Widerstand gegen Brückensanierung ruft Gegner auf den Plan

Im kommenden Jahr 2015 soll die Lechbrücke auf der Staatsstraße 2045 zwischen den Marktgemeinden Meitingen und Thierhaupten auf Grund von Sanierungsarbeiten über mehrere Monate hinweg für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden
 

Mehrmonatige Sperrung der Lechbrücken wäre nicht vertretbar, so die Freien Wähler.
Mit deutlichen Worten haben der Biberbacher Landtagsabgeordnete Johann Häusler und FW-Kreistagsfraktionschef Fabian Mehring die Ankün-digung, dass die Sanierung der Lechbrücken zwischen Meitingen und Thierhaupten im nächsten Jahr zu einer Sperrung der Staatsstraße 2045 führen würde, die sich vom Früh-jahr bis in den Spätherbst erstrecken soll kritisiert.


„Eine derart lange Sperrung dieser wesentlichen Verkehrsachse des nördlichen Landkreises Augsburg halten wir für nicht vertretbar“, sind Häusler und Mehring einer Meinung und verweisen auf die Bedeutung des betroffenen Verkehrsweges, der Thier-haupten sowie Teile der benachbarten Landkreise Aichach-Friedberg und Donau-Ries an das Mittelzentrum Meitingen anbindet. „Über diese Straße fahren tausende Menschen täglich zur Arbeit, zum Bahnhof nach Meitingen, in die Schulen, zum Einkaufen oder um Arztbesuche durchzuführen. „Wenn dieser tägliche Weg in Zukunft über eine halbe Stun-de länger dauert schmälert das nicht nur die Lebensqualität der hiervon betroffenen Men-schen erheblich, denn eine über Monate dauernde Vollsperrung hätte auch verheerende Auswirkungen für die örtlichen Geschäfte, auf den Bus- und Bahnverkehr und unseren heimischen Mittelstand“, befürchtet Fabian Mehring, der auch Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Marktgemeinderat Meitingen ist.

In die gleiche Kerbe schlägt auch MdL Johann Häusler, der mittelstandspolitischer Spre-cher seiner Partei im Landtag ist: „In Herbertshofen steht das einzige Stahlwerk in Bayern und in Meitingen gibt es mit der SGL einen MDax-Konzern wohin täglich Menschen über den Lech pilgern um zu ihren Arbeitsstellen zu fahren. „Das Bauamt“, so Häusler, „hat kein Recht, tausende Menschen vom Weg zu ihrer Arbeit abzuschneiden.“ Erhebliche Proble-me sieht der FW-Agrarexperte ferner im Bereich der Landwirtschaft: „Viele Landwirte be-wirtschaften Felder auf beiden Lechseiten und mit großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen kann man nicht einfach zu den Lechbrücken nach Langweid oder Rain ausweichen, weil davon der gesamte Umleitungsverkehr beeinträchtigt wäre“, mahnt Häusler. „Zu glauben, man könnte die Brücken einfach eine ganze Ernteperiode lang sperren, ist daher realitätsfremd“.

Kurze Sperrung und pragmatische Lösungsvorschläge

Deshalb fordern Häusler und Mehring den Direktor des Staatlichen Bauamtes deshalb zu einem Umdenken während des Planungsprozesses auf. „Erste Maßgabe bei der Projektierung dieser Maßnahme muss eine möglichst kurze Sperrung sein“, sagt Häusler. Für diese Phase, in der bei Waltershofen kein Weg über den Lech führt, fordern die Freien Wähler zusätzlich pragmatische Lösungen: „Ich könnte mir für die Stoßzeiten einen Busshuttle von beiden Lechseiten vorstellen, der die Fahrradbrücken als Fußgän-gerüberweg nutzt, sodass alle Nahverkehrsnutzer auf der einen Seite aus- und auf der anderen wieder einsteigen und weiterfahren können“, lautet Mehrings Vorschlag. Auch eine Pontonbrücke als Notlösung bringt Häusler als behelfsmäßigen Ersatz ins Spiel, sollten eine Bauzeitverkürzung oder eine halbseitige Sperrung nicht realisierbar sein.

In ihrer Argumentation beziehen sich die beiden FW Politiker dabei auch auf die Investitionen von Freistaat und Kommunen in die neuen Radbrücken an gleicher Stelle, die erst vor wenigen Wochen eingeweiht und freigegeben wurden: „In den letzten Jahren haben die Kommunen Meitingen und Thierhaupten gemeinsam mit dem Freistaat Bayern Millionen in die Errichtung dieser Radbrücken investiert, um ein sichtbar verbindendes Element zwischen Schwaben und Altbayern zu schaffen. Nicht zuletzt dieser Gedanke wäre vollends torpediert, wenn nunmehr für ein dreiviertel Jahr der Straßenverkehr zwischen beiden Lechseiten gekappt würde“, lassen Häusler und Mehring den Chef des Staatlichen Bauamtes wissen.

FW sehen Verkehrskollaps zur Thierhauptener Festwoche voraus

„Spätestens während der Thierhauptener Festwoche, die jedes Jahr ein zentrales kulturelles Highlight der Region darstellt und traditionell viele tausend Menschen anlockt, würde eine Vollsperrung der Staatsstraße 2045 im kommenden Jahr unweigerlich zu einem Verkehrskollaps führen“, befürchten die FW-Politiker abschließend.   
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