Gebaut wird trotzdem

In den ehemaligen Wohnhäusern der SGL Carbon an der Werner–von–Siemens–Straße, die von der Wohnungsbau GmbH erworben wurden, werden Asylantenunterkünfte eingerichtet. (Foto: Peter Heider)
Im Haushaltssäckel der Marktgemeinde sieht es im nächsten Jahr zwar nicht gerade rosig aus, große Wohn- und Straßenbauprojekte werden jedoch nicht in Frage gestellt.

In der Haushaltskasse Meitingens sieht es im kommenden Jahr nicht rosig aus, jedoch werden die großen geplanten Wohnbauprojekte durchgeführt. Für diese Marschroute gab auch der Finanzausschuss des Marktgemeinderates grünes Licht. Einen Teil der Aufgaben werden, nach Aussage von Bürgermeister Michael Higl, Wohnungsbauvorhaben sein, dazu gehört auch der Bau einer Unterkunft für Asylbewerber an der Donauwörther Straße, den jedoch die Wohnungsbau GmbH übernehmen soll. Diese liegt zu 95 Prozent in den Händen des Marktes Meitingen.
Da die Wohnungsbau GmbH nur einen schwachen Eigenkapitalanteil hat, soll sie mit der Erhöhung des Stammkapitals in Höhe von 450.000 Euro für neue kommende Herausforderungen gestärkt werden. Bisher verfügt die Wohnungsbau GmbH über ein Stammkapital in Höhe von 380 000 Euro. Neben dem Asylbewerber–Haus an der Donauwörther Straße soll die Wohnungsbau GmbH auch noch einen Neubau in der Werner–von–Siemens–Straße auf dem bisherigen Parkplatz für SGL-Mitarbeiter errichten lassen. Dieses Gelände wurde erst kürzlich erworben.
„Für beide Projekte“, erklärt Higl, „muss die Wohnungsbau GmbH einen gewissen Eigenanteil einbringen, weshalb die finanzielle Stärkung der GmbH der richtige Schritt war“. In den Beratungen über den Etat machte der Rathauschef deutlich, dass die Marktgemeinde Meitingen keine Zuführungen vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt erwirtschaften kann. Im Verwaltungsetat fehlen vielmehr 884.000 Euro. Der Grund dafür seien höhere Umlagen und Zuweisungen, denn an Schlüsselzuweisungen erhalte der Markt Meitingen im Jahr 2016 kein Geld. „Jedoch sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 3,3 Millionen Euro in etwa so hoch wie 2015“, schilderte Higl.
Das gleiche trifft auch auf die Einkommensteuer in Höhe von sechs Millionen Euro zu. Die Frage, ob vielleicht die derzeitigen wirtschaftlichen Probleme der Meitinger Großunternehmen, wie der SGL Group, sich auf den gemeindlichen Etat negativ auswirken, wurde von Higl verneint, da der Meitinger Mittelstand ein breites Rückgrat habe. Im kommenden Jahr werde der Fehlbetrag im Gesamthaushalt sich auf 2,3 Millionen Euro einpendeln. Dieser Fehlbetrag soll zu einem Drittel über Kredite in Höhe von 760.000 Euro und zu zwei Dritteln über eine Entnahme aus den 1,5 Millionen Euro Rücklagen ausgeglichen werden.
Die schon vor längerer Zeit geplanten Vorhaben und Projekte werden durchgeführt. Dazu gehört der Umbau des Schlossparks, der mit 950.000 Euro veranschlagt ist und die Sanierung der Parkstraße, die etwa 250.000 Euro kosten wird. Für diese beiden Baumaßnahmen erhält die Marktgemeinde Meitingen rund 50 Prozent Fördergelder. Außerdem werden die Erschließung der kürzlich gekauften zwei Hektar großen Fläche an der Donauwörther Straße durchgezogen sowie die Sanierung des Wasserwerks und die Erschließung eines kleinen Baugebietes im Ortsteil Ostendorf durchgeführt.

Peter Heider
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.