grünen Meitingen die Betreiber Georg Roth, Landwirt aus Herbertshofen und Anton Stiglmair mit Gästen aus der Region, der Politik und den Umweltverbänden um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Am Windkraftwerk in Langenreichen waren MdL Christine Kamm, Bundestagskandidat Franz Bossek, Marktgemeinde- und Kreisrätin Annemarie Probst vom Bündnis 90/Die Grünen, Kreisrat Hannes Grönninger sowie die Vorsitzende des Meitinger Ortsverbandes im Bund Naturschutz, Gudrun Schmidbaur vor Ort um sich die Entwicklung des Windrades von Georg Roth erläutern zu lassen und anschließend in einer Diskussionsrunde über die Vor- und Nachteile der Energieanlage zu sprechen. Georg Roth berichtete nochmals über die Problematik vor dem Windradbau, als sich Bür-gerinnen und Bürger des Meitinger Ortsteils massiv gegen diese neue Energiequelle sträubten. „Trotz des extremen Widerstandes, „so Roth, „wurde nach der Baugenehmi-gung durch das Landratsamt das Windkraftwerk errichtet und war somit entstand das erste Windrad auf Landkreisebene“. Roth betonte weiter, dass er jederzeit wieder ein Windrad bau-en würde, da man durch den Windgebrauch einen kleinen Teil zur Energiewende beitragen kann, obwohl der Ertrag der Windradenergie von vielen Elektrizitätskonzer-nen schlecht gemacht wird. „Die Windenergie ist ein wesentlicher Bestandteil der Energie-wende, wir müssen weg von den Großkonzernen, die Anlagen in Bürgerhand geben und die Atom- sowie Kohlekraftwerken abschalten. Die 10H Bestimmung der Bayerischen Lan-desbauordnung die einen Mindestabstand zu Wohngebäuden in Gebieten mit Bebauungs-plan ausweist, muss abgeschafft werden und die ursprüng-liche EEG – Vergütung für ech-te Bürgerenergie über eine De – Minimis – Regel wieder eingeführt werden, forderte Chris-tine Kamm. „Bayern ist bei der Windkraft, gemessen an seiner Fläche, im bundesdeut-schen Durchschnitt Schlusslicht. Durch die bayerische Energiepolitik wird der Strompreis steigen, begünstigt werden die Stromkonzerne, die auf Atom und Kohle setzen“, betonte Annemarie Probst. Das Fledermausproblem wird durch zeitweises Abschalten des Wind-rads auch geregelt da vor Sonnenuntergang sowie Sonnenaufgang als auch nach Stand von Temperatur und Niederschlag das Windrad abgeschaltet wird. „Das bedeutet für Betreiber finanziellen Verlust und da es keine einheitliche Regelung gibt, wird dies von Landkreis zu Landkreis leider anders praktiziert“ moniert Franz Roth.
 
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